Bremen  Boulevardtheater Bremen präsentiert emotionale Geschichtsstunde

Marco Julius
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Von Marco Julius
| 06.01.2026 13:54 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Kehrt zurück auf die Bühne: das musikalische Schauspiel „Frei und grenzenlos“. Foto: Boulevardtheater Bremen
Kehrt zurück auf die Bühne: das musikalische Schauspiel „Frei und grenzenlos“. Foto: Boulevardtheater Bremen
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Das Stück „Frei und grenzenlos“ läuft ab 16. Januar nochmals im Tabakquartier. Anlass für die Uraufführung war das 35. Jubiläum der deutschen Wiedervereinigung.

Wohl selten hat eine Produktion des Boulevardtheaters Bremen seine Zuschauer dermaßen berührt wie das musikalische Schauspiel „Frei und grenzenlos“, das anlässlich des 35. Jubiläums der deutschen Wiedervereinigung auf den Spielplan gesetzt wurde. Aufgrund des enormen Zuspruchs kehrt das Stück aus der Feder von Frank Pinkus und Kay Kruppa nun für sechs allerletzte Zusatzvorstellungen ab 16. Januar zurück auf die Bühne im Tabakquartier.

„Frei und grenzenlos“ ist eine fesselnde Theaterreise in das Berlin der späten 80er-Jahre. Die Geschichte beginnt im Jahre 1987, und auch wenn durch „Perestroika“ und „Glasnost“ Bewegung in die UdSSR kommt, ist davon in der DDR weiterhin nicht viel zu spüren. Während sich Buchhändler Lukas Bach (Marco Linke) mit den Verhältnissen hinter dem „Eisernen Vorhang“ begnügt und seinen Unmut allenfalls durch politische Witze äußert, wächst die Systemkritik bei seiner Frau Heike (Inga Jamry) und seinem Halbbruder, dem renommierten Schauspieler Paul Keller (Marcus Rudolph) – im steten Bewusstsein, dass der Staat seine Ohren überall hat.

Währenddessen weiß in West-Berlin der Germanistikstudent Jonas (Kai Hochhäusler) die wenigen Vorzüge jenseits der Mauer zu schätzen, denn dort gibt es die für sein Studium benötigten Bücher quasi nachgeworfen. Ausgerechnet in Lukas’ Buchhandlung am Alexanderplatz trifft er zudem die Liebe seines Lebens, Lena (Lisa Herrmann). Doch welche Zukunft kann eine Beziehung haben, wenn Jonas lediglich 45 Tage pro Jahr über die Grenze darf – natürlich ohne Übernachtungen? Schon bald verliert Heike ihre Stelle im Kinderhort, weil sie nicht „linientreu genug“ sei, und auch Paul bekommt immer kleinere Rollen, bis er als „staatsgefährdende Person“ aus dem Ensemble fliegt.

Immer größer wird ihr Wunsch, „rüberzumachen“, endlich frei und grenzenlos zu sein. Doch welche Konsequenzen hätte das für die beiden – und für Lukas …? In weiteren Rollen wirken Christian Hamann, Sarah Kluge und Sven Mein mit.

In Kombination mit der Livemusik der Theaterband wird diese Aufführung zu einem unvergesslichen Theaterabend. Mit dabei ist die Musik zeitgenössischer Interpreten aus Ost und West – von den Puhdys, Karat und City über Nina Hagen bis hin zu den Scorpions, Udo Lindenberg und Herbert Grönemeyer – alles live gespielt. Sechs endgültig letzte Vorstellungen stehen nun noch vom 16. bis 25. Januar auf dem Spielplan. Weitere Infos und Tickets gibt es online unter www.boulevardtheater-bremen.de.

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