Osnabrück Sport-Highlights 2025: Das waren die Osnabrücker Gesichter und Clubs des Jahres
Einzigartige Sportmomente und große Erfolge: Dafür haben viele Osnabrücker Athleten im Jahr 2025 gesorgt und damit zahlreiche Menschen begeistert. Ein Sportler, ein Team und ein Verein aus der Region stechen dabei besonders hervor, die das Sportjahr mit ihren Leistungen bereichert haben.
Es lief gut in diesem Jahr, sogar sehr gut für Florian Kroll – vor allem im Sommer auf der Tartanbahn lief er gefühlt immer schneller. Aber bereits im Winter bei den Deutschen Hallen-Meisterschaften der Leichtathletik hatte der Langsprinter der LG Osnabrück für Furore gesorgt: In Dortmund gewann er Mitte Februar den Deutschen Meistertitel (47,15 Sekunden), als allererster 400-Meter-Sprinter der Stadt.
Und das, obwohl er sich auf der Hälfte der Strecke einen Muskelfaserriss zugezogen hatte. Eine sportfreie Zeit, die Ende April nochmals drei Monate anhielt: wieder ein Muskelfaserriss, dieses Mal geschehen im Trainingslager des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) in La Palma. Verletzungspausen, aus denen der 21-Jährige noch schneller und besser herauskommen sollte.
Bei seinem Comeback im Juli hatte der Osnabrücker Sprinter direkt zweimal etwas zu feiern: Silber bei den Deutschen U23-Meisterschaften (46,35 Sekunden) in Ulm und Bronze mit der 4x400-Meter-Staffel des DLV bei der U23-Europameisterschaft in Norwegen. Und auch der Monat August hielt erfreuliche Nachrichten für Kroll und seinen Trainer Anton Siemer bereit. Beim Multisportevent „Die Finals“ in Dresden lief er über die 400 Meter zur Bronzemedaille (46,22 Sekunden).
Starke Erfolge und neue Bestzeiten, die ihn auf das Radar des Bundestrainers brachten – und Ende August mit der Berufung in den deutschen Bundeskader für die Weltmeisterschaft in Tokio (13. bis 21. September) mündeten. Eine Entscheidung, die ihm zusätzliche Motivation verliehen zu haben schien. Denn im Vorbereitungslauf in Göttingen stellte der Athlet der LG Osnabrück eine neue Saisonbestleistung (46,13 Sekunden) auf.
Obwohl Kroll in diesem Lauf schneller als seine Kollegen gelaufen ist, sollte er bei der WM nicht zum Einsatz kommen. Im Finale wäre der 21-Jährige ein heißer Kandidat für einen Startplatz gewesen, doch die deutsche 4×400-Meter-Mixed-Staffel schied bereits vorher aus. Ein kleiner Wermutstropfen und gleichzeitig eine von vielen wertvollen Erfahrungen, die das Jahr 2025 für Kroll dennoch zu einem erfolgreichen machen und ihn für 2026 anspornen werden.
Sie haben in diesem Jahr im und außerhalb des Ruderbootes viel gemeinsam erlebt und mehrmals zusammen Erfolge gefeiert: 2025 bleibt für Pia Greiten aus Bissendorf und Frauke Hundeling aus Bramsche in mehrfacher Hinsicht ein ganz besonderes Jahr – mit vielen Titeln auf dem Wasser und einer anfänglich neuen Teamstruktur im Boot. Denn das Osnabrücker Duo ging im deutschen Frauen-Doppelvierer bei ihrem ersten großen Highlight der Saison Anfang Juni neu formiert ins Rennen.
Gemeinsam mit Sarah Wibberenz (RC Havel Brandenburg) und Lisa Gutfleisch (Heidelberger RK) ruderte das Team um Schlagfrau Greiten bei der Europameisterschaft im südbulgarischen Plowdiw zu Silber. Mit diesem guten Gefühl und in gleicher Mannschaftsstärke verteidigten die deutschen Ruderfrauen vier Wochen später ihren Titel als Gesamtweltcupsieger: In Luzern fuhr das Quartett zu Gold. Die oben bereits beschriebene Aufgabenverteilung sollte sich allerdings Anfang August bei dem Multisportevent „Die Finals” in Dresden ändern, in einem neu zusammengewürfelten Nationalachter und mit einem Osnabrücker Rollentausch: Greiten nahm dieses Mal hinter Schlagfrau Hundeling Platz, zusammen gewannen sie die Goldmedaille.
War diese Saison zu dem Zeitpunkt ohnehin schon erfolgreich verlaufen, waren die beiden Sportlerinnen nur wenig später umso gewillter, beim wichtigsten Wettkampf des Jahres auf das Podium zu rudern und sich erstmals den Traum von einer Medaille bei einer Weltmeisterschaft zu erfüllen. Nun wieder mit der Bissendorferin auf der Position als Schlagfrau sicherte sich der deutsche Frauen-Doppelvierer Ende September in Shanghai Bronze. „Es war eine der erfolgreichsten Saisons, die ich je hatte”, erklärt Greiten, die Anfang November noch zur neuen Präsidentin des Verbandes Athleten Deutschland und zur Vorsitzenden der Athleten-Kommission im DOSB gewählt wurde, auf ihrem Instagramaccount.
Einer der Vereine mit den höchsten emotionalen Ausschlägen im Jahr 2025 war in der Region Osnabrück sicher der BBC Osnabrück. Die Zweitliga-Basketballer, im ersten Kalender-Halbjahr noch trainiert von Urgestein Jörg Scherz, erreichten das Final-Four-Turnier der 2. DBBL. Der ganze Club richtete das Turnier gar selbst aus – und erntete viel Lob für die Organisation.
Sportlich ging das Finale mit 50:54 zwar gegen den VfL Bochum verloren, der BBC holte somit ‚nur‘ Silber. Doch auch das war sportlich ein großer Erfolg, der sogar zum Aufstieg in die erste Bundesliga berechtigt hätte. Doch der BBC verzichtete – aus strukturell-finanziellen Gründen.
Es folgte der Rücktritt von Jörg Scherz als hauptverantwortlicher Trainer, der früher in Bad Essen aktive Radion Gross übernahm. Und der Trainer-Newcomer bestätigte die Leistung seines Vorgängers aus der vergangenen Saison: Mit Stand von Mitte Dezember standen die BBC-Frauen exakt so erfolgreich da (9:2 Siege) wie zum gleichen Zeitpunkt im vergangenen Jahr. Und das trotz prominenter Abgänge wie denen von Antonia Kraushaar (nach Freiburg) und Sarah Nocke (Denver/USA). Dafür sind nun die Rückkehrerinnen Emily Enochs und Melina Hagenhoff (ehem. Knopp) Teil des Teams – und des Vereins des Jahres.