Bad Laer Weihnachten mit Zöliakie: Bäckerei Meyer aus Bad Laer backt Plätzchen ohne Gluten
Plätzchen backen, ein Lebkuchenhaus bauen und etwas Süßes genießen: All das gehört zur Weihnachtszeit dazu. Doch für Menschen mit Zöliakie ist sorgloses Schlemmen nicht möglich. Daher hat sich der Bäcker Thomas Meyer aus Bad Laer etwas Besonderes ausgedacht – und möchte Tipps geben.
Sonne, Mond und Sterne: Plätzchen gibt es in vielen Formen. Doch fast in allen Sorten ist Weizen verarbeitet. Für Menschen mit Glutenunverträglichkeit ein No-Go. Weihnachtliche Leckereien ohne das Klebereiweiß gibt es auch nicht überall zu kaufen. In Bad Laer hingegen schon.
„Bei uns in der Backstube ist gerade volles Programm“, sagt Bäcker Thomas Meyer im Gespräch mit unserer Redaktion. Im Dezember steht für ihn jeden Tag Kneten, Formen und Backen an, denn vor Weihnachten ist bekanntlich Hochsaison für süße Leckereien. Das Besondere in der Backstube in Bad Laer: „Wir bieten Produkte ohne Gluten an“, sagt Meyer. Backen ohne Weizenmehl und Co., das sei durchaus möglich – mit ein wenig mehr Aufwand.
Einen Wermutstropfen gebe es jedoch schon: Das typische Plätzchenbacken zu Hause sei schwierig, denn ohne Gluten Kekse herzustellen, sei nicht einfach, merkt der Bäcker an: „Ohne den Eiweiß-Bestandteil zerbröseln viele Sorten, gerade die, die man mit Förmchen aussticht.“
Meyer hat einen Tipp für betroffene Familien, die gerne zusammen weihnachtliches Gebäck herstellen möchten: „Am besten macht man Plätzchen, die von Natur aus wenig Mehl enthalten“, rät er. Dazu gehören dem Experten zufolge beispielsweise Zimtsterne, Mandelhörnchen, Makronen und Florentiner.
Doch welche Schlemmereien kommen denn bei den Kleinsten gut an? „Die Zimtsterne von uns mögen die Kinder besonders gerne. Außerdem habe ich zu St. Martin für die Kindergartenkinder mit Zöliakie glutenfreie Martinsgans gemacht, damit die Kinder auch dabei sein können“, sagt Meyer. Er backt schon seit den 1980ern für Menschen mit Zöliakie. „Wir bieten sogar einen glutenfreien Stollen an“, so Meyer. Für ihn sei diese Art des Backens Alltag, aber: „Es muss alles durchdacht und geplant sein.“
Schon beim Einkauf und der Lagerung müsse darauf geachtet werden, dass glutenfreie Zutaten nicht mit herkömmlichem Mehl kontaminiert werden. Zudem werde in zwei verschiedenen Backstuben gearbeitet, damit Dinkel, Weizen und Co. nicht in die glutenfreien Zutaten geraten. Das sei auch wichtig, wenn zu Hause in der eigenen Küche gerührt und geknetet werde.
Wer kein Gluten essen darf, der müsse sich zwar einschränken, dennoch nicht komplett auf den weihnachtlichen Genuss verzichten. Frische Backwaren aus der Region zu ergattern, das sei allerdings nicht so einfach, da es nicht viele Bäckereien gebe, die glutenfreie Produkte herstellen: „Daher kann man bei mir auch online bestellen, ich verschicke alles innerhalb von ganz Deutschland“, so Meyer.
Ansonsten sei es natürlich durchaus möglich, selbst kreativ zu werden und sich am besten mehlfreie und glutenfreie Rezepte herauszusuchen für das traditionelle Weihnachtsbacken: „Wenn ein wenig Mehl doch mit dabei steht, kann dieses durch Reis- oder Hirsemehl einfach ersetzt werden“, so der Rat von Bäcker Thomas Meyer aus Bad Laer.