Knödel, Kartoffelsalat und Co.  So schmeckt unser Weihnachten

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| 25.12.2025 12:04 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 6 Minuten
Kartoffelsalat und Würstchen – ein Weihnachtsklassiker. Foto: Heiko Rebsch/DPA
Kartoffelsalat und Würstchen – ein Weihnachtsklassiker. Foto: Heiko Rebsch/DPA
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Was kommt bei euch an Heiligabend oder Weihnachten auf den Tisch? Das verraten hier Kolleginnen und Kollegen unserer Redaktion.

Ostfriesland - Was kommt an Heiligabend und Weihnachten auf den Tisch? Über diese Frage hat sich schon manche Familie ganz fürchterlich zerstritten. Soll es der klassische Weihnachtsbraten sein? Oder lieber ganz unkompliziert Kartoffelsalat mit Würstchen? Was wird genascht, was getrunken? Welcher Geschmack macht Weihnachten erst zu einem richtigen Weihnachten? Hier gibt die Redaktion Einblicke in das, was an den Feiertagen serviert wird – oder auch nicht, wenn etwas schiefläuft.

Rouladen und Minzschokolade

Von Daniel Noglik

Weihnachten schmeckt für mich nach den Rouladen meiner Mutter. Wann genau die auf den Tisch kommen, ist aber immer unterschiedlich: Mal gibt es sie an Heiligabend, mal an einem der beiden Feiertage. Sicher ist nur: Irgendwann im Advent werden Rindfleisch, Gürkchen und Speck auf jeden Fall zusammengerollt. Dazu gibt es Knödel. Ganz wichtig: in zweierlei Variationen. Ein Teil der Familie schwört auf die Standard-Kartoffelknödel, der andere Teil – zu dem auch ich gehöre – auf Semmelknödel. Rotkohl und eine kräftige Sauce binden das Gericht ab. Perfekte Weihnachten.

In Ermangelung eines Fotos der Rouladen von Daniel Nogliks Mutter gibt es hier ein Symbolbild. Foto: Pixabay
In Ermangelung eines Fotos der Rouladen von Daniel Nogliks Mutter gibt es hier ein Symbolbild. Foto: Pixabay

Ein weiterer Geschmack, den ich fast nur mit Weihnachten verbinde, ist die Kombination aus Minze und Schokolade. Ja, es geht um „After Eight“. Meine Oma ist die einzige Person, die mir Jahr für Jahr zu Weihnachten einen Nikolaus aus Minzschokolade schenkt – und zwar nur mir. Irgendwann hat sich das so eingebürgert und niemand weiß mehr, warum und wann genau. Trotzdem freue ich mich jedes Jahr auf meinen besonderen Nikolaus. Und geteilt wird der nicht.

Weihnachten bitte mit – Hühnersuppe!

Von Kristina Groeneveld

Die selbst gemachte Hühnersuppe bei Groenevelds ist für Kristina der Höhepunkt des Weihnachtsessens – und wird auch schon mal fotografiert. Foto: Kristina Groeneveld
Die selbst gemachte Hühnersuppe bei Groenevelds ist für Kristina der Höhepunkt des Weihnachtsessens – und wird auch schon mal fotografiert. Foto: Kristina Groeneveld
Für mich gehört Mamas Hühnersuppe zum Weihnachtsfest. Jedes Jahr, seitdem ich denken kann, gibt’s an Weihnachten drei Gänge – und der erste Gang ist immer selbst gemachte Hühnersuppe. Manche freuen sich an den Feiertagen auf einen köstlichen Braten, manche auf Geschenke. Ich freue mich auf Mamas Suppe: Die kleinen Nudeln, der feine Eierstich, die klare Bühne und die köstlichen Fleischstückchen können in meinen Augen nicht überboten werden. Und aus diesem Grund gönne ich mir beim Weihnachtsschmaus mittlerweile auch immer zwei Portionen Suppe – und verzichte dafür auf ein großes Stück Fleisch beim Hauptgang.

Ein Krabbencocktail, der nie auf den Tisch kam

Von Melanie Hanz

Kater Peter ist schon lange tot – doch jedes Jahr an Heiligabend erinnern wir uns beim Weihnachtsessen daran, wie er den ganzen Granat aufgefressen hat. Foto: Melanie Hanz
Kater Peter ist schon lange tot – doch jedes Jahr an Heiligabend erinnern wir uns beim Weihnachtsessen daran, wie er den ganzen Granat aufgefressen hat. Foto: Melanie Hanz
Anderswo gibt es an Heiligabend Würstchen und Kartoffelsalat oder Raclette oder irgendetwas anderes, was schnell geht und einfach zubereitet ist. In meiner Familie gibt es an Heiligabend traditionell ein aufwendiges Festmahl in mehreren Gängen. Was dann auf den Tisch kommt, wird zuvor wochenlang beraten – denn jeder und jede darf sich einbringen, und zwar auch ganz praktisch bei der Zubereitung.

