Silvester Böller-Touris aus den Niederlanden – Kontrollen und Regeln
2026/27 ist privates Feuerwerk in den Niederlanden verboten. Aber schon jetzt gelten Regeln und es wird kontrolliert. Wir fassen zusammen, was die Nachbarn dürfen und was nicht.
Rheiderland/Niederlande - In diesem Jahr feiern die Niederlande das letzte Silvester mit privatem Feuerwerk: 2026/2027 ist damit Schluss, dann greift ein Verbot. Der Beschluss der Ersten Kammer des Parlaments ist eine Reaktion auf die eskalierende Gewalt an Silvester, erklärt unter anderem der Deutschlandfunk. Es kam immer wieder unter anderem zu schweren Angriffen auf Polizisten und Rettungskräfte mit Feuerwerkskörpern.
In diesem Jahr dürfen die Niederländer es aber noch krachen lassen. Händler im Grenzgebiet stellen sich wieder auf eine Flut von Böller-Einkäufern aus dem Nachbarland ein. „Wie jedes Jahr kaufen die Niederländer sämtliche Silvesterartikel in den Geschäften Leer, Weener und Bunde leer“, die Fahrzeuge seien bis unters Dach damit bestückt. „Werden sie überprüft?“, schreibt ein Leser.
Eine Frage, die häufiger gestellt wird. Wir fassen zusammen, welche Regeln schon jetzt gelten – auch vor dem Böllerverbot.
Auto voll mit Böllern: Regeln und Kontrollen
Ja, es gibt Regeln: Die Niederländische Regierung, die „Rijksoverheid“ erklärt genau, worauf Niederländerinnen und Niederländer achten müssen, wenn sie Feuerwerk im Ausland kaufen. Man darf maximal 25 Kilogramm Verbraucherfeuerwerk in einem Auto transportieren, schreibt die niederländische Regierung. Es spiele dabei keine Rolle, wie viele Personen mit im Auto sitzen.
Die Regierung warnt: Wenn man verbotene Feuerwerkskörper aus dem Ausland in die Niederlande transportiert, werden die beschlagnahmt und man muss zusätzlich mit einer Geldstrafe oder sogar Freiheitsstrafe rechnen.
Zum Jahreswechsel im vergangenen Jahr waren im Vorfeld bereits über 80 Tonnen illegale Böller und Raketen beschlagnahmt worden. Das ging aus einer Statistik der Justizbehörden (Openbaar Ministerie) hervor. Im Jahr 2023 waren es insgesamt rund 79 Tonnen und im Jahr 2022 mehr als 110 Tonnen.
Beim Feuerwerksverkauf am Samstag, 28. Dezember 2024, gab es in Teilen des Rheiderlands ein Verkehrschaos: Auf der Autobahn 280 staute sich der Verkehr an der deutsch-niederländischen Grenze zum Teil auf einigen Kilometern. „Spätestens an der Ausfahrt Bunde-West, der ersten auf deutschem Gebiet, ging dann nichts mehr“, sagte ein Polizeisprecher seinerzeit. Die Leeraner Polizei habe zwischendurch überlegen müssen, die Ausfahrt Bunde-West zu sperren. Verschärft hatte sich die Situation dadurch, dass die niederländische Polizei mobile Kontrollstellen aufgebaut hatte. Die Polizei führt verstärkte Kontrollen in den Grenzgebieten durch, heißt es auch aktuell von der Regierung.
Niederländische Regierung zu Feuerwerk aus dem Ausland
Einführen darf man die Feuerwerkskörper nur an den Verkaufstagen, die in den Niederlanden gelten – das sind in der Regel drei Tage vor Neujahr. Nicht die einzige Regel, die man in den Niederlanden in Sachen Feuerwerk beachten muss. Sie müssen entsprechend gekennzeichnet sein. Für den Kauf von Feuerwerkskörpern muss man mindestens zwölf Jahre (Wunderkerzen zum Beispiel) oder 16 Jahre (Bodenkreisel zum Beispiel) alt sein. Ab zwölf darf man beispielsweise Tischfeuerwerk kaufen und zünden. Abstand: mindestens ein Meter. Ab 16 Jahren sind Batterien oder Bodenkreisel erlaubt. Diese müssen im Freien gezündet werden, Abstand zwischen dem Zünder und Unbeteiligten sollte dabei acht Meter betragen, so die Regierung.
Seit 2020 gelte außerdem ein Feuerwerksverbot für einige Feuerwerksprodukte, die viele Verletzungen und Lärmbelästigungen verursachen. Die Regierung habe sich für diese Maßnahmen auf Anraten des niederländischen Sicherheitsausschusses (OVV) entschieden, heißt es weiter. Für alle Regeln rund um Feuerwerkskörper gilt: Wer sie bricht, kassiert im Nachbarland mindestens eine Geldstrafe von 100 Euro, schreibt die Regierung. Außerdem gibt es eine Eintragung im Strafregister. Je nach Art des Feuerwerksverstoßes können die Geldstrafen oder Sanktionen deutlich höher ausfallen, heißt es weiter.