Madrid  Spanischer Polizei geht dicker Fisch ins Netz: Zehn Tonnen Kokain sichergestellt

Ralph Schulze
|
Von Ralph Schulze
| 12.01.2026 17:10 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Nachfrage auf dem europäischen Markt nach Kokain wächst. Foto: IMAGO/Dreamstime
Die Nachfrage auf dem europäischen Markt nach Kokain wächst. Foto: IMAGO/Dreamstime
Artikel teilen:

Zehn Tonnen Kokain haben spanische und US-amerikanische Drogenermittler auf einem Frachter im Atlantik sichergestellt. Ein erheblicher Schlag gegen die Drogenmafia. Doch die denkt sich immer neuere Methoden aus, um Drogen nach Europa zu schaffen.

Spanischen Ermittlern ist ein großer Schlag gegen Drogenschmuggler gelungen. Bei der Kontrolle eines Frachters wurden zehn Tonnen Kokain gefunden.

Der Frachter, der unter der Flagge Kameruns unterwegs war, stand bereits länger unter Beobachtung. Als er sich rund 300 Seemeilen westlich der Kanarischen Inseln befand, schlugen die Fahnder zu: Ein spanisches Patrouillenboot stoppte den aus Brasilien kommenden Frachter auf hoher See, ein Sondereinsatzkommando der Polizei stürmte das Schiff und übernahm die Kontrolle an Bord.

Bei der Durchsuchung entdeckten die Beamten, versteckt unter einer Salzladung, zehn Tonnen Kokain – eine der größten Mengen, die je nahe der spanischen Inselgruppe abgefangen wurden.

Nach Angaben der Sicherheitsbehörden handelte es sich um eine gemeinsame Operation der spanischen Rauschgiftfahndung und der US-Drogenbehörde DEA. Der Zugriff erfolgte unter dem Decknamen „Marea Blanca” (Weiße Flut) in internationalen Gewässern. Anschließend wurde der Frachter „United S” in den Hafen von Santa Cruz auf der Insel Teneriffa geschleppt. Die 13 Besatzungsmitglieder verschiedener Nationalität wurden festgenommen.

In den vergangenen Monaten wurden im Zuge von internationalen Polizeiaktionen auf der Atlantikroute bereits mehrfach große Kokaintransporte gestoppt. Dabei gelang den Fahndern sogar die spektakuläre Aufbringung eines Drogen-U-Boots, das ebenfalls mit mehreren Tonnen Kokain auf dem Weg nach Europa war. Meist wird die heiße Ware jedoch mit Handelsschiffen oder auch mit Segeljachten transportiert

Der aktuelle Fall zeigt exemplarisch, wie die Kartelle dabei vorgehen. Nach Erkenntnissen der Ermittler arbeiten sie mit ausgefeilten Logistikketten. Zunächst wird das Kokain von Südamerika aus Richtung Europa gebracht. In der Nähe der europäischen Küste wird das Rauschgift dann häufig auf schnelle Motorboote verfrachtet.

Ein Teil der Lieferungen wird an den südeuropäischen Atlantikküsten ausgeladen. Ein anderer Teil wird weiter ins Mittelmeer verschifft und dann zum Beispiel auf den Balearischen Inseln (Mallorca, Ibiza) oder an der spanischen Festlandküste entladen. 

Spanien gilt seit Jahren als eines der wichtigsten Einfallstore für Rauschgift nach Europa. Seine geografische Lage in Südeuropa mit den tief im Atlantik liegenden Kanarischen Inseln macht das Land besonders attraktiv für Schmuggler. Kokain spielt dabei eine zentrale Rolle: Es ist eine der profitabelsten Drogen auf dem europäischen Markt, die Nachfrage steigt in vielen Ländern kontinuierlich.

Der nun gestoppte Frachter zeigt die Dimensionen des Geschäfts. Sieben Tonnen Kokain entsprechen Millionen Konsumeinheiten und einem Straßenverkaufswert von mehr als einer Milliarde Euro. Für die Ermittler ist der Zugriff ein außergewöhnlicher Erfolg. Gleichzeitig unterstreicht er, dass immer größere Mengen Kokain über die Seewege nach Europa gelangen.

Ermittler warnen, dass die langen und schwer zu kontrollierenden Seerouten den Schmugglern große Vorteile verschaffen. Es gibt kaum Kontrollen, Umladungen finden auf hoher See statt und verdächtige Schiffe sind im dichten internationalen Seeverkehr schwer zu identifizieren.

Ähnliche Artikel