Ameland Ursache für Feuer auf Autofrachter „Fremantle Highway“ steht fest
Im Juli 2023 war der Autofrachter „Fremantle Highway“ vor der niederländischen Küste in Brand geraten. Den Untersuchungsbericht zur Ursache hält die zuständige Behörde in Panama bisher geheim, doch aus den Niederlanden gibt es nun Details zum Grund für das verheerende Feuer.
Über die Ursache für das Feuer auf dem Autofrachter „Fremantle Highway“ in der Nordsee wurde seit dem Unglück im Sommer 2023 viel spekuliert. War es ein Elektroauto oder doch ein Verbrenner, von dem der Brand ausging? Inzwischen ist klar, dass die Ursache offenbar ein elektrisch betriebener BMW war. So steht es laut niederländischen Behörden und Medienberichten im Abschlussbericht zur Havarie der Schifffahrtsbehörde von Panama (AMP).
Die „Fremantle Highway“ fuhr unter der Flagge des mittelamerikanischen Landes, als sie am 25. Juli 2023 etwa 30 Kilometer vor der niederländischen Wattenmeerinsel Ameland in Brand geriet. Eines der Besatzungsmitglieder starb bei der Evakuierung des Schiffes, weitere wurden verletzt. Ein Großteil der rund 3800 Autos wurde durch die Flammen zerstört. An Bord befanden sich auch knapp 500 E-Autos.
Auch an der ostfriesischen Nordseeküste gab es die Sorge, die Havarie könnte zu einer Umweltkatastrophe führen. Der Frachter wurde nach tagelangen Löscharbeiten auf See nach Eemshaven geschleppt, später ging das Schiff in eine Werft nach Rotterdam und schließlich zur Reparatur nach China. Die „Fremantle Highway“ ist inzwischen für einen neuen Eigner unter dem Namen „Floor“ wieder als Autofrachter im Einsatz.
Die Ursache für das Feuer war der Öffentlichkeit bis vor Kurzem nicht bekannt. Auf der Online-Plattform der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation (IMO) ist zwar seit Anfang April 2025 ein Abschlussbericht aus Panama zum „Fremantle Highway“-Unglück gelistet, dieser ist bis jetzt jedoch nicht öffentlich zugänglich. Darauf weist auch der niederländische Untersuchungsrat für Sicherheit (OVV), eine unabhängige Behörde, in einer Bilanz zu Schiffshavarien und damit verbundenen Untersuchungen hin.
Lediglich das „Dagblad van het Noorden“ aus Groningen hatte bisher über die Brandursache berichtet, nachdem die Zeitung auf juristischem Weg eine Offenlegung des Berichts aus Panama erwirkt hatte, wie sie schrieb. Eine Anfrage unserer Redaktion bei der Schifffahrtsbehörde von Panama blieb bisher unbeantwortet.
Der niederländische Untersuchungsrat OVV war nach eigenen Angaben allerdings an dem Bericht aus Panama beteiligt und teilt in seiner Bilanz einige darin enthaltene Details mit: Demnach sei der Brand auf der „Fremantle Highway“ mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit bei einem Elektroauto auf Deck 8 des Schiffs ausgebrochen. Hierbei habe es sich um ein Fahrzeug des Herstellers BMW gehandelt, berichtete das „Dagblad van het Noorden“.
Laut Analysen der Ladungsdaten und Aussagen der Besatzungsmitglieder hat sich das Feuer innerhalb kurzer Zeit auf mehrere mit Autos beladene Decks ausgebreitet, heißt es vom niederländischen Untersuchungsrat. Die AMP sei zu dem Schluss gekommen, dass zwar alle Fahrzeuge korrekt und planmäßig auf dem Frachter verladen worden seien. Die Löschanlagen an Bord seien aber nicht auf einen intensiven Brand von Elektrofahrzeugen ausgelegt gewesen, schreibt der OVV mit Bezug auf die Behörde in Panama. Die AMP von Panama empfehle demnach eine Verschärfung der Vorgaben für das Vorbeugen und Bekämpfen von Bränden in Laderäumen, in denen E-Autos verstaut sind. Beim Löschen von Lithium-Ionen-Akkus, wie sie in E-Autos verbaut sind, seien ein größerer Aufwand und vor allem mehr Wasser notwendig als bei Bränden von Verbrennerautos, berichtet etwa der ADAC.
Das „Fremantle Highway“-Unglück verdeutliche das Risiko, das mit dem zunehmenden Transport von elektrisch betriebenen Fahrzeugen auf See verbunden sei, schreibt der OVV. Daher brauche es eine Anpassung der Sicherheitsmaßnahmen, Ausrüstung und Vorgehensweisen auf Autofrachtern.