U35 – die Kolumne So kriegen alte Lieder einen neuen Anstrich
Musiker Tom Petty ist seit acht Jahren tot. Doch kürzlich wurde einer seiner Songs über Nacht deutlich bekannter. Und das hat mit einem Videospiel zutun, schreibt unser Kolumnist.
„Grand Theft Auto VI“ wird Rekorde brechen. Darüber sind sich Fans und Medien einig. Als der Vorgänger des Videospiels – „GTA V“ – 2013 veröffentlicht wurde, gab es einen massiven Ansturm auf das Spiel. Es wurde zum meistverkauften Videospiel in einer Zeitspanne von 24 Stunden. Rund 815 Millionen US-Dollar machte es am ersten Tag. Nun gibt es nach 13 Jahren Wartezeit im kommenden November den heiß ersehnten Nachfolger – hoffentlich.
Gut zwei Jahre ist es jetzt her, dass das Entwicklerstudio „GTA VI“ offiziell angekündigt hat. Den Trailer haben zum aktuellen Zeitpunkt mehr als 270 Millionen Menschen auf Youtube gesehen. Bereits die erste Szene lässt einen quasi schon sagen: „Miami, baby.“ Dafür sorgt aber nicht nur das Setting, sondern auch das markante und treibende Gitarrenriff von „Love is a Long Road“. Der Song von Tom Petty ist nicht neu – er wurde 1989 herausgebracht – doch nun wird er einer ganz neuen Generation offenbart. Dazu zähle auch ich.
Der erste Trailer hat nicht nur die Vorfreude auf „Grand Theft Auto VI“ auf sein Maximum getrieben, sondern auch die Streaming-Zahlen von „Love is a Long Road“. Auf Youtube etwa hatte der Song vor dem Dezember 2023 etwa 800.000 Klicks. Einen Monat später dann fast sechs Millionen. Auch bei mir und meinen Freunden ist das Lied in der Favoriten-Playlist gelandet. Tom Petty ist bereits 2017 verstorben. Er hat sich bei mir aber schon unsterblich gemacht.
Einen neuen Anstrich kriegen ältere Songs aber nicht nur durch Videospiele. „Out Of The Dark“ von Musiklegende Falco wurde 2024 von Rapper RAF Camora neu interpretiert. Man mag sich darüber streiten, ob das nötig gewesen wäre. Der Song ist auch ohne neues Cover ein Stück Musikgeschichte, finde ich. Allerdings ist Falco bereits seit mehr als 25 Jahren tot. Und Fakt ist: Gerade die jüngere Generation hatte vor RAF Camora nur wenig Berührungspunkte mit Falco.
Meine Mutter hat mir schon als Kind Boney M, AC/DC, Scorpions, ABBA oder Phil Collins gezeigt. Aber was wäre, wenn nicht?