Verkehr  Die Baustellen 2026 in Emden – ein Ausblick

Mona Hanssen
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Von Mona Hanssen
| 02.01.2026 09:09 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Die Trogstrecke: Nach fünf Jahren Bauzeit und vielen Herausforderungen wird 2026 die Fertigstellung der Sanierung groß gefeiert. Das Foto ist Ende November 2025 entstanden. Foto: Jens Doden/Archiv
Die Trogstrecke: Nach fünf Jahren Bauzeit und vielen Herausforderungen wird 2026 die Fertigstellung der Sanierung groß gefeiert. Das Foto ist Ende November 2025 entstanden. Foto: Jens Doden/Archiv
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Auch 2026 gibt es in Emden einige Straßen-Baustellen. Was wird voraussichtlich fertig? Wo geht es ganz neu ans Werk? Wir zeigen eine Übersicht.

Emden - Wenn in einer Stadt viel am Straßennetz gebaut wird, ist das ein gutes Zeichen. Marode Straßen will schließlich niemand. Nervig für Autofahrer sind die Bautätigkeiten aber trotzdem. In Emden gibt es auch 2026 einige (neue) Baustellen. Aber: Es werden auch Straßen voraussichtlich fertig. Wir zeigen eine Übersicht, die allerdings keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Denn: Es kann im Laufe eines Jahres immer passieren, dass neue Baustellen aus Prioritätsgründen dazukommen.

Die Martin-Faber-Straße soll bis April 2026 fertig saniert sein. Ein großer Abschnitt am Falderndelft sieht schon gut aus. Die Markierungen fehlen noch – insbesondere für den breiten Superradweg. Foto: Mona Hanssen
Die Martin-Faber-Straße soll bis April 2026 fertig saniert sein. Ein großer Abschnitt am Falderndelft sieht schon gut aus. Die Markierungen fehlen noch – insbesondere für den breiten Superradweg. Foto: Mona Hanssen

Welche Straßen sind 2026 fertig saniert?

Die Martin-Faber-Straße als wichtige Innenstadt-Zufahrt vom Osten her soll im April 2026 fertig saniert und umgebaut sein. Das hatte die Stadt immer wieder betont. Im Mai 2025 waren die Arbeiten gestartet, die Straße wurde zur Einbahnstraße mit Fahrtrichtung stadtauswärts. Die Stadt wies zum wiederholten Mal darauf hin, dass der Durchgangsverkehr über die Autobahn oder über die Trogstrecke fließen sollte. Viele Autofahrer halten sich aber nicht daran und wählen stattdessen die nicht für so viel Verkehr ausgelegte Friedrich-Ebert-Straße.

Apropos Trogstrecke: Im Januar 2026 stehen nur noch ein paar kleine Restarbeiten an, dann soll die Sanierung nach mehr als fünf Jahren abgeschlossen sein. Das offizielle Ende der Dauerbaustelle wird vom 14. bis 16. August 2026 mit einem besonderen Event namens „Hit the Trog“ gefeiert. Gemeinsam mit dem Graffitiverein Ostfriesland soll eines der größten öffentlichen Graffitiprojekte der Region auf die Beine gestellt werden. Mehr als 100 Künstler sollen die rund 2100 Quadratmeter große Betonfläche an der Unterführung mit ihren Bildern gestalten. Dabei sind alle Interessierten eingeladen, sich die Kunst anzuschauen sowie sich bei Musik und anderem Rahmenprogramm im Trog aufzuhalten.

Derzeit (30. Dezember 2025) ist die Baustelle an der Uphuser Straße noch eingerichtet. Eigentlich sollte die Sanierung des letzten Bauabschnitts im Dezember abgeschlossen sein. Foto: Mona Hanssen
Derzeit (30. Dezember 2025) ist die Baustelle an der Uphuser Straße noch eingerichtet. Eigentlich sollte die Sanierung des letzten Bauabschnitts im Dezember abgeschlossen sein. Foto: Mona Hanssen

Mehr als zehn Jahre hat die Sanierung der Wolthuser und Uphuser Straße gedauert. Der letzte Bauabschnitt vor der sogenannten Luftbrücke in Uphusen Richtung Riepe wurde seit Sommer 2025 in Angriff genommen. Bis Ende Dezember 2025 sollten die letzten 360 Meter fertig sein. Das hat allerdings nicht ganz geklappt. Vor Ort wird die Baustelle noch eingerichtet und Schäden in der Fahrbahn sind weiterhin erkennbar. Wir haben bei der Stadt nachgefragt, warum es zu der Verzögerung gekommen ist und wie lange die rund 1,2 Millionen Euro teure Sanierung voraussichtlich noch dauert. Wir warten auf Rückmeldung.

Welche Baustellen kommen 2026 neu?

