Nach Halbfinalkrimi  TV Bunde krönt sich zum Hallenkönig

Holger Weers
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Von Holger Weers
| 04.01.2026 11:32 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Groß war der Jubel beim TV Bunde nach dem 3:1-Finalsieg gegen den Landesligisten GW Firrel. Fotos: Damm
Groß war der Jubel beim TV Bunde nach dem 3:1-Finalsieg gegen den Landesligisten GW Firrel. Fotos: Damm
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Im Endspiel behielt der TV Bunde bei den Leeraner Fußball-Kreismeisterschaften gegen GW Firrel die Oberhand. Zuvor setzte sich der Bezirksligist in einem wahren Nervenkrimi gegen Germania Leer durch.

Leer - Hallenfußball, oder Hallenfutsal, nach dessen (abgeschwächten) Regeln seit einigen Jahren bei den Leeraner Kreismeisterschaften um den Sparkassencup gespielt wird, scheint den Spielern des Bezirksligisten TV Bunde besonders zu liegen. Die Rheiderländer krönten sich am Samstag zum Titelgewinner für das Jahr 2025 (Turnier wurde jahresübergreifend gespielt). Im Finale bezwang die Auswahl von Trainer Ralph Schmidt den Landesligisten SV Grün-Weiß Firrel mit 3:1. Als Belohnung gab es 700 Euro Preisgeld. Firrel durfte sich mit 500 Euro Prämie trösten.

„Das war eine geschlossene Mannschaftsleistung. Wir haben verdient gewonnen“, fand Ralph Schmidt. „Bunde hatte im Finale das nötige Quäntchen Glück auf seiner Seite. Glückwunsch an den Gegner“, lautete die Spielanalyse von Firrels Torhüter Jann Hellmers.

Dritte Platz gegen an TuRa 07

Der dritte Platz, und damit 300 Euro für die Mannschaftskasse, ging an TuRa 07 Westrhauderfehn. Im Achtmeterschießen um Platz 3 setzten sich die TuRaner mit 4:2 gegen den Ligarivalen VfL Germania Leer durch, der sich noch über 200 Euro Preisgeld freuen durfte.

Tura 07 Westrhauderfehn - am Ball Marcel Schulte - unterlag GW Firrel im Halbfinale.
Tura 07 Westrhauderfehn - am Ball Marcel Schulte - unterlag GW Firrel im Halbfinale.

Im ersten Halbfinale zuvor hatten die 295 Zuschauer in der Leeraner BBS-Halle einen wahren Nervenkrimi erlebt. Nach einem indirekten Freistoß war der TV Bunde (1. Zwischenrundengruppe B) im Spiel gegen den VfL Germania Leer durch Markus Winkler früh in Führung gegangen (3.). Eine halbe Minute vor Spielschluss glich Richmond Frimpong per Distanzschuss zum 1:1-Endstand aus.

Verlängerung im Achtmeterschießen

Da beide Teams im anschließenden Achtmeterschießen (je 3 Schützen) jeweils nur einmal trafen, ging es auch hier in die Verlängerung. Und wieder glänzten beide Torhüter mit sehenswerten Paraden. Beim Stand von 3:3 hielt Bundes Feldspieler Christoph Buse den Schussversuch von Alexander Voskamp. Anschließend traf Jonas Hantschel zum 4:3, was gleichzeitig den Finaleinzug bedeutete. Ab dem Halbfinale hatte Bunde auf seinen Torhüter Joost-Dirk Oltrop verzichten müssen, der Vorbereitungen für seinen Geburtstag zu treffen hatte. Dafür stand Christoph Buse zwischen den Pfosten. „Christoph hat uns mit zahlreichen Paraden im Achtmeterschießen im Spiel gehalten. Er war unser Matchwinner“, lobte Trainer Schmidt.

Bundes Aushilfskeeper Christoph Buse pariert den entscheidenden Elfmeter gegen Alexander Joshua Voskamp.
Bundes Aushilfskeeper Christoph Buse pariert den entscheidenden Elfmeter gegen Alexander Joshua Voskamp.

