Klimaschutz  Die neuen Ziele des Landkreises Leer

Karin Lüppen
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Von Karin Lüppen
| 15.12.2025 14:57 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Gebäude wie Schulen und Sporthallen sollen mit Blick auf den Klimawandel saniert werden, um den Treibhausgasausstoß zu verringern. Foto: Jens Büttner/dpa
Gebäude wie Schulen und Sporthallen sollen mit Blick auf den Klimawandel saniert werden, um den Treibhausgasausstoß zu verringern. Foto: Jens Büttner/dpa
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Der Kreistag Leer hat ein Klimaschutzkonzept beschlossen. Dabei geht es vor allem um seine Gebäude. Es gab nur wenige Gegenstimmen.

Leer - Klimaneutralität bis zum Jahr 2040 – dieses ehrgeizige Ziel hat sich der Landkreis Leer nun mit Beschluss des Kreistages vorgenommen. Bei nur drei Gegenstimmen und zwei Enthaltungen hat das Gremium in seiner letzten Sitzung des Jahres das entsprechende Konzept verabschiedet. Es listet eine Vielzahl von Maßnahmen auf, mit denen die Verwaltung des Landkreises den Treibhausgasausstoß begrenzen will.

Zwei Zwischenziele liegen auf dem Weg dorthin: Bis zum Jahr 2030 soll eine Minderung der Treibhausgasemissionen von 33 Prozent erreicht werden, bis zum Jahr 2035 von 67 Prozent. Als Vergleichsjahr wird dabei das Jahr 2023 herangezogen. 23 Maßnahmen sind in dem Konzept aufgelistet, das in Zusammenarbeit mit dem Büro Energielenker Projects aus Greven erarbeitet wurde. Der Schwerpunkt liegt dabei klar auf dem Gebäudebestand des Landkreises.

Fokus auf Schulen und Sportstätten

Landrat Matthias Groote (SPD) bezeichnete das Klimaschutzkonzept als „sehr ambitioniert“. Viele Gebäude müssten mit neuer Heiztechnik ausgestattet werden, auf etlichen Dächern könnte Photovoltaik installiert werden. „Die Frage wird sein: Wie kriegen wir es finanziert?“, sagte Groote. Noch entstehen laut dem Konzept 96 Prozent der Treibhausgasemissionen der Kreisverwaltung in den Gebäuden. Diese werden fast ausschließlich mit Erdgas beheizt. Das soll sich künftig ändern, doch die Technik ist teuer.

Noch wird in den meisten kreiseigenen Gebäuden mit Erdgas geheizt. Das soll sich bis 2040 ändern. Foto: Bernd Weißbrod/dpa
Noch wird in den meisten kreiseigenen Gebäuden mit Erdgas geheizt. Das soll sich bis 2040 ändern. Foto: Bernd Weißbrod/dpa

Dem Landkreis Leer gehören neben dem Kreishaus und anderen Bürogebäuden die weiterführenden Schulen und Sportstätten in fast allen Gemeinden des Landkreises. Vorrangig durch energetische Sanierungen, Umstellung auf erneuerbare Wärmequellen und Steigerung der Energieeffizienz soll die Klimaneutralität erreicht werden. Die anderen Handlungsfelder (Raumordnung, Mobilität, Entsorgung, interne Organisation, Kommunikation) sind ebenfalls wichtig und werden mit konkreten Maßnahmen unterlegt, aber sie sind ergänzend und unterstützen die Zielerreichung.

Jährliche Bewertung der Maßnahmen geplant

Auf Antrag aus der Mehrheitsgruppe SPD/Grüne hat der Kreistag zusätzlich beschlossen, dass einmal jährlich im Fachausschuss über den Fortschritt bei der Umsetzung des Konzepts berichtet werden soll. Die einzelnen Maßnahmen sollen bewertet und priorisiert werden. Ein Großteil des Konzepts, das über das Informationsportal des Kreistages abrufbar ist, besteht aus der Analyse des aktuellen Zustands und dazugehörigem Datenmaterial.

Der Landkreis Leer soll Klimaschutz stärker in seine Entscheidungen einbeziehen. Das heißt: Wenn es um die Planung neuer Baugebiete oder die Genehmigung von Bauprojekten geht, soll der Klimaschutz ein wichtiges Ziel sein. Die Städte und Gemeinden bekommen Unterstützung, damit sie ihre Planungen so gestalten können, dass möglichst wenig Treibhausgase entstehen. Außerdem soll der Klimaschutz im eigenen Konzept für die regionale Entwicklung (RROP) deutlich berücksichtigt werden.

Fördermittel und konkrete Projekte

Bei den eigenen Gebäuden sollen die Gebäudehülle (Wände und Dach), Heizungsanlagen und Stromverbrauch analysiert werden. Um diese zu verbessern, soll die Verfügbarkeit von Fördermitteln geprüft und diese beantragt werden. Basierend auf diesen Untersuchungen sollen dann Sanierungspläne darauf ausgerichtet werden, dass die Gebäude zukünftig energieeffizient, klimaschonend und kostensparend betrieben werden können.

Konkrete Projekte werden bereits benannt, zum Beispiel der Bau einer klimaschonenden und zukunftsfähigen Sporthalle bei der Oberschule Weener. Die neue Feuerwehrtechnische Zentrale in Brinkum soll als „Leuchtturmprojekt für einen klimafreundlichen Neubau“ umgesetzt werden. Der historische Baumbestand im Evenburgpark soll als „Treibhausgassenke“ erhalten und die biologische Vielfalt verbessert werden.

Stimmen aus der Politik

Für die CDU bezeichnete Gerd Dählmann das Klimaschutzkonzept nicht nur als Pflichtaufgabe, sondern als „Ausdruck der Verantwortung gegenüber kommenden Generationen“. Während er auf die erheblichen Investitionen verwies, betonte Tammo Lenger (Gruppe SPD/Grüne), dass die energetische Sanierung der Schulen ohnehin anstehe, damit Schülerinnen und Schüler im Unterricht nicht großer Hitze ausgesetzt werden: „Nichts zu tun, wäre noch teurer.“ Die Fraktion Moin zweifelte daran, dass die Ziele realistisch zu erreichen sind und enthielt sich.

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