Berlin Die AfD und das Maga-Lager: Was knistert denn da?
Die AfD sucht Rückhalt und Unterstützung in Reihen der Trump-Regierung. Immer wieder reisen ihre Vertreter deshalb in die USA. Beide Seiten könnten von einer Annäherung profitieren.
Wenn Radikale zu Gast bei Radikalen sind: Die Einladung nach New York ist ein Geschenk an die AfD, um sich als anschlussfähige Kraft zu inszenieren. Am Wochenende nahmen mehrere Parteivertreter an einer Gala teil, organisiert von Trump-nahen Republikanern. Der Bundestagsabgeordnete Markus Frohnmaier erhielt dort einem Preis. Die AfD jubelt.
In der Partei ist ein regelrechter USA-Hype entstanden. Seit Donald Trumps Amtsantritt im Januar reisen AfD-Politiker gerne über den Atlantik. Eine Win-win-Situation: Die AfD und das Trump-Umfeld sehen ineinander Verbündete. Rückenwind bekommt die EU-feindliche AfD durch das neue Strategiepapier des Weißen Hauses. Das Dokument liest sich mitunter wie ein Angriff auf das liberal geführte Europa.
Beim Plan der Trump-Administration (Motto: „Make America great again“; kurz: Maga) soll die AfD mithelfen. Die USA sind empört über die von Brüssel verhängte Millionenstrafe gegen die Plattform X von Elon Musk. Die Entscheidung basiert auf dem Digital Services Act, jene Verordnung, die digitale Netzwerke zu mehr Transparenz und Schutz für Nutzer verpflichtet. Die AfD will sie abschaffen. Und dann ist da noch die Hoffnung, ein enger Draht zum Weißen Haus könnte die AfD vor einem Parteiverbotsverfahren schützen.
Washington sei der „Schlüssel“ zur Macht, sagen welche in der Partei. Dass Trumps Zollpolitik der deutschen Wirtschaft erheblich schadet, wird dabei gern ignoriert. Das Ganze entbehrt nicht einer gewissen Ironie: So ist es ausgerechnet die AfD, die bei jeder Gelegenheit behauptet, sie sei die einzige Partei, die Deutschlands Interessen wirklich verteidige. Doch passen Patriotismus und die demonstrative Nähe zur Maga-Bewegung tatsächlich zusammen?