Infrastruktur  Kommunen im Rheiderland investieren Millionen

Oliver Bär
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Von Oliver Bär
| 10.01.2026 07:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
So stellen sich Architekten den Alten Hafen in Weener nach einer Frischzellenkur vor. Visualisierung: NSP Landschaftsarchitekten
So stellen sich Architekten den Alten Hafen in Weener nach einer Frischzellenkur vor. Visualisierung: NSP Landschaftsarchitekten
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Im Rheiderland stehen 2026 zahlreiche Bauprojekte an. Ein Überblick, welche Investitionen Bunde, Jemgum und Weener für Feuerwehr, Schulen, Sport und Wohnraum im laufenden Jahr planen.

Bunde/Jemgum/Weener – Auch wenn die Kassen in den drei Rheiderland-Kommunen Bunde, Jemgum und Weener derzeit nicht üppig gefüllt sind, werden die Weichen für die Zukunft gestellt. Ob kurzfristig für Feuerwehrhäuser, Sportstätten und Schulen oder langfristig für neue Wohngebiete und die Modernisierung der Infrastruktur – im Rheiderland wird 2026 kräftig investiert. Die Haushalte sind zwar noch nicht endgültig beschlossen, doch die Pläne der Verwaltungen nehmen bereits Gestalt an. Mit Projekten wie der Ziegelstadt in Jemgum, der Neugestaltung des Alten Hafens in Weener und dem neuen Baugebiet in Bunde entstehen Vorhaben, die auch über das Rheiderland hinaus Aufmerksamkeit erregen dürften.

So soll das neue Feuerwehrgerätehaus in Stapelmoor aussehen. Visualisierung: Radke Architekten
So soll das neue Feuerwehrgerätehaus in Stapelmoor aussehen. Visualisierung: Radke Architekten

Stadt Weener: Nach der Präsentation der Siegerentwürfe für die Umgestaltung des Alten Hafens im vergangenen Juni und der Diskussion um die Verkehrsführung ist es um das Projekt etwas ruhiger geworden. Doch hinter den Kulissen laufen die Vorbereitungen weiter. Der Baustart ist für Ende 2026 oder Anfang 2027 geplant, wie Bürgermeister Heiko Abbas mitteilt. Die Kosten werden auf rund 1,5 Millionen Euro geschätzt. Weitere Details wollte Abbas noch nicht verraten.

Eine Sporthalle und ein Dorfgemeinschaftshaus für Weener

Die Liste der Großprojekte in Weener ist damit längst nicht erschöpft. „So viele Maßnahmen dieser Größenordnung hat die Stadt Weener in den vergangenen fünfzehn Jahren nicht gleichzeitig umgesetzt. Es wird also stark investiert“, betont Abbas. Ein Beispiel: Die neue Dreifeldsporthalle, die gemeinsam mit dem Landkreis Leer gebaut wird. Die Bauarbeiten laufen bereits, die Fertigstellung ist für Anfang 2027 vorgesehen. Die Kosten belaufen sich auf rund 15 Millionen Euro, davon sollen etwa drei Millionen aus Fördermitteln stammen. Den Rest teilen sich der Landkreis Leer (acht Millionen Euro) und die Stadt Weener (vier Millionen Euro). Auch das Integrationshaus an der Grundschule Weener nimmt Gestalt an. Die Fertigstellung ist für den Frühsommer 2026 geplant, die Kosten liegen bei gut vier Millionen Euro.

Die Grundschule in Bunde erhält einen Erweiterungsbau. Visualisierung: Architekturbüro Klein
Die Grundschule in Bunde erhält einen Erweiterungsbau. Visualisierung: Architekturbüro Klein

Drei weitere Projekte sollen im zweiten Quartal 2026 starten: Die Freiwillige Feuerwehr Oberrheiderland bekommt ein neues Zuhause, das Anfang 2027 fertig sein soll. Die Baukosten: rund 3,8 Millionen Euro. Bis Jahresende soll das neue Dorfgemeinschaftshaus in Kirchborgum stehen, das gemeinsam mit Dorfverein, Kirchengemeinde und Landeskirche entsteht. Die Investitionssumme von einer Million Euro wird zur Hälfte durch Fördermittel gedeckt, den Rest teilen sich Stadt und Landeskirche. Ebenfalls bis Jahresende soll der neue Mischwasserspeicher der Kläranlage fertiggestellt werden. Hier werden rund 1,8 Millionen Euro investiert.