Vor vielen vielen Jahren, als wir Töchter alle noch Schulkinder waren, gab es einen Gang, auf den wir uns alle gefreut hatten – doch er hat es nicht auf die Festtafel geschafft. Meine Mutter hatte als Vorspeise Krabbencocktail geplant, die typische 70er Jahre-Version mit Granat in selbst angerührter Cocktailsauce, Dosen-Mandarinen und Sahnehaube. Den aufgetauten Granat hatte meine Mutter in einem Sieb in der Spüle stehen, als wir alle zur Christvesper aufbrachen. Jede von uns Töchtern hatte vorab ein paar Nordseegarnelen pur verkosten dürfen – zur Steigerung der Vorfreude.

Doch dabei blieb es an diesem Abend: Als wir aus der Kirche heimkamen, stand der Kater mit beiden Vorderbeinen im Granat und hatte schon den größten Teil verputzt. Den Schrei meiner Mutter werde ich nie vergessen! Granat hat es in all den Jahren seitdem nicht mehr in die Menüfolge geschafft. Aber die Erinnerung an diesen Heiligabend, als der Katzen-Peter die ganzen Krabben gefressen hat – die kommt jedes Jahr wieder auf den Tisch.

Würstchen als Festessen?

Von Stephanie Tomé

Als ich noch ein Kind war, gab es an Heiligabend bei uns immer Kartoffelsalat und Würstchen. Alle Jahre wieder. Ich mochte das Essen, aber festlich fühlte es sich für mich nie an. Heute, mit meiner eigenen Familie, darf es für mich an Weihnachten ruhig etwas feierlicher sein. Seit einigen Jahren haben wir unsere eigene Tradition. Es gibt Rouladen – allerdings nicht klassisch gerollt, sondern in geschnetzelter Form. Das soll, so heißt es in dem Rezept, vor allem für Kinder besser zu essen sein. Außerdem lässt sich das Gericht herrlich mit den Salzkartoffeln vermischen, die es dazu gibt.

Gekocht wird der Rouladentopf schon an einem der Adventssonntage vor Weihnachten, gleich in doppelter Menge. Die eine Portion kommt dann direkt auf den Tisch, die andere wandert in die Tiefkühltruhe und wird an Heiligabend nur noch aufgewärmt. Ganz schön praktisch.

Doch neulich stieg mir wieder der Geruch von heißen Brühwürstchen in die Nase. Und plötzlich war sie wieder da, diese Erinnerung an früher, an Weihnachten mit meinen Eltern und an den Kartoffelsalat, den ich damals so wenig festlich fand. Und wer weiß: Vielleicht überdenken wir unsere Tradition im nächsten Jahr noch einmal. Der Rouladentopf schmeckt sicher auch am ersten oder zweiten Weihnachtstag.

Weihnachtsglück zum Knuspern

Von Carmen Leonhard

Meine Familie ist ganz klar Team Kartoffelsalat und Würstchen. Den Kartoffelsalat macht mein Papa nach seinem Spezialrezept, für die Würstchen nehmen wir seit Jahrzehnten eine weite Anfahrt in Kauf. Denn es müssen die von dem einen Fleischereibetrieb im Kreis Leer sein, keine anderen. Seit wir Heiligabend nicht mehr im kleinen Kreis besinnlich, sondern fröhlich in größerer Runde feiern, kommt noch köstlicher Backschinken hinzu. Zubereitet ausgerechnet von der einzigen Vegetarierin der Runde. Sie kann es einfach.

Er heißt zwar Neujahrskuchen, kommt bei den Leonhards aber immer schon Heiligabend auf den Tisch. Foto: Kosima Leonhard
Er heißt zwar Neujahrskuchen, kommt bei den Leonhards aber immer schon Heiligabend auf den Tisch. Foto: Kosima Leonhard

So lecker das alles auch ist: Der große Moment naht für mich erst, wenn die herzhaften Speisen abgeräumt sind. Dann nämlich schlägt die große Stunde des Gebäcks, mit dessen Duft ich schöne Erinnerungen an die Heiligabende meiner Kindheit verbinde. Wenn meine Geschwister und ich die Geschenke ausgepackt hatten, wenn der neue Pullover anprobiert und die ersten Lego-Steine verbaut waren, war Zeit für eine kleine Pause auf dem Sofa. Da wartete auf dem Mahagoni-Tisch die Kristallglas-Schale mit den Neujahrskuchen. Hauchzart und knusprig gebacken, mit wunderbar duftender Anis-Note, dazu frisch aufgeschlagene Sahne – das machte mein Weihnachtsglück perfekt. Und so ist es noch heute. Heiligabend gibt es den ersten Neujahrskuchen der Saison, heute gebacken von meiner Schwester und ihrem Mann. Glück in Knusperform.

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