Emden  Der Weihnachtscircus ist in der Stadt

Stephanie Schuurman
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Von Stephanie Schuurman
| 15.12.2025 18:27 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Hereinspaziert: Der Clown des Weihnachtscircus Montana lädt in die besondere Zeltstadt auf dem Schützenplatz. Fotos: Klaus Ortgies
Hereinspaziert: Der Clown des Weihnachtscircus Montana lädt in die besondere Zeltstadt auf dem Schützenplatz. Fotos: Klaus Ortgies
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In Emden ist es längst Tradition, auch wenn die Trumpfs und Lutznys erst das vierte Mal in der Stadt sind: Sie sind der Weihnachtscircus. Bald geht die Show los.

Emden - Erst ist es eine Premiere, beim zweiten Mal eine Wiederholung, beim dritten Mal vielleicht ein Ritual, jetzt schon feste Tradition: Der Weihnachtscircus Montana ist wieder in der Stadt. Zum vierten Mal in Folge laden die Artisten-Familien Lutzny und Trumpf in ihren Zirkus in Emden ein. Für viele Emder ist es ohnehin längst Tradition, an Weihnachten in den Zirkus zu gehen.

Sie sind bereit: Das Montana-Ensemble aus Artisten, Clown und Weihnachtsmann freut sich auf viele Besucher.
Sie sind bereit: Das Montana-Ensemble aus Artisten, Clown und Weihnachtsmann freut sich auf viele Besucher.

Nicht immer heißt der Montana. Vor ihm waren auch schon mal andere in der Stadt. Doch was die beiden Familien da auf dem Schützenplatz bis jetzt schon aufgebaut haben, scheint einiges zu toppen. „Es wird sehr emotional, spannend und actionreich“, versprechen Jemena Lutzny und Daniela Trumpf.

Trockene Füße in der Vorstellung

Die beiden Artistinnen setzen überwiegend auf eigenes Können und ihre eigene Strahlkraft. Von großen Tiershows sehen sie längst ab. Die Tiere, die ihren Tross noch begleiten, bezeichnen sie als ihre Haustiere. Die Eselin etwa, die das Herumreisen in ihren 40 Lebensjahren gewohnt sei, auch weil sie schon im Zirkus geboren ist. Ein paar Ziegen, die sich gefahrlos streicheln lassen, außerdem ein paar Ponys, die im Anschluss an die Show zum Reiten bereit sind. Einzige Ausnahme sind da noch ein paar kleine Hunde, deren Spieltrieb Tochter Mileena für eine kleine Showeinlage nutzt, wie Jemena Lutzny unaufgefordert erklärt. Sie kennt die Kritikerstimmen zu Tieren im Zirkus und kann ihnen gleich den Wind aus den Segeln nehmen.

Der Weihnachtsmann und seine Artisten-Crew laden in den Zirkus ein.
Der Weihnachtsmann und seine Artisten-Crew laden in den Zirkus ein.

Mit 14 Erwachsenen samt Omas und Opas und den Kindern leben die Familien seit Kurzem auf dem Schützenplatz in Emden. Sie sind dem Emder Schützenverein für den Stellplatz dankbar, genauso wie einer Gärtnerei aus Riepe, die sie immer mit Weihnachtsbäumen unterstützt. Während der Zirkus-Nachwuchs mithilft, wie es passt, haben die Erwachsenen gleich mehrere feste Jobs auf dem Platz. Das fängt schon beim Aufbau an. In diesem Jahr sind das Hauptzelt und ein großes Eventzelt plus Verbindung eher rechterhand auf dem Schützenplatz ausgerichtet, wo es trockener sein soll. Wenn es wider Erwarten auch in diesem Jahr wieder viel Regen geben sollte, ist außerdem vorgesorgt. Erstmals ist auch die Zeltstadt mit Teppichboden ausgelegt, damit die Füße der Besucher trocken und während der Vorstellung warm bleiben.

Mit Weihnachtsmann und Minikarussells

Überhaupt ist schon jetzt, Tage vor der Premiere, alles recht heimelig ausgestattet. Im Vorzelt gibt es einen kleinen Weihnachtsmarkt, der vielleicht etwas mehr glitzert als anderswo. Die Welt des Zirkus ist hier zwischen geschmückten Tannenbäumen und dem Schlitten, auf dem in der Vorstellungspause und danach ein echter Weihnachtsmann sitzt, sehr präsent. Zuckerwatte, Crêpes, heiße Getränke – all das mag es woanders auch geben. Hier warten auch noch ein paar Minikarussells für kleine Besucher darauf, bewegt zu werden.

Tiere? Sie treten im Weihnachtscircus nur symbolisch auf.
Tiere? Sie treten im Weihnachtscircus nur symbolisch auf.

Wer dann durch den illuminierten Tunnel läuft, betritt am Ende das große Zirkuszelt samt Manege. Dort werden in der Show zwölf Akrobaten und Akrobatinnen auftreten und ihre Kunststücke zeigen. Sie haben verschiedene Choreografien erarbeitet, glänzen mit Trapezen und Luftringen und nicht zuletzt mit ihren trainierten Körpern. Dieses Mal haben sie auch einen Gast aus der Ukraine dabei. Naza werde auf einer Leiter balancieren, kündigt Jemena Lutzny an. Neu sei außerdem eine Laser-Show, die Fabelwesen unter das Zirkusdach projiziere und die Besucher verzaubere. Dass der Clown eine der Hauptrollen der Show übernimmt, davon ist wohl auszugehen.

Weihnachtlich sieht es auch unter dem Zirkuszelt aus.
Weihnachtlich sieht es auch unter dem Zirkuszelt aus.

So viel Engagement und Aufwand kostet. Kinder zahlen ab 18 Euro, Erwachsene ab 20 Euro Eintritt je nach Platzkategorie. Wer jetzt erschrickt, der erinnere sich vielleicht einmal an seinen letzten Kinobesuch. Echte Zirkusfans wird der Preis sowieso nicht schrecken. Von Fans und solchen, die es noch werden wollen, braucht der Circus Montana reichlich. Mehr als 20 Vorstellungen sind ab dem 18. Dezember 2025 geplant, täglich eine um 15 Uhr. Nur an Heiligabend und Silvester beginnt die Vorstellung schon um 14 Uhr. Am 20. und 27. Dezember gibt es auch noch eine Vorstellung um 19 Uhr, dann sogar zum halben Preis. Karten gibt es täglich von 10 bis 12 Uhr an der Kasse auf dem Schützenplatz. Eine Stunde vor dem Show-Beginn ist Einlass. Wer kommt, kann bestimmt dazu beitragen, dass der Weihnachtscircus auch ein fünftes Mal wieder in die Stadt kommt, zur Weihnachtstradition eben.

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