Wetterbilanz Schneesturm auf den Ostfriesischen Inseln
Die Inseln sind an diesem Schneesturm-Freitag auf sich gestellt. Der Fährverkehr ist weitgehend eingestellt. Was ist los auf Langeoog, Spiekeroog und Co?
Inseln - Auf den ostfriesischen Inseln herrschte am Schneesturm-Freitag, 9. Januar 2026, offenbar die reinste Winteridylle. Kaum noch Urlauber, nur die Räumfahrzeuge im Dauereinsatz, alles still und leer. Ganz leer? „Doch, da löppt een“, sagt Bürgermeister Harm Olchers (parteilos) beim Blick aus dem Baltrumer Rathausfenster. Eine Person kämpfe sich langsam durch das Schneegestöber Richtung Strand. Ansonsten: „Die Leute bleiben bei dem Wetter im Haus“, meint Olchers. Seit dem Morgen nähmen die Schneeverwehungen zu. Er selbst sei vorsichtshalber zu Fuß ins Rathaus gekommen, nicht wie sonst mit dem Rad.
Ansonsten aber: Alles im grünen Bereich, sagt Olchers. Die Geschäfte seien geöffnet, man habe sich eben auch auf diesen Schneesturm-Freitag vorbereitet. Beim Herumtelefonieren auf den Inseln hört man diese Sätze öfter. Dramatisch scheint es am Freitagmittag nirgends zu sein. Aus den Rathäusern von Langeoog, Spiekeroog und Juist ist Ähnliches zu hören – trotz des Sturms und heftiger Schneeverwehungen. Dabei sind die Inseln wie so oft besonders von extremem Wetter betroffen. Auch, weil der Fährverkehr zum Erliegen kommt und sie vom Festland mit seinen Versorgungswegen abgeschnitten sind. Tatsächlich gab es weder auf Langeoog noch auf Spiekeroog, Baltrum oder Juist eine funktionierende Fährverbindung an diesem Freitag.
Schneesturm auf den Inseln und die Urlauber
In diesen Tagen ist es aber ohnehin besonders leer auf den Inseln – im Vergleich zum sonstigen touristischen Betrieb. Die letzten Silvestergäste sind abgereist und die nächste kleine Welle wird erst wieder zu Karneval Mitte Februar erwartet. Auch die Warnungen haben wohl geholfen: „Gestern, am Donnerstag, sind noch viele abgereist, weil heute kein Schiff fährt“, sagt etwa Anika Riechmann, die auf Spiekeroog den Winterdienst koordiniert.
Die Inselgemeinde Langeoog, die ihren Fährverkehr selbst betreibt, hat ihre Urlaubsgäste ebenfalls frühzeitig vor die Wahl gestellt, entweder schnell noch abzureisen oder eben länger zu bleiben. Momentan seien ohnehin nicht viele Gäste auf der Insel, sagt Bürgermeister Onno Brüling (CDU). Der beim Blick durch sein Rathausfenster auch sagt: „Alles weiß, der Schnee kommt von der Seite, nicht von oben.“ Im Dorf selbst könnten sie mit den Schneeverwehungen ganz gut umgehen. Schwieriger sei da schon der Weg zum Hafen. „Ohne Traktoren geht da nichts“, sagt Brüling. Morgen, Sonnabend, 10. Januar 2026, solle der Fährverkehr wieder aufgenommen werden.
Auf der Insel Juist werden sie laut Bürgermeister Tjark Goerges (parteilos) ebenfalls ganz gut mit dem Schneegestöber fertig. Die Räumfahrzeuge seien sechs bis zehn Stunden am Tag unterwegs. Damit die Lage entspannt bleibt, gibt es auf Juist aktuell täglich eine Art Lagebesprechung mit allen für die Infrastruktur wichtigen Personen. Insgesamt seien das etwa 14, sagt Goerges, darunter auch die Lebensmittelhändler und ein Vertreter der EWE. Das Oldenburger Energieunternehmen versorgt die Insel mit Strom und Gas.