Schnee und Glätte  So bitte nicht, liebe Autofahrer!

Leona Spindler
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Von Leona Spindler
| 12.01.2026 14:16 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Es schneit nicht mehr, aber es ist glatt. Das sollte man wissen, wenn man bei diesem Wetter mit dem Auto oder dem Rad unterwegs ist. Symbolfoto: Pixabay
Es schneit nicht mehr, aber es ist glatt. Das sollte man wissen, wenn man bei diesem Wetter mit dem Auto oder dem Rad unterwegs ist. Symbolfoto: Pixabay
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Es schneit nicht mehr, dafür ist es glatt geworden. Karl-Heinz Jesionek, der Gebietsleiter der Verkehrswacht, hat erklärt, was die häufigsten Fehler beim Auto- und Radfahren bei so einem Wetter sind.

Ostfriesland - Schnee, Sturm, und schlecht geräumte Straßen. So sah Ostfriesland am Wochenende aus. Am Montag, 12. Januar 2026, hat es zwar aufgehört zu schneien, aber es ist stellenweise glatt auf den Straßen. Im Vergleich zum Wochenende sind auch wieder mehr Autofahrerinnen und Autofahrer unterwegs, aber viele bleiben wegen der Glättewarnung noch zu Hause. Doch was passiert, wenn das Auto doch ins Rutschen gerät und viel wichtiger: Sollte man sich bei dem Wetter überhaupt hinter das Lenkrad oder den Fahrradlenker setzen?

„Zu empfehlen ist sowas nicht“, sagt Karl-Heinz Jesionek. Er ist Gebietsleiter der Verkehrswacht für Ostfriesland. Er verstehe aber, dass einige Menschen dringende Termine hätten – auch wenn man einige Termine einfach verschieben könnte. Für alle, die doch auf die Straße müssen, hat der Gebietsleiter einen wichtigen Tipp.

Vorsicht ist besser als Nachsicht

„Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste“, sagt Jesionek am Telefon. Damit könne man schon viele gefährliche Situationen vermeiden. Die meisten entstehen, weil die Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer sich über- und die Straßenverhältnisse unterschätzen.

Karl-Heinz Jesionek ist der Gebietsleiter der Verkehrswacht für die Region Ostfriesland. Foto: Carsten Ammermann
Karl-Heinz Jesionek ist der Gebietsleiter der Verkehrswacht für die Region Ostfriesland. Foto: Carsten Ammermann

Das bestätigt auch Menno Gebhardt. Er ist Pressesprecher beim ADAC für den Bereich Hansa in Hamburg. Der gebürtige Ostfriese sagt im Interview mit dem Spiegel: „Manche fahren, als sei der Schnee nur eine hübsche Deko. Es gibt Autofahrer, die trotz geschlossener Schneedecke nicht langsamer fahren. Und dann rutschen sie mit ihrem Fahrzeug an der roten Ampel deutlich über die Haltelinie hinaus.“

So soll man reagieren, wenn man ins Rutschen kommt

Vor allem junge Leute, die noch nie einen richtigen Winter erlebt hätten, würden sich so verhalten, erklärt Jesionek. Sie passen ihr Fahrverhalten nicht an. Besonders zu hohe Geschwindigkeiten und ein zu kleiner Abstand zum vorausfahrenden Auto wäre dabei gefährlich.

Das ist nicht nur bei starkem Schneefall, sondern auch bei Glätte ein Problem. Die Glätte entsteht unter anderem, weil der Schnee festgefahren wurde und dadurch eine rutschig Oberfläche entsteht. Kommt man auf so eine glatte Fläche, dann bringe auch ruckartiges Gegenlenken nichts. Stattdessen empfiehlt der ADAC auszukuppeln, zu bremsen und gefühlvoll in die gewünschte Richtung zu lenken.

Fünf Tipps vom Experten, um sicher am Ziel anzukommen:

  • Muss ich wirklich fahren? Diese Frage sollte man sich bei starkem Schneefall oder Glätte immer stellen. Notfalls lässt man das Auto oder das Fahrrad stehen. Kann man nicht zur Arbeit kommen, weil man zum Beispiel mit Schneeverwehungen zu tun hat, dann müsste das jeder vernünftige Arbeitgeber verstehen, so Jesionek.
  • Vorsichtig fahren: Das Fahrverhalten muss an die Straßenverhältnisse und die Witterung angepasst werden. Vorsicht mit dem Gaspedal.
  • Die richtige Bereifung: Winterreifen oder in Ostfriesland auch Ganzjahresreifen, weil der Winter nicht so heftig ist, sind notwendig. Das Profil muss mindestens vier Millimeter tief sein, damit die Reifen guten Halt auf der Straße haben. Ist das nicht der Fall, müssten die Reifen gewechselt werden.
  • Warnwesten für Fahrradfahrer: Vor allem, wenn man als Radfahrerin oder Radfahrer in der Dunkelheit unterwegs ist, sollte man eine Warnweste oder etwas Reflektierendes tragen. Das gilt nicht nur für einen Schneesturm – das ist laut Jesionek eine Selbstverständlichkeit.
  • Auf alles vorbereitet sein: Genügend Sprit, warme Kleidung und Getränke (im Winter auch gern Tee in einer Thermoskanne) sollten immer im Auto sein. Nicht nur im Winter. Es kann immer was passieren.
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