Hamburg  Schneeverwehungen und Wintersturm – wo es in Norddeutschland besonders heftig wird

Alexander Barklage
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Von Alexander Barklage
| 06.01.2026 11:40 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Winterdienst im Einsatz: Heftige Schneefälle drohen auch in den kommenden Tagen in Niedersachsen Foto: dpa/Julian Stratenschulte
Winterdienst im Einsatz: Heftige Schneefälle drohen auch in den kommenden Tagen in Niedersachsen Foto: dpa/Julian Stratenschulte
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Seit Jahresbeginn hat es sich der Winter so richtig bequem in Norddeutschland gemacht. Ein Sturmtief steuert auf Deutschland zu. Besonders turbulent wird es ab der Nacht zum Freitag.

Der Norden Deutschlands steht vor einer massiven winterlichen Herausforderung. Die aktuelle Wettervorhersage warnt vor einer Kombination aus kräftigem Schneefall, Sturmböen und gefährlicher Glätte. Besonders für Mittwoch und Freitag sagen Meteorologen extreme Bedingungen voraus, die gebietsweise zu erheblichen Verkehrsbehinderungen führen könnten.

In der Nacht zum Mittwoch verschärft sich die Lage: Bei Tiefstwerten von bis zu -8 Grad (im Südharz lokal kälter) setzt an der Ems erster Schneefall ein. An der Nordsee nimmt der Wind deutlich zu, wobei ausgangs der Nacht erste stürmische Böen möglich sind.

Am Mittwochmorgen breitet sich der Schneefall von Westen her über Norddeutschland aus. Die Experten warnen insbesondere im Westen vor der Gefahr von Schneeverwehungen, da der Wind auffrischt und an der See stürmische Böen erreicht werden. Die Temperaturen bewegen sich um den Gefrierpunkt: Während es im Raum Göttingen bei -2 Grad frostig bleibt, erreichen die Inseln und das Emsland knapp über 2 Grad.

In der Nacht zum Donnerstag bleibt es meist bedeckt und weiterhin kann es schneien. Tiefstwerte -7 Grad im Bergland, -4 Grad in der Heide und -1 Grad auf den Inseln. Schwacher bis mäßiger, an der See zeitweise starker Wind aus südlichen Richtungen.

Am Donnerstag bleibt es stark bewölkt und es gibt zeitweise Schneefall. Maximal um 1 Grad. Schwacher bis mäßiger Südwind. In der Nacht zum Freitag kann es weiteren Schneefall geben, von Südwesten her kann dieser in Regen übergehen – örtlich droht Glatteisgefahr. Tiefstwerte von Ost nach West zwischen -4 und 1 Grad.

Nach einem weiterhin schneereichen Donnerstag steuert die Wetterlage am Freitag auf einen vorläufigen Höhepunkt zu:

Im Fokus steht dabei die Nacht zum Freitag und der Freitag tagsüber, wenn ein Sturmtief auf direktem Weg nach Mitteleuropa zieht und Schnee und Glatteis mit sich bringt, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte. „Sturmtief Elli übernimmt die Regie in einem echten Wetterkrimi“, kündigt Adrian Leyser Sturm vom DWD in Offenbach an. 

Laut den Prognosen wird im Norden und Osten mit teils stürmischem Ostwind weiter Kaltluft herangeführt, sodass die einsetzenden, kräftigen Niederschläge durchweg als Schnee fallen. „Im Streifen von der Nordsee bis in den Osten hinein können verbreitet um die zehn oder regional bis zu zwanzig Zentimeter Neuschnee zusammenkommen“, sagt er. Dabei kann der kräftige Wind die lockere Schneedecke verwehen und zu größeren Behinderungen auf den Verkehrswegen führen. Ähnliche Schneemengen seien in den Mittelgebirgen möglich. 

Am Samstag verlagert sich das Sturmtief dann über Deutschland südostwärts. „Rückseitig wird die Kaltluft wieder nach Süden geführt, sodass auch im Süden und Westen der Regen wieder in Schnee übergeht“, sagt Leyser Sturm. Vor allem im Bergland könnten dabei größere Neuschneemengen zusammenkommen und bei weiterhin teils böigem Wind stark verweht werden.

Zum Sonntag beruhigt sich das Wetter langsam wieder. In einer teils klaren und windschwachen Nacht könne sich die Polarluft allerdings stark abkühlen. “Gebietsweise stellt sich strenger Frost ein, im Mittelgebirgsraum sind über Schnee gar knapp minus 20 Grad denkbar“, sagt Leyser Sturm.

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