Sicherheit  Leitplanken an B 436 sollen Autofahrer besser schützen

Oliver Bär
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Von Oliver Bär
| 08.01.2026 07:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Schutzplanken gibt es an der B 436 bereits im Kurvenbereich in Coldam. Foto: Klaus Ortgies
Schutzplanken gibt es an der B 436 bereits im Kurvenbereich in Coldam. Foto: Klaus Ortgies
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Entlang der B 436 werden 2026 auf zwölf Kilometern Schutzplanken installiert. Sie sollen Autofahrer vor gefährlichen Kollisionen mit Bäumen schützen und Leben retten.

Weener/Leer - Die Bundesstraße 436 soll sicherer werden: Auf einer Strecke von insgesamt rund zwölf Kilometern zwischen Weener und Leer sowie zwischen Holtland und Hesel werden in diesem Jahr neue Schutzplanken, umgangssprachlich auch als Leitplanken bezeichnet, installiert. Ziel ist es, Autofahrer besser zu schützen, falls sie von der Fahrbahn abkommen, insbesondere vor gefährlichen Kollisionen mit Bäumen. „Die meisten Verkehrstoten haben wir in Deutschland auf Landstraßen im außerörtlichen Bereich“, erklärt Frank Buchholz, Leiter des Geschäftsbereichs Aurich der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr. Besonders folgenschwer seien Unfälle, bei denen Fahrzeuge gegen Bäume prallen.

Die Schutzplanken, die umgangssprachlich auch Leitplanken genannt werden, sollen Autofahrer auch vor Kollisionen mit Bäumen bewahren. Foto: Klaus Ortgies
Die Schutzplanken, die umgangssprachlich auch Leitplanken genannt werden, sollen Autofahrer auch vor Kollisionen mit Bäumen bewahren. Foto: Klaus Ortgies

Wie groß die Gefahr tatsächlich ist, zeigen die Zahlen: Seit 1995, als die Baumunfallstatistik erstmals erhoben wurde, sind in Deutschland mehr als 30.000 Auto- und Motorradfahrer ums Leben gekommen, weil sie gegen einen Straßenbaum geprallt sind, berichtet der Verband der Motorjournalisten. Bundesweit enden 17 Prozent aller Alleinunfälle an einem Baum. In Niedersachsen, wo viele Straßen durch ländliche Gebiete führen, sind es sogar 37 Prozent.

Bäume am Straßenrand werden kaum als Risiko wahrgenommen

Im Jahr 2024 starben laut Unfallforschung der Versicherer 449 Menschen bei Baumunfällen, davon 371 auf Landstraßen. Baumunfälle zählen damit weiterhin zu den häufigsten tödlichen Verkehrsunfällen, wie der Gesamtverband der deutschen Versicherer (GdV) betont. Eine Studie der Unfallforschung aus dem Jahr 2009 kommt zu einem klaren Ergebnis: „Schutzplanken mindern die Unfallfolgen signifikant. Diese Maßnahmen lassen sich an bestehenden Gefahrenstellen in der Regel schnell und problemlos realisieren, gegebenenfalls kann die Randstreifenbreite vergrößert und eine geringere Fahrstreifenbreite in Kauf genommen werden. Wichtig hierbei ist, dass ein direkter Aufprall auf Bäume verhindert wird.“ Diese Erkenntnisse gelten bis heute.

Trotzdem nehmen viele Autofahrer Bäume am Straßenrand kaum als Risiko wahr. Bei einer bundesweiten DEKRA-Umfrage aus dem Jahr 2013 gaben nur zehn Prozent an, vor einem Baumunfall am meisten Angst zu haben – 72 Prozent fürchteten sich eher vor Wildunfällen, die jedoch selten tödlich enden.

Nicht alle Autofahrer sind von Schutzplanken begeistert

Um die Sicherheit zu erhöhen, gibt es seit einigen Jahren ein Bundesprogramm, das gezielt Schutzplanken an gefährlichen Stellen vorsieht, erläutert Buchholz. Besonders dort, wo bei Tempo 100 Bäume weniger als 7,50 Meter von der Fahrbahn entfernt stehen, oder bei Tempo 70 innerhalb von 4,50 Metern, werden die Planken installiert. Buchholz weiß, dass nicht alle Autofahrer begeistert sind: „Wir wissen schon, dass da in den sozialen Medien gern geschimpft wird“, sagt er. Oft wird befürchtet, dass Fahrzeuge nach dem Kontakt mit den Planken in den Gegenverkehr geraten könnten. Doch moderne Schutzplanken sind so konstruiert, dass sie Fahrzeuge auffangen, die Aufprallenergie abbauen und das Auto am Straßenrand stoppen, wie auch die Gewerkschaft der Polizei (GdP) auf ihrer Internetseite betont.

Der Geschäftsbereich Aurich der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr hat entlang der B 436 zwischen Weener und Leer sowie zwischen Holtland und Hesel insgesamt zwölf Kilometer als besonders gefährlich eingestuft. Die längsten Abschnitte liegen zwischen Weener und Bingum sowie zwischen Weener und Möhlenwarf. Weitere Arbeiten sind zwischen Brinkum und Holtland sowie zwischen Holtland und Hesel geplant. Die Kosten für die Schutzplanken belaufen sich dem Behördenchef zufolge auf rund 800.000 Euro.

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