Weihnachtstradition Nachbarn packen an, damit Jennelt erstrahlt
In Jennelt werden zur Weihnachtszeit Lichterketten von Haus zu Haus gespannt. Damit das Dorf jedes Jahr aufs Neue erstrahlt, braucht es viel nachbarschaftliches Engagement.
Jennelt - Fährt man aus Richtung Eilsum über die Landesstraße nach Jennelt, könnte man meinen, über den Dächern des kleinen Krummhörner Dorfes schwebten Tausende kleine Glühwürmchen.
Hinter dem glitzernden Spektakel stecken viele Lichterketten und noch mehr nachbarschaftliches Engagement. Denn jedes Jahr rund um die Weihnachtszeit spannen die Nachbarn im Neubaugebiet von Jennelt lange Lichterketten von Haus zu Haus.
Wie eine Nachbarschafts-Idee Jennelt in ein Lichtermeer verwandelte
Angefangen hat alles vor rund vier Jahren mit einer Idee von Anwohner Johannes Booken. Mit seinem Haus habe es angefangen, aus gutem Grund: „Ich liebe einfach die Lichter in der Weihnachtszeit, das war schon immer so“, sagt er. Diese Lichter und die festliche Stimmung wollte er auch gerne nach Jennelt bringen. „Anfangs waren es nur etwa zehn Häuser in dem Neubaugebiet, dann haben immer mehr Leute dort gebaut“, so Booken.
Der junge Familienvater überlegte sich, dass doch vielleicht auch die neuen Nachbarn daran Freude hätten, wenn das Dorf im Dunkeln hell erstrahlt. „Mittlerweile machen alle Nachbarn mit“, freut sich Booken. „Wir treffen uns immer am Samstag vor dem Totensonntag“, sagt er. Der Aufbau nehme meist drei bis vier Stunden in Anspruch. „Man wird ja über die Jahre routiniert“, so Booken mit einem Lachen. Verbaut werden Lichterketten mit einer Gesamtlänge von mehr als 1000 Metern.
Lichterglanz lockt Besucher aus dem Umland nach Jennelt
Der Aufwand lohnt sich, findet Booken: „Besonders für die Kinder ist es alle Jahre toll, die vielen Lichter zu sehen.“ Die Jennelter merkten auch, dass, sobald die Lichter hängen, viel mehr Verkehr vorbeikomme als sonst. Nicht nur die Krummhörner selbst, sondern auch Menschen aus Hinte oder Emden würden vorbeifahren, um die Lichter zu bestaunen.
Die Lichterketten funktionieren mit einer Zeitschalte. „Dann muss nicht jeder auf den Dachboden kriechen, um die Lichter anzuschalten“, so der Jennelter. Die Lichter gehen dann an, wenn sie am besten zu sehen sind. Immer nachmittags, sobald es dunkel wird – ab 15.30 Uhr geht es los. Dann erleuchten die Lichterketten das Dorf bis etwa 23 Uhr, bevor sie sich automatisch abschalten. Morgens gehen sie dann wieder um 5 Uhr an und leuchten bis 8.30 Uhr, wenn es langsam wieder hell wird.
Lichter für Pendler und Schulkinder
Bei den Uhrzeiten haben sich die Jennelter Gedanken gemacht, besonders am Morgen: Menschen, die morgens früh zur Arbeit fahren, zum Beispiel zum VW-Werk in Emden, sollen genauso ihre Freude an den Lichtern haben wie Schulkinder, die etwas später aus dem Haus müssen, erklärt Booken.
So ist das Lichterprojekt in Jennelt längst mehr als nur eine festliche Dekoration – es ist ein gemeinsames Zeichen dafür, wie aus einer einfachen Idee ein lebendiges Miteinander entstehen kann.