Feuerwerksverkauf startet Niederländer stürmen Märkte in Bunde
Der Feuerwerksverkauf in Bunde lockt zahlreiche Niederländer an. Die Nachfrage ist groß, die Parkplätze sind voll – und die Jugendfeuerwehr profitiert.
Bunde – Das befürchtete Verkehrschaos zum Start des Feuerwerksverkaufs am Montag, 29. Dezember 2025, ist in Bunde ausgeblieben. Wie die Polizeiinspektion Leer-Emden auf Nachfrage unserer Redaktion mitteilte, gab es bis zum Nachmittag keine nennenswerten Störungen auf den Straßen. Dennoch zog es auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Niederländer in die grenznahen Supermärkte. Die Parkplätze bei Lidl und Aldi an der Neuschanzer Straße waren bis auf den letzten Platz gefüllt, und auch in Leer platzten die Parkflächen mancher Märkte aus allen Nähten. Vor den Eingängen in Bunde bildeten sich lange Schlangen.
Laut einer aktuellen Umfrage des TÜV-Verbands plant rund jeder fünfte Deutsche (22 Prozent), zum Jahreswechsel privates Feuerwerk zu zünden. Drei Viertel (74 Prozent) wollen hingegen auf Raketen, Böller und Fontänen verzichten. „Es ist eine Minderheit, die zu Silvester privat böllert, Raketen abschießt oder andere Feuerwerkskörper zündet“, betont Joachim Bühler, Geschäftsführer des TÜV-Verbands. Besonders beliebt ist das Feuerwerk bei den Jüngeren: 43 Prozent der 18- bis 29-Jährigen und 39 Prozent der 30- bis 39-Jährigen wollen Silvester nicht ohne Knall und Lichterglanz feiern.
Es noch einmal richtig krachen lassen
Fast schon zur festen Gewohnheit ist es geworden, dass sich viele Niederländer im Rheiderland und anderen Teilen Ostfrieslands mit Feuerwerk eindecken. „Es ist auf dieser Seite der Grenze viel, viel billiger und auch das Angebot ist deutlich größer“, erklärt Egmar Koning aus Groningen. Er kauft für sich und seine Familie ein, will aber in den nächsten Tagen für Freunde zurückkehren. „Mehr als 25 Kilo Feuerwerk darf ich ja nicht im Auto transportieren“, weiß er. Rund 400 Euro hat er bereits für Böller, Raketen und Batterien ausgegeben.
Auch Dangels Jhones und seine beiden Begleiter haben zwischen 300 und 400 Euro für Feuerwerk investiert. Sie wollen es noch einmal richtig krachen lassen, bevor im kommenden Jahr das Verbot für privates Feuerwerk in den Niederlanden in Kraft tritt. „Wie man so viel Geld für Böller ausgeben kann, verstehe ich nicht“, sagt Tabitha, die mit Feuerwerk wenig anfangen kann. Während sie im Auto wartet, laden ihre Söhne den Kofferraum voll – 150 und etwa 80 Euro haben die beiden in Knallkörper investiert. „Selbst verdientes Geld“, betont ihre Mutter.
Bei Niederländern sitzt das Geld lockerer
Die pyrotechnische Industrie rechnet in diesem Jahr mit einem Umsatzplus von 10 bis 15 Prozent. 2024 lag der Umsatz laut Verband der pyrotechnischen Industrie (VPI) bei 197 Millionen Euro (2023: 180 Millionen). Besonders gefragt sind „visuell effektvolles Leuchtfeuerwerk, vor allem Verbundfeuerwerke oder Feuerwerksbatterien“, die inzwischen mehr als die Hälfte des Branchenumsatzes ausmachen.
Auch bei Feuerwerk Bunde im Gewerbegebiet herrschte reger Betrieb. Bereits ab sechs Uhr morgens konnten die ersten Kunden einkaufen. „Bei uns ist ein bisschen mehr los als im vergangenen Jahr“, berichtet Chefin Iris Borgener. Der befürchtete Ansturm, ausgelöst durch das bevorstehende Feuerwerksverbot in den Niederlanden, blieb jedoch bislang aus. Die meisten Kunden kommen weiterhin aus den Niederlanden. „Bei denen sitzt auch das Geld lockerer. Die haben richtig Bock auf Böller.“ Zwischen 200 und 300 Euro ließen sich die Nachbarn das Silvesterspektakel kosten, bei den Deutschen seien es eher zwischen 30 und 40 Euro.
Feuerwerk nur an Silvester und Neujahr erlaubt
Von dem Andrang profitieren auch die Jugendfeuerwehren der Gemeinde Bunde. Direkt hinter dem Eingang begrüßen René, Mendy und Marnix Vrieze die Besucher mit einer Tombola. Neben Sofortgewinnen gibt es die Chance auf große Silvesterpakete, die noch vor dem Jahreswechsel verlost werden. Der Erlös kommt dem Feuerwehrnachwuchs zugute.
Das Abbrennen von Feuerwerk ist grundsätzlich nur an Silvester und Neujahr erlaubt. In vielen Städten darf zudem erst ab 18 Uhr bis zum Morgen des 1. Januar geböllert werden. Laut Sprengstoffgesetz ist das Zünden von Feuerwerk in der Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altenheimen sowie besonders brandgefährdeten Gebäuden generell untersagt.
Mit Material von DPA