Die Neutorstraße zwischen Agterum und Rathaus ist zwar schon seit Oktober 2025 eine Baustelle. Bislang werden dort aber Arbeiten an Leitungen durchgeführt. Ab April 2026 soll dann der große Umbau starten. Für Autofahrer ändert sich also nichts: Dicht ist dicht. Für Radfahrer und Fußgänger könnte es noch einmal abenteuerlicher werden, hier durchzufahren. Eine Vollsperrung für Radfahrer wurde bislang nicht angekündigt, könnte aber noch kommen. Auch wenn die Neutorstraße der erste Bauabschnitt des großen Umbaus rund um den Delft mit Stadtgarten, Hafentorplatz und Delfttreppe ist, wird sie bis zum Ende des gesamten Bauprojekts 2030/31 nicht für Autofahrer freigegeben werden, hieß es zuletzt von der Stadt. Der Stadtgarten soll ab dem zweiten bis vierten Quartal 2027 umgebaut werden.

Die Neutorstraße zwischen Agterum und Rathaus: Die Stadtwerke haben in einem Bauabschnitt bereits Leitungen erneuert. Ab April 2026 wird die Straße aufwendig umgebaut. Foto: Mona Hanssen
Die Neutorstraße zwischen Agterum und Rathaus: Die Stadtwerke haben in einem Bauabschnitt bereits Leitungen erneuert. Ab April 2026 wird die Straße aufwendig umgebaut. Foto: Mona Hanssen

Die Fahrrad- und Fußgängerbrücke von Constantia nach Conrebbersweg übers Larrelter Tief soll endlich ausgetauscht werden. Die Umsetzung war schon lange angekündigt und sollte eigentlich noch in diesem Jahr erfolgen. Jetzt ist der Abbau der maroden Brücke für das Frühjahr 2026 angesetzt. Etwa zwei Monate soll es dauern, bis die Verbindung wieder möglich ist. Radfahrer und Fußgänger müssen in der Zeit einen weiten Umweg über die Innenstadt in Kauf nehmen.

Die Deutsche Bahn ist immer für eine Überraschung gut: Sie kündigte zuletzt für den 18. Juli bis 8. August 2026 eine dreiwöchige Vollsperrung der Eisenbahnbrücke über den Alten Binnenhafen an. Die störanfällige Brücke soll mal wieder instandgesetzt werden. In der Zeit ist die Zugverbindung von Leer nach Emden und Norddeich also nicht möglich. Heißt: Urlauber, die beispielsweise zu den Inseln Borkum, Norderney und Juist wollen, müssen umdenken. Und: Die Vollsperrung fällt in die Zeit des Delft- und Hafenfests in Emden, zu dem viele Schiffe erwartet werden, die aufgrund der Sperrung nicht in den Alten Binnenhafen und in den Ratsdelft können. Die Touristiker, die Stadt und die Veranstaltungs-Verantwortlichen sind verärgert.

Welche Baustellen gibt es immer noch?

Der Bau der Friesland-Umgehung ist eine unendliche Geschichte. Sie ist Teil der Bundesstraße (B) 210. Daher ist nicht die Stadt Emden dafür zuständig, sondern Bund und Land. In Emden geht es um einen 1,9 Kilometer langen Abschnitt, für den bereits 2015 der erste feierliche Spatenstich erfolgt war. Die Fertigstellung verzögert sich immer wieder, die Kosten explodieren. Aktuell wird 2027 angepeilt und die Kosten werden auf rund 60 Millionen Euro (Stand 2024) geschätzt. Bei den ursprünglichen Planungen waren 23,5 Millionen Euro veranschlagt worden.

An der Thorner Straße im Stadtteil Herrentor wird weiter gebaut. Foto: Mona Hanssen
An der Thorner Straße im Stadtteil Herrentor wird weiter gebaut. Foto: Mona Hanssen

Seit Oktober 2025 wird der nächste Abschnitt der Thorner Straße im Stadtteil Herrentor saniert. Es geht um rund 300 Meter zwischen der Pillauer Straße und der Heilsberger Straße. Die Bauzeit wurde von der Stadt auf ein Jahr festgelegt, demnach wäre die Sanierung im Oktober 2026 abgeschlossen. Die Gesamtkosten betragen etwa 1,4 Millionen Euro, davon rund 630.000 Euro für den Straßenbau und etwa 770.000 Euro für die Kanalbauarbeiten.

Der letzte Abschnitt der Althusiusstraße wird noch saniert. Das Foto ist im August 2025 entstanden. Foto: Jens Doden/Archiv
Der letzte Abschnitt der Althusiusstraße wird noch saniert. Das Foto ist im August 2025 entstanden. Foto: Jens Doden/Archiv

Der letzte Bauabschnitt der Althusiusstraße im Stadtteil Port Arthur/Transvaal soll bis Oktober 2026 fertiggestellt sein. Es geht um den Bereich zwischen der Berumer Straße und der Fletumer Straße, also etwa 1,165 Kilometer. Die Arbeiten waren im März 2025 gestartet. Die Gesamtkosten werden von der Stadt auf rund 3,3 Millionen Euro beziffert.

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