Risse 2025 weniger Wolfsangriffe in Ostfriesland
Vor allem Schafe wurden im Jahr 2025 Opfer von Wölfen. Bei einem Fall ging es um ein Pferd, war hier auch ein Wolf verantwortlich?
Ostfriesland - 12, 6 und 41: Das sind die prägenden Zahlen für 2025. Zumindest, wenn es um den Wolf geht. Laut einer statistischen Erhebung des Landes Niedersachsen gab es zwischen dem 1. Januar und dem 11. Dezember insgesamt 12 Fälle, in denen Nutztiere von Wölfen gerissen oder verletzt worden sind. Sechs Tiere wurden dabei verletzt, 41 Tiere getötet. In einem weiteren Fall ist noch nicht klar, ob es ein Wolf war.
Das ist der jüngste Vorfall in der Liste und wäre der 13. Wolfsangriff im ablaufenden Jahr: Am 11. Dezember wurde in der Gemeinde Hinte ein Pferd verletzt. Es wird noch untersucht, ob dahinter ein Wolf steckte oder nicht.
Verletztes Pferd in Hinte: War es ein Wolf?
Es wäre in Hinte nicht das erste Mal, dass sich ein Wolf an einem Pferd versucht. Sowohl 2023 als auch 2024 gab es das, ein Pony wurde dabei getötet, mehrere Pferde zum Teil schwer verletzt. Die Fälle in den beiden Jahren ereigneten sich alle am gleichen Hof.
In der Regel werden in Ostfriesland aber vor allem Schafe und Rinder das Ziel von umherziehenden oder niedergelassenen Wölfen. Der schwerste Riss des Jahres traf eine Schafsherde Anfang August in Friedeburg im Landkreis Wittmund. 13 Schafe wurden getötet oder mussten eingeschläfert werden. Der Verursacher: GW3824m, so die offizielle Bezeichnung des Wolfes. Dieser kommt ursprünglich aus einem belgischen Rudel – er lebte auch einige Zeit auf Norderney.
Belgischer Wolfsrüde GW3824m reißt mehr als ein Dutzend Schafe
Es waren nicht die einzigen Risse innerhalb kürzerer Zeit, die auf das Konto von GW3824m gingen. Daher beantragte der Landkreis Wittmund eine „Entnahme“ des Wolfes im Schnellverfahren. Die erteilte Genehmigung für den Wolfsabschuss hatte aber nur kurz Bestand: Zunächst kassierte das Verwaltungsgericht Oldenburg die Genehmigung, dann das Oberverwaltungsgericht Lüneburg.
Im Vergleich zum Jahr 2024 war das nun beendete Wolfsjahr für ganz Ostfriesland gesehen aber sehr ruhig. 2024 gab es allein im Leeraner Bereich mehr Wolfsrisse als jetzt in der gesamten Region. Verantwortlich damals: die Wölfin GW4075f. Die Wölfin allein wurde 2024 bei 14 Vorfällen über DNA-Proben nachgewiesen. Daraufhin versuchte auch der Landkreis Leer wie nun Wittmund einen Schnellabschuss des Tieres. Dieser wurde vom Verwaltungsgericht Oldenburg wieder aufgehoben. Geklagt hatten damals Wolfsschutzverbände – wie auch dieses Jahr in Wittmund. Ein Ende hat die Riss-Serie der Wölfin dennoch gefunden: Im Dezember 2024 wurde das Tier in Hatten/Sandkrug (Landkreis Oldenburg) überfahren.