Großer Auftritt Auricher Bürstenfabrik im Fernsehen
Das Unternehmen „Andreas-Bürsten“ aus Aurich war zu Gast im Frühstücksfernsehen des Privatsenders Sat.1. Wie es dazu kam und wie Geschäftsführer Michael Andreas seinen großen Auftritt erlebt hat.
Aurich - Ostfriesische Zuschauer des Sat.1-Frühstücksfernsehen staunten nicht schlecht, als ein Unternehmen aus Aurich über ihren Bildschirm flimmerte. Michael Andreas, Geschäftsführer von Andreas-Bürsten im Stadtteil Kirchdorf, war in die Live-Sendung eingeladen worden, um über die Besen- und Bürsten-Produktion des Familienunternehmens zu berichten. „Bessere Werbung können wir gar nicht bekommen“, dachte sich Andreas und machte sich am vergangenen Freitag, 2. Januar 2026, auf den Weg nach Berlin ins Studio.
Vom Lazarett in die Bürstenherstellung
Der 55-Jährige führt das Unternehmen bereits in dritter Generation. Sein Großvater Ernst legte vor über 80 Jahren den Grundstein. Als er während des Zweiten Weltkrieges durch einen Beinschuss verwundet wurde und im Lazarett lag, nahm er dort an einem Besenbinder-Kurs teil. Andreas-Bürsten war geboren!
In der Produktionshalle an der Straße „Am Kirchdorfer Moor“ wird nach dem Motto „Klein, aber oho!“ gearbeitet. Zwar stellt die Firma ihre Produkte für den Großhandel und die Lebensmittelindustrie her, wer ein riesiges Team erwartet, täuscht sich aber. Gerade einmal neun feste Mitarbeiter beschäftigt Michael Andreas. Trotzdem kann das Familienunternehmen dank neuester Produktionsmaschinen täglich beispielsweise bis zu 2000 Handfeger herstellen.
Vorstadt schlägt Stadtzentrum
In Kirchdorf können die Mitarbeiter ungestört arbeiten, denn hier ist Andreas-Bürsten die einzige Firma. Nachdem das Unternehmen vom Lüchtenburger Weg in das neu ausgeschriebene Gewerbegebiet gezogen war, machte die Gemeindereform Kirchdorf 1972 zu einem Auricher Stadtteil. Die Stadt hatte jedoch schon das gesamtstädtische Gewerbe- und Industriegebiet Aurich Süd angeleiert. So blieb Andreas-Bürsten allein auf weiter Flur.
Verstecken muss sich die Firma jedoch nicht. Ihre Expertise wird auch über Ostfriesland hinaus geschätzt und so erstreckt sich das Kundengebiet von Andreas-Bürsten über ganz Deutschland, teilweise auch in die direkten Nachbarländer, vorwiegend die Niederlande, Österreich und Dänemark.
Schnelle Rückmeldung zahlte sich aus
Welche Besen braucht man im Haushalt? Welche Bürsten sind für welchen Zweck geeignet? Und wie pflege ich die Borsten eigentlich richtig? Diesen und mehr Fragen wollte das Sat.1-Frühstücksfernsehen auf den Grund gehen und fand in Michael Andreas einen passenden Experten. „Ursprünglich wurde wohl eine andere Firma angefragt, die hat sich aber nicht zurückgemeldet. Da waren wir am Zug“, sagt der Geschäftsführer auf Nachfrage dieser Redaktion. Vor einer eigens aufgebauten Kulisse mit Steinen, Sand und sogar Schnee erklärte Andreas Moderatorin Karen Heinrichs die unterschiedlichsten Einsatzgebiete seiner Produkte – woraufhin Heinrichs nicht lange zögerte und selbst Hand an die Auricher Handwerkskunst legte.
Für seine Borsten bezieht Michael Andreas Materialien aus der ganzen Welt. Dazu gehören Kunststoff aus Ungarn, Kokos aus Sri Lanka, Arenga aus Indonesien, Fibre aus Mexiko, Bahia aus Brasilien und Rosshaar aus Argentinien und Paraguay. Jedes Material hat nicht nur eine eigene Farbe, sondern auch individuelle Eigenschaften. So ist beispielsweise die gelbe Fibre-Faser besonders hitzebeständig und das schwarze Arenga wasserresistent.
„Das war eine sehr interessante Erfahrung“
Für das Frühstücksfernsehen ist Michael Andreas bereits am Tag vor der Sendung nach Berlin gereist. Viel los war im Studio jedoch nicht, berichtet der Auricher. „Ich dachte immer, es wäre viel rummeliger. Aber viele waren wahrscheinlich noch im Urlaub.“ Mit der Größe des Studios habe er sich ebenfalls verschätzt: „Man stellt sich das immer so riesig vor, war es aber gar nicht.“
Trotzdem sei er ganz schön aufgeregt gewesen. „Am Ende ging es aber ganz gut. Die Moderatoren sind sehr locker und unterstützend.“ Nach Ende der Sendung machte sich Michael Andreas direkt wieder auf den Rückweg in den Nordwesten. Der Blick hinter die Kulissen einer Fernsehshow hat ihm gefallen: „Das war eine sehr interessante Erfahrung.“ Während der Auricher vor der Kamera seinen großen Auftritt hatte, hat seine Familie zu Hause die Sendung gebannt vor dem Fernseher verfolgt. Wer im Gegensatz zu ihnen das Frühstücksfernsehen am vergangenen Samstag verpasst hat, kann sich die Sendung auch nachträglich kostenlos beim Streaminganbieter Joyn ansehen.
Nicht der erste Ostfriese im Frühstücksfernsehen
Sat.1 hat bereits in der Vergangenheit Beiträge über Ostfriesland im Frühstücksfernsehen gezeigt. 2015 wurde unsere Region in einem rund sechsminütigen Beitrag als „Urlaubsgeheimtipp“ verkauft. Ein Jahr später berichtete die Sendung über den plötzlichen Tod des „Knochenbrechers“ Tamme Hanken aus Filsum, der nicht nur in Ostfriesland, sondern auf der ganzen Welt Tiere und Menschen behandelte.
2024 verschlug es den Sender nach Wittmund, um über die „Retterherzen“ zu berichten, die mit dem Kinder- und Jugendpreis des Deutschen Kinderhilfswerks ausgezeichnet wurden. Bei diesem Projekt geben Jugendliche Erste-Hilfe-Kurse und gehen dafür in Schulen, Kitas und Seniorenheime. Und erst im vergangenen Juni war die Dorfstraße in Kleinhesel, für deren Erneuerung die Anwohner rund 40.000 Euro zahlen sollen, Thema in der Sendung.