Osnabrück  Frühstart-Rente: Wir brauchen keine Almosen, sondern weniger Steuern! 

Dr. Philipp Ebert
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Von Dr. Philipp Ebert
| 01.01.2026 13:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Wer früh anfängt, kann viel rausbekommen: Sparen und Anlegen lohnt sich besonders für Kinder. Foto: Westend61/Picture Alliance/Franci Leoncio
Wer früh anfängt, kann viel rausbekommen: Sparen und Anlegen lohnt sich besonders für Kinder. Foto: Westend61/Picture Alliance/Franci Leoncio
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Die geplante Frühstart-Rente der Bundesregierung ist gut gemeint, bleibt aber ein Tropfen auf dem heißen Stein. Statt Familien mit kleinen Zuschüssen zu unterstützen, sollte der Staat ihnen endlich die Freiheit geben, selbst vorzusorgen – durch Steuerentlastungen.

60, 70 Jahre lang einen moderaten Betrag einzahlen, dann ist die Rente gesichert: Was Versicherungsmathematiker schon lange predigen, ist immer noch nicht Alltag. Schon mit moderaten Geldbeträgen, die jahrzehntelang am Aktienmarkt investiert werden, können Eltern und Großeltern für den Nachwuchs vorsorgen und ihm eine finanziell sorgenfreie Rentenzeit ermöglichen.

Um künftig alle Kinder in den Genuss solcher Vorausplanung kommen zu lassen, will die Bundesregierung im neuen Jahr die Frühstart-Rente einführen. Zehn Euro vom Staat pro Monat in ein Depot – so einfach soll es gehen. Es wäre ja nur zu wünschen, dass mehr Deutsche schon früh finanzielle Bildung erhalten und Erfahrungen am Aktien- und Anleihenmarkt sammeln. Und es ist richtig, wenn der Staat auf den langfristig wachsenden Markt setzt – statt auf teure Produkte wie die Riester-Rente, die vor allem Versicherungsmakler finanziell saniert haben dürfte.

Doch für Eltern hört der finanzielle Vorsorge-Aufwand mit den zehn Euro pro Monat und Kind, die der Staat für die Frühstart-Rente gibt, ja nicht auf. Erstens braucht der Nachwuchs für eine sorgenfreie Rente wohl mehr als zehn Euro, die angespart werden müssen. Eltern sollten also aus eigener Tasche noch mal einiges an Geld drauflegen.

Und dann kosten Kinder ja auch vorher schon Geld. Ein Führerschein ist sehr teuer geworden, aber auf dem Land ist er immer noch ein Ticket in die Unabhängigkeit. Und studieren wollen die Kinder ja womöglich auch noch, und aufs Bafög dürfen dabei die wenigsten hoffen.

Wie wäre es also damit, Eltern viel stärker beim Sparen für ihre Kinder zu unterstützen? Nicht durch Zuschüsse und Prämien, sondern durch Steuerentlastungen. Es wäre sinnvoll, wenn Eltern Rückstellungen oder Direktüberweisungen etwa für Studium und Führerschein von der Steuer absetzen könnten. 

Staatliche Zuschüsse sind zwar nett, aber auch ein Almosen. Einem freiheitlichen Staat stünde es viel besser zu Gesicht, seinen Bürgern das Geld gar nicht erst abzunehmen. Der Fiskus hat zwar Rekordschulden, aber auch Rekordeinnahmen. Es ist Zeit für gute Vorsätze: Steuersenkungen! Der Sparaufwand, den die finanziell gebeutelten Familien betreiben müssen, wäre dafür ein guter Anfang.

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