Engagement  Das hat der neue Bürgermeister in Emden vor

Mona Hanssen
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Von Mona Hanssen
| 19.12.2025 19:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Gregor Strelow engagiert sich seit Jahren ehrenamtlich für seine Stadt Emden, unter anderem als Ratsherr, Vorsitzender des Bürgervereins Groß Faldern und der Gesellschaft „1820dieKunst“. Jetzt hat er das Amt des Bürgermeisters angenommen. Foto: Klaus Ortgies/Archiv
Gregor Strelow engagiert sich seit Jahren ehrenamtlich für seine Stadt Emden, unter anderem als Ratsherr, Vorsitzender des Bürgervereins Groß Faldern und der Gesellschaft „1820dieKunst“. Jetzt hat er das Amt des Bürgermeisters angenommen. Foto: Klaus Ortgies/Archiv
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Gregor Strelow (SPD) ist neuer Bürgermeister in Emden. Wir haben ihn gefragt, wie es zu seiner Bewerbung für das Ehrenamt kam und worauf er sich nun besonders freut.

Emden - Gregor Strelow, langjähriger SPD-Ratsherr und Ratsvorsitzender in Emden, brennt fürs Ehrenamt: Der 61-Jährige ist nicht nur Vorsitzender im Bürgerverein Groß Faldern, des Freundeskreises Marineschiff Emden und der Gesellschaft „1820dieKunst“, die gemeinsam mit der Stadt das Ostfriesische Landesmuseum betreibt. Er ist seit Kurzem auch Bürgermeister der Stadt. Das ist in Emden kein Hauptamt, weil die kreisfreie Stadt einen Oberbürgermeister, aktuell Tim Kruithoff (parteilos), hat. Diese Besonderheit, die es in Landkreisen ringsumher nicht gibt, ist Auswärtigen, aber auch so manchem Emder offenbar nicht bekannt. Zumindest war unser erster Artikel über die Wahl von Gregor Strelow der meistgelesene an dem Tag. In einschlägigen Facebook-Gruppen machte schon das Gerücht die Runde, dass Kruithoff nicht mehr im Amt sei.

Gregor Strelow wirkt positiv überrascht, dass der Artikel zu seiner Wahl so gut gelesen wurde. Er selbst habe auch viel Zuspruch von Bürgerinnen und Bürgern erhalten, sagt er. „Mal ein neues Gesicht“, habe er gehört. Als Doris Kruse (SPD), die ehemalige Bürgermeisterin neben Andrea Risius (CDU), ihren Wegzug und damit die Aufgabe ihres Ratssitzes und ihres Postens bekannt gegeben hatte, habe er sich in seiner Fraktion als möglichen Nachfolger ins Gespräch gebracht. Das habe auch für die anderen gepasst, sagt er. „Du bist ja kommunikativ“, habe es unter anderem geheißen. Ja, mit dem Reden vor und mit vielen Menschen habe er keine Probleme.

Warum will Gregor Strelow Bürgermeister in Emden sein?

„Engagement für die Stadtgesellschaft – das ist mein Lebensmotto“, erklärt er seinen Antrieb. Seine Motivation wurde nicht nur in seiner Fraktion, sondern auch im Rat gewürdigt. 36 Ratsmitglieder stimmten für ihn, nur drei waren dagegen. Auch das sei für ihn Ansporn und Bestätigung. Seine Aufgabe ist es nun, gemeinsam mit Andrea Risius, die schon seit 2001 Bürgermeisterin ist, beispielsweise Bürgern bei besonderen Geburtstagen den Glückwunsch der Stadt zu überbringen oder den Oberbürgermeister bei Terminen zu vertreten. Das kann eine Schiffstaufe, die Eröffnung des Delft- und Hafenfests oder die Ehrung von Schülern oder Studierenden sein, um nur wenige der Tätigkeiten zu nennen, die in diesem Jahr von den ehrenamtlichen Bürgermeisterinnen im Namen der Stadt ausgeführt wurden.

Das Einspringen für Termine könne auch mal recht kurzfristig nötig sein, weshalb er neben seinem Beruf niemals hätte Bürgermeister sein können, so Strelow. Im Rahmen seiner Altersteilzeit bei VW sei das nun aber möglich. Teilweise jedes Wochenende stünden Geburtstage bei Emdern ab 80 Jahren an, die er in Zukunft dann abwechselnd mit Andrea Risius besuchen werde, wenn denn von den Jubilaren gewünscht. Im Detail wollen sie sich dazu noch abstimmen. „Da muss man gucken, wie viel Freizeit bleibt“, sagt er, aber entspannt. „Es werden wohl ein paar Termine mehr werden.“ Gibt es etwas, worauf er sich besonders bei seinem neuen Amt freut? „Ich freue mich insgesamt auf neue Aufgaben und darüber, dass ich mich für Rat, Verwaltung und Stadt engagieren kann“, sagt er. Er freue sich auch auf die engere Zusammenarbeit mit Andrea Risius und Tim Kruithoff.

Übrigens: Kruithoff ist mindestens noch bis zum Ende der Wahlperiode, also bis zum 31. Oktober 2026, Oberbürgermeister. Am 13. September stehen Wahlen an. Kruithoff hat seine Kandidatur schon früh bekannt gegeben. Auch andere wollen sich melden, die auch schon 2019 Kandidaten waren – beispielsweise Ingo Weber, Reza Darbani und Tanja Meyer. Gleichzeitig findet auch die Kommunalwahl statt. Danach werden auch die ehrenamtlichen Bürgermeister oder Bürgermeisterinnen neu im Rat gewählt. Wenn sich das Kräfteverhältnis durch die Kommunalwahl im Rat stark verändert, könnten ganz neue Kandidaten ins Gespräch kommen.

Hinweis der Redaktion: In einer vorigen Version dieses Artikels hieß es, Kruithoff sei bis 13. September im Amt, allerdings ist dann nur der Wahltermin. Die Wahlperiode dauert bis 31. Oktober. Und: Die ehrenamtlichen Bürgermeister müssen in jedem Fall nach der Kommunalwahl im Rat neu gewählt oder im Amt bestätigt werden.

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