Filsumer Kirche Mit Wassereimern hinter dem Weihnachtsbaum
Mehrere Männer saßen früher an Weihnachten immer mit einem Wassereimer in der Filsumer Kirche. Und Christoph Busboom war dazwischen. Hier kommt die ganze Geschichte.
Filsum/Siebestock - Die Filsumer Kirche war für die Feiertage geschmückt. Da durften auch zwei große Weihnachtsbäume vor dem Altar nicht fehlen. Doch hinter den Bäumen saßen mehrere Männer mit schweren Eimern voll Wasser. Denn von den großen Tannen ging eine Gefahr aus. Und zwischen den Männern saß der fünfjährige Christoph Busboom – der heutige Bürgermeister der Samtgemeinde Jümme.
Der Advent ist für viele eine besinnliche Zeit mit Kerzenschein, Vorfreude, aber auch Erinnerungen an vergangene Feste. In unserer Adventsserie „Früher war mehr Lametta“ öffnen bekannte Personen aus dem Kreis Leer ihr persönliches Weihnachtsalbum – und erzählen von Momenten, die sie bis heute begleiten.
„Heute ist das undenkbar.“
„Mein Vater war Organist. Deswegen waren wir an Weihnachten immer in der Kirche“, sagt Christoph Busboom. Während sein Vater die Orgel spielte, nahm er im Altarraum der Kirche Platz. Neben Busboom saßen sein Onkel und weitere Männer der Kirchengemeinde. Jeder hatte einen Wassereimer vor sich, erinnert sich Christoph Busboom. Die Augen waren stets auf die Weihnachtsbäume gerichtet.
„Da hatten wir noch echte Kerzen an den Bäumen“, sagt der heute 47-Jährige. In der Filsumer Kirche hatte man sich offenbar Gedanken um den Brandschutz gemacht. „Es ist aber nie was passiert“, sagt er. Aber wenn, dann wären sein Onkel und andere Mitglieder der Kirchengemeinde mit reichlich Wasser zur Stelle gewesen. „Heute ist das undenkbar“, sagt Busboom und lacht.
Geschenkpanne und die große Eishockeykarriere
Zu Hause in Siebestock schmückte die ganze Familie den Weihnachtsbaum wenige Tage vor Heiligabend – dazu gehörten seine Eltern und sein Bruder. An Heiligabend selbst ging es nach dem Weihnachtsessen in die Stube. Doch bevor sich die Kinder auf die Geschenke stürzen konnten, wurde erst noch gesungen. Denn sein Vater haute zu Weihnachten nicht nur in der Kirche in die Tasten. „‚Ihr Kinderlein, kommet‘ hat er zum Beispiel immer vor der Bescherung auf dem Klavier gespielt. Das gehörte einfach dazu“, sagt Christoph Busboom. Die musikalische Ader seines Vaters ist aber nie auf ihn übergesprungen, muss er mit einem Schmunzeln eingestehen.
Als Kind freute sich Christoph Busboom am meisten über Spielzeug von Lego und Playmobil. „Einmal habe ich auch ein ferngesteuertes Auto geschenkt bekommen. Aber meine Eltern hatten vergessen, den Akku aufzuladen. Da konnte ich das Auto erstmal nur schieben“, sagt er.
Wenn es eisig kalt war, flutete man früher in Siebestock ein Stück Land. „Nach der Schule sind wir immer direkt zur Eisfläche gegangen“, erinnert sich Busboom. Er bedauert, dass es heutzutage keine richtigen Natureisflächen mehr gebe. Denn damals war Eishockey in seiner Freundesgruppe sehr beliebt. „Ich konnte mich einigermaßen auf den Schöfeln halten. Für die große Eishockey-Karriere hat es aber nicht gereicht“, scherzt er.