Osnabrück  Ehemaliger Gemeindesaal wird Stadtteilcafé: Café Himmelreich eröffnet in Eversburg

Monika Vollmer
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Von Monika Vollmer
| 10.01.2026 16:04 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Am 6. Januar öffnete das Café Himmelreich erstmals seine Türen im Gemeindehaus in der Kirchstraße 5. Foto: Monika Vollmer
Am 6. Januar öffnete das Café Himmelreich erstmals seine Türen im Gemeindehaus in der Kirchstraße 5. Foto: Monika Vollmer
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Klassische Assoziationen zu „Kirche“ erlebt man hier nicht mehr: Nach dem Umbau des Gemeindesaals der evangelischen St. Michaelis Kirche ist mit dem „Café Himmelreich“ ein moderner Treffpunkt entstanden.

Mit dem Café Himmelreich ist im Osnabrücker Stadtteil Eversburg ein neuer Treffpunkt entstanden. Der umgebaute Gemeindesaal der evangelischen St. Michaelis Kirche in Osnabrück öffnete am 6. Januar erstmals als Stadtteilcafé seine Türen – offen für alle Generationen und unabhängig von Konfession oder Kirchenbindung. Wer den Gemeindesaal nach den Renovierungsarbeiten betritt, wird überrascht sein. Auf den ersten Blick erinnert hier rein gar nichts mehr an das Thema Kirche. Der blaue Anstrich, eine lange Holztheke, zwei moderne Kaffeevollautomaten und eine große Auswahl an selbst gebackenen Kuchen prägen den Raum. Statt klassischer Kirchenatmosphäre erinnert das Café an ein Kaffeehaus oder einen Co-Working-Space.

Ein christlicher Bezug ist nur noch dezent sichtbar. Ein gerahmtes Foto des Sacré-Cœur steht hinter Kerzenleuchtern auf einem Regal. Ansonsten setzt das Konzept bewusst auf Offenheit und Zurückhaltung bei religiösen Symbolen.

Zur Eröffnung begrüßt Pastorin Stefanie Radtke, Pastorin der evangelischen Gemeinde, die Gäste persönlich: „Wir freuen uns, dass wir, wie die heiligen drei Könige, Geschenke für den Stadtteil bringen können. Mit einem Ort zum Ankommen, Aufatmen und Begegnen.“

Das Gemeindehaus wurde 2003 gebaut und war lange ein zentraler Ort für die Gemeinde. Nach mehr als 20 Jahren war ein Umbau jedoch alternativlos, erklärt Radtke. Ziel sei es gewesen, einen Raum für Begegnungen zu schaffen, der zu den Menschen im Stadtteil passt. „In Eversburg gibt es kein Café und es fehlte ein Ort, an dem sich Menschen aller Generationen selbstverständlich begegnen können“, sagt die Pastorin. Die Kirche habe das Glück, über Räume zu verfügen – und diese auch öffnen zu können.

Der Kirchenvorstand entschied sich bewusst für ein offenes Konzept. Das barrierefreie Gemeindehaus soll Eltern mit Kindern, Bewohnern des nahegelegenen Seniorenwohnheims und allen Menschen aus dem Stadtteil einen Platz bieten – zum Sitzen, Reden oder gemeinsamen Verweilen.

Auch Friedemann Keller, Pastor der Gemeinde, zeigte sich überzeugt vom neuen Konzept. „Die Atmosphäre ist total schön geworden, der frühere Konferenzraumstil ist weg“, sagte Keller mit Blick auf den Umbau.

Der Saal wird künftig doppelt genutzt. Als Multifunktionsraum bietet er Platz für Spieletreffs oder andere Veranstaltungen in Café-Atmosphäre. Dienstags, donnerstags und freitags öffnet der Raum als Café Himmelreich.

An den drei Tagen gibt es Kaffee und selbst gebackenen Kuchen gegen eine Spende. Gäste dürfen auch eigene Speisen mitbringen und vor Ort verzehren.

Der Umbau kostete 67.000 Euro. Finanziert wurde das Projekt durch das Diakonische Werk evangelischer Kirchen in Niedersachsen, den Kirchenkreis Osnabrück, einen Zuschuss der Stadt Osnabrück sowie durch Spenden aus der Gemeinde.

„Es ist gut, wenn Kirche sichtbar ist“, freut sich Pastorin Stefanie Radtke. Das Café Himmelreich solle bewusst mehr als ein Treffpunkt für Kirchgänger sein – sondern ein offener Ort für den gesamten Stadtteil Eversburg.

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