Hamburg Stiftung Warentest warnt: Diese Vitamin-D-Präparate sollten Sie und Ihre Kinder meiden
Millionen Menschen in Deutschland nehmen Vitamin-D-Präparate ein, oft als „Sonnenersatz“ im Winter. Doch nicht jeder braucht die zusätzliche Dosis Vitamin D, und manche Präparate können auf Dauer sogar schädlich sein.
Laut einer Forsa-Umfrage nimmt etwa jeder zweite Deutsche Nahrungsergänzungsmittel ein. Laut einer Online-Befragung schlucken rund 40 Prozent der Menschen in Deutschland solche Mittel. Der Umsatz mit A- und D-Vitaminen stieg in den letzten fünf Jahren sogar um mehr als 70 Prozent. Das Verbraucherportal Stiftung Warentest hat 25 Nahrungsergänzungsmittel mit Vitamin D getestet und kommt dabei unter anderem zu dem Schluss, dass die meisten Mittel überdosiert sind.
Viele Menschen, die sie nehmen, brauchen sie eigentlich gar nicht. Doch Vitamin-D-Präparate können für Mitglieder verschiedener Risikogruppen eine wichtige Hilfe und Unterstützung im Alltag sein. Dazu gehören unter anderem Personen, die sich kaum im Freien aufhalten, wie chronisch Kranke oder Bewohner von Pflegeheimen.
Auch Menschen über 65 sind betroffen, da die Fähigkeit zur Vitamin-D-Bildung im Alter sinkt und sie sich tendenziell weniger der Sonne aussetzen. Ebenfalls werden Vitamin-D-Präparate für Menschen empfohlen, die ihren Körper vollständig bedecken – sei es aus religiösen, kulturellen oder medizinischen Gründen.
Für Menschen mit Adipositas, bei denen die Vitamin-D-Konzentration im Blut sinkt, können Präparate ebenfalls nützlich sein. Zudem bilden Menschen mit dunkler Hautfarbe in Mitteleuropa weniger Vitamin D in ihrem Körper, sodass auch für sie eine zusätzliche Dosis infrage kommt. Personen mit verschiedenen chronischen Erkrankungen, beispielsweise an der Niere, Schilddrüse oder Magen, benötigen oftmals ebenfalls eine Extraportion Vitamin D.
Von den 25 getesteten Nahrungsergänzungsmitteln stufte Stiftung Warentest 13 als „wenig geeignet“ und fünf als „nicht geeignet“ ein. Zu den Produkten, von denen aktiv abgeraten wird („nicht geeignet“), gehören Hübner Vitamin D3 Kompakt, Alsiroyal, Sanotact und die beiden Dekristolvit-Produkte. Diese Mittel liefern teilweise mehr Vitamin D, als Kinder dauerhaft gefahrlos aufnehmen können, oder erreichen den Grenzwert für Erwachsene.
Eine langfristige Einnahme kann laut den Testern im schlimmsten Fall zu Nierenschäden führen. Höher dosierte Mittel bieten laut Stiftung Warentest keinen größeren Nutzen, erhöhen aber bei wochenlanger Einnahme das Risiko für Nebenwirkungen. Sehr hoch dosierte Mittel führten bereits zu akutem Nierenversagen. Als „nicht geeignet“ gelten Produkte, deren Vitamin-D-Tagesdosis für mindestens eine Altersgruppe die von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) festgelegte tolerierbare Obergrenze, für die tägliche dauerhafte Gesamtaufnahme erreicht oder überschreitet. Dieser Wert liegt für Kinder von eins bis elf Jahren bei 2000 Internationalen Einheiten (I.E.) und für ältere Altersgruppen bei 4000 I.E.
Ohne ärztliche Rücksprache sind für Risikogruppen nur niedrig dosierte Präparate mit täglich bis zu 800 I.E. Vitamin D ratsam. Als uneingeschränkt geeignet bewertet Stiftung Warentest in diesem Test nur zwei Produkte:
Beide Testsieger halten die wissenschaftlich empfohlenen Höchstmengen für Vitamin D ein. Höhere Dosierungen und Depotpräparate sollten nur unter ärztlicher Kontrolle eingenommen werden. Depotpräparate, die eine hohe Dosis einmal pro Woche beinhalten, bergen jedoch laut den Testern ein höheres Risiko für versehentliche Überdosierungen und können bei Älteren sogar das Risiko für Stürze und Knochenbrüche erhöhen.