Klimaschutz  Hesel auf dem Weg zur Energiewende

Jasmin Oltmanns
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Von Jasmin Oltmanns
| 22.12.2025 09:01 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Im Samtgemeinderat war der Klimaschutz Thema. Symbolbild: Klaus Ortgies/ Archiv
Im Samtgemeinderat war der Klimaschutz Thema. Symbolbild: Klaus Ortgies/ Archiv
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Die Samtgemeinde Hesel senkt Emissionen und baut Windenergie aus. Doch bei Wärmeversorgung und Mobilität bleibt der Weg zur Klimaneutralität eine Herausforderung.

Hesel - „Der Klimawandel wirkt sich auf unsere Lebensqualität, die Wirtschaft und vieles mehr aus“, sagte der Klimaschutzmanager der Samtgemeinde Hesel, Michael Tunder, in der letzten Sitzung des Samtgemeinderates in diesem Jahr. In dem aktuellen Klimabericht zeigt sich, wie weit die Kommune bereits beim Thema Klimaschutz gekommen ist – und wo noch Herausforderungen auf dem Weg zur Klimaneutralität liegen.

Mit dem Klimaschutzkonzept, das der Samtgemeinderat 2023 beschlossen hat, wollte Hesel Verantwortung übernehmen – für die Region und für kommende Generationen. „Eine starke politische Grundlage“, nannte der Klimaschutzmanager das ausdrückliche Bekenntnis der Samtgemeinde zum Pariser Klimaabkommen. Um die Ziele einhalten zu können, müsse allerdings noch viel gemacht werden.

Gute Entwicklung, viele Herausforderungen

Die Entwicklung, die Hesel in den vergangenen Jahren gemacht hat, sei durchaus gut, aber noch nicht ausreichend. „Die Samtgemeinde hat die Treibhausgasemission um 13 Prozent gesenkt“, führte Tunder aus. Zum Beispiel müssen mehr Kapazitäten für erneuerbare Energien geschaffen werden, so Tunder. Bei dem Ausbau der Windenergie ist er optimistisch, dass die niedersächsischen Ziele nicht nur erfüllt, sondern sogar übertroffen werden können. Bereits 1,27 Prozent der Samtgemeindefläche sind für Windenergieanlagen reserviert. Auch bei der Photovoltaik gehe es voran, ergänzt Tunder.

Doch nicht überall läuft es rund. Die Wärmeversorgung ist noch mehr als 90 Prozent von Gas und Öl abhängig. „Das Tempo beim Heizungstausch muss mindestens verdoppelt werden“, steht im Klimaschutzbericht. Und das gelte nicht nur für private Haushalte, sondern eben auch für kommunale Einrichtungen. Hier gebe es schon erste Sanierungspläne – „aber auch das muss finanziert werden“, merkt der Klimaschutzmanager an.

Wichtige Investition in die Zukunft

Auch bei der Mobilität gibt es Nachholbedarf: Zwar wurden Radwege ausgebaut und neue Fahrradabstellanlagen geschaffen, doch der Anteil an Elektrofahrzeugen ist noch gering. Insgesamt listet der Bericht 42 Maßnahmen auf, manche davon bereits abgeschlossen, einige in Planung und ein paar aufgeschoben. In seinem Fazit betonte Tunder, dass Klimaschutz ohne Förderung von Bund und Land kaum möglich wäre. „Es bleibt eine wichtige Investition in die Zukunft“, sagte er abschließend.

Ein Vorschlag für eine Maßnahme in dem Bericht wurde vom Samtgemeinderat ausführlicher diskutiert – und zwar die Verpflegung in Kindertagesstätten und Schulen. Dabei stellte der Erster Samtgemeinderat Joachim Duin klar, dass es nicht das Ziel der Samtgemeinde sei, nur noch vegetarische oder vegane Verpflegung anzubieten – sondern es eine Option dahingehend geben soll. Johann Aleschus (CDU) bemängelte daraufhin, dass es bei Ausschusssitzungen vegane Optionen angeboten wurde, die nicht als solches gekennzeichnet waren. „Jeder soll essen, was er möchte. Aber das muss doch gekennzeichnet sein“, führte er aus.

Zum Ende der Diskussion meldete sich Thomas Bohlen (CDU) zu Wort: „Wir verwenden sehr viel Energie, zum Beispiel auf die Entwicklung von diesem Klimaschutzbericht. Aber wir haben relativ wenig Einfluss“, sagte Bohlen. Die Verantwortung liege doch eher beim Gewerbe und den Verbrauchern. Es bleibe nur die Leute zu überzeugen, so Tunder. Als Kommune Druck auf Konzerne wie die EWE auszuüben sei nicht möglich. „Da ist nur beschränkt etwas möglich.“

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