Für Germania Leer, die in der Zwischenrunde (Gruppe A) mit drei Siegen noch so brilliert hatten, blieb nach der späteren Niederlage gegen TuRa 07 Westrhauderfehn im „kleinen Finale“ nur der undankbare 4. Platz. „Wir sind dennoch zufrieden. Wir haben schönen Fußball gespielt, waren in jedem Spiel die bessere Mannschaft und sind souverän ins Halbfinale eingezogen“, zog Germania Leers Übungsleiter Jan-Niklas Eickels dennoch ein positives Fazit. „Das gibt uns Mut für die Punktspielrunde“, so Eickels.

Zweites Halbfinale war einseitiger

Das zweite Halbfinale war wesentlich einseitiger und zugleich eine Neuauflage der Zwischenrundenpaarung aus Gruppe C zwischen TuRa 07 Westrhauderfehn und dem SV Grün-Weiß Firrel. Das erste Duell hatte Westrhauderfehn überraschend, und dazu noch deutlich, mit 4:1 gegen Firrel gewonnen. Im Halbfinale drehte der Landesligist jedoch den Spieß um, gewann nach Toren von Samuel Schönfelder (1./8.) sowie Bastian Schaffer (7.) und Fynn-Jendrik Dierks (11.), bei einem Gegentor von Jonte Marks (9.), mit 4:1 und zog damit ins Endspiel ein. „Im ersten Vergleich hatte Firrel die Tormöglichkeiten und wir haben die Treffer gemacht. Beim zweiten Vergleich war es genau umgekehrt“, sagte Westrhauderfehns Trainer Rainer Sinnigen. „Ich bin mit dem Abschneiden meiner Mannschaft dennoch nicht unzufrieden“, betonte Sinnigen.

Concordia Ihrhove scheiterte in der Zwischenrunde.
Concordia Ihrhove scheiterte in der Zwischenrunde.

Der SV Grün-Weiß Firrel hatte sich hinter Gruppensieger TuRa 07 Westrhauderfehn trotz der herben Auftaktpleite noch als bester Gruppenzweiter für das Halbfinale qualifizieren können. Nach einem 2:1 gegen den A-Klassisten TuS Detern stand man im letzten Gruppenspiel gegen den Ostfrieslandligisten SV Jheringsfehn/Stikelkamp/Timmel unter Siegzwang. Dem unterklassigen Gegner genügte nach einem 1:1 gegen Detern und einem überraschenden 3:0-Erfolg gegen TuRa 07 Westrhauderfehn bereits ein Unentschieden als bester Gruppenzweiter für die Teilnahme am Halbfinale.

Halbfinale:

TV Bunde - Germania Leer 4:3 n. 8m

Westrhauderfehn - Firrel 1:4

Achtmeterschießen um Platz 3:

Westrhauderfehn - Germ. Leer 4:2

Finale:

TV Bunde - SV Grün-Weiß Firrel 3:1

Pech für Ostfrieslandligisten

Firrel ging per Doppelschlag durch Torben Lange (6.) und Julian Bennert (8.) schnell mit 2:0 in Führung, doch der Ostfrieslandligist kam in Unterzahl per Doppelschlag noch zum 2:2-Ausgleich. Dann kehrten sich die Vorzeichen um: Nun geriet Firrel in Unterzahl, traf aber kurz vor Schluss durch Felix Karius zum 3:2 und machte den Halbfinalträumen des Ostfrieslandligisten einen Strich durch die Rechnung. „Das Ausscheiden ist ärgerlich. Wir haben die entscheidenden Punkte gegen Detern liegen lassen, haben uns aber insgesamt gesehen teuer verkauft“, fand SV-Trainer Sven Fugel.

Knapp 300 Zuschauer wollten den Finaltag sehen.
Knapp 300 Zuschauer wollten den Finaltag sehen.

Noch bitterer war das Ausscheiden von Concordia Ihrhove. Der Bezirksligist, der in der Vorrunde noch so brilliert hatte, schied sang- und klanglos aus. „Wir sind arrogant und überheblich aufgetreten. Das hat sich gerächt. Wir wollten Hacke, Spitze spielen, der Gegner hat die Zweikämpfe gesucht“, ging das Ihrhover Trainergespann Christian van Hoorn und Detlef Brinkmann mit der Mannschaft hart ins Gericht.

„Wir sind sehr zufrieden. Das Turnier wurde sehr gut angenommen“, betonte Bernhard Lübbers vom Orga-Team des TV Bunde.

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