Bunde investiert in die Schule und zwei neue Brücken

Gemeinde Bunde: Für Bürgermeister Uwe Sap ist der Erweiterungsbau der Grundschule Bunde das zentrale Projekt des Jahres. Der Neubau soll im dritten Quartal 2026 abgeschlossen sein. Zusammen mit der Neugestaltung des Schulhofs investiert die Gemeinde rund 3,5 Millionen Euro. Auch der Mehrgenerationenplatz steht in den Startlöchern: Der Auftrag ist vergeben, Baubeginn ist, sobald das Wetter es zulässt. Die Kosten liegen bei knapp 300.000 Euro, das Projekt wird zu 90 Prozent gefördert. Im Sommer soll zudem der Neubau des Feuerwehrhauses in Bunderhee starten, der Bauantrag ist gestellt, 2,5 Millionen Euro sind eingeplant.

Die Brücke am Wynhamster Kolk ist marode und soll erneuert werden. Foto: Klaus Ortgies/Archiv
Die Brücke am Wynhamster Kolk ist marode und soll erneuert werden. Foto: Klaus Ortgies/Archiv

Auch der Ersatzbau der Brücke Wynhamster Kolk und die Neugestaltung des Umfelds sind vergeben. Da das Gebiet im Vogelschutzgebiet liegt, ist eine enge Abstimmung mit dem Landkreis nötig. Insgesamt werden rund 800.000 Euro investiert, bis zu 500.000 Euro davon als Fördermittel. Bald beginnt auch der Ersatzbau der Brücke am Sieltief in Dollart, hier werden knapp 120.000 Euro investiert. Für das neue Baugebiet in Bunde sollen die Erschließungsarbeiten im Sommer starten, sobald die nötigen Pläne genehmigt sind.

Neuer Wohnraum, Kläranlage und Naherholung in Jemgum

Gemeinde Jemgum: Das Leuchtturmprojekt Ziegelstadt, das auf dem Gelände der ehemaligen Ziegelei Reins neuen Wohnraum schaffen soll, ist für Jemgum ein zentrales Vorhaben. 2026 stehen rund eine Million Euro aus dem Vorjahr zur Verfügung. Der Abrissauftrag ist vergeben, bis Mai oder Juni soll das Gelände geräumt sein. Im Februar wird das Areal bundesweit ausgeschrieben, die Auswahl der Investoren ist vor den Sommerferien geplant. Für die Aufwertung des Landschaftssees in Ditzum mit einem Naturerlebnispfad sind rund 1,3 Millionen Euro vorgesehen. Die Gemeinde hofft auf einen 90-prozentigen Zuschuss, sodass nur 130.000 Euro Eigenanteil bleiben. Bei Bewilligung könnten die Arbeiten im Herbst starten. Für das neue Feuerwehrhaus in Critzum sind 1,7 Millionen Euro eingeplant, eine Förderung ist beantragt. Mit dem Bescheid rechnet Bürgermeister Hans-Peter Heikens im Frühjahr, erst dann kann die konkrete Planung beginnen.

Bis zum Sommer soll das Gelände der ehemaligen Ziegelei Reins freigeräumt sein. Foto: Klaus Ortgies/Archiv
Bis zum Sommer soll das Gelände der ehemaligen Ziegelei Reins freigeräumt sein. Foto: Klaus Ortgies/Archiv

Im Haushaltsentwurf für 2026 ist erstmals Geld für den Neubau einer Kläranlage für Midlum, Jemgum und Holtgaste am Standort Bentumersiel vorgesehen: 1,364 Millionen Euro im ersten Jahr, weitere Millionen bis 2029. Das Planungsbüro arbeitet an den ersten Leistungsphasen, im Frühjahr entscheidet der Rat über den Bau. Bei positivem Beschluss könnte die Anlage Ende 2028 oder Anfang 2029 in Betrieb gehen. Zusätzlich sollen rund 400.000 Euro in die Modernisierung der bestehenden Abwasseranlagen fließen, unter anderem für neue Fernwirktechnik und ein Prozessleitsystem. Der Start ist für das zweite Quartal geplant.

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