Überraschung Emden hat einen neuen Bürgermeister
Emden hat als kreisfreie Stadt einen Oberbürgermeister und bis vor kurzem hatte sie auch zwei ehrenamtliche Bürgermeisterinnen. Jetzt gab es eine Neuwahl mit Überraschung.
Emden - Manch einer hat vielleicht gedacht, dass sich Ratsherr Friedrich Busch bei seinem Wechsel von der FDP in die SPD im Emder Rat in Stellung gebracht hat für die Bürgermeisterwahl. Denn: Schon 2020 hatte er Interesse an dem ehrenamtlichen Posten und ließ sich von seiner Fraktion neben Doris Kruse (SPD) und Andrea Risius (CDU) aufstellen. Er wurde gewählt, blieb aber nicht lange im Amt. Schon 2021 war nach einigem politischen Gerangel Neuwahl im Rat: Neben den drei Genannten trat auch Abdou Ouedraogo (Grüne) an. Die Grünen erhoben Anspruch auf den Posten, weil sie hinter der SPD und CDU die drittstärkste Fraktion war. Doch es kam ganz anders: Die Christ- und Sozialdemokraten verbündeten sich miteinander, die GfE half und es gab am Ende nur noch zwei Bürgermeisterinnen.
Jetzt war in der Ratssitzung am 11. Dezember 2025 wieder ein Neuwahl nötig, weil Doris Kruse gemeinsam mit ihrem Mann Detlef Kruse, der ebenfalls Ratsherr war, den Rat wegen eines Wegzugs verlassen hat. Sie waren beide seit 2016 im Gremium, zunächst bei der Wählergemeinschaft „Gemeinsam für Emden“ (GfE) und ab 2020 dann bei der SPD. Im Rat rücken für sie jetzt Stephan-Gerhard Koziolek, bekannt als Direktor der Naturforschenden Gesellschaft, und Detlef Warnecke nach. Für die Bürgermeisterwahl ließ sich indes nur einer aufstellen: Ratsvorsitzender Gregor Strelow (SPD). Der ist in Emden kein Unbekannter: Er ist nicht nur langjähriger Ratsherr, sondern seit 2021 auch Vorsitzender der Gesellschaft „1820dieKunst“, die gemeinsam mit der Stadt das Ostfriesische Landesmuseum betreibt.
Auf Wunsch von Bernd Renken (Grüne) wurde schriftlich über den Posten des Bürgermeisters abgestimmt. Für Gregor Strelow stimmten 36 der anwesenden Ratsleute, drei stimmten gegen ihn. „Ich sehe das Wahlergebnis als Ansporn“, so Strelow. Daraufhin führte der Ratsvorsitzende und neuer Bürgermeister weiter durch die insgesamt 3,5 Stunden lange Sitzung. In Zukunft wird er – wie Amtskollegin Andrea Risius – den Oberbürgermeister bei repräsentativen Anlässen wie Empfängen und Eröffnungsveranstaltungen vertreten sowie Alters- und Ehejubilaren die Glückwünsche der Stadt übermitteln. Andrea Risius ist übrigens schon seit 2001 im Amt.