Osnabrück  Stress oder Achtsamkeit? Tipps für den Advent

Louisa Riepe
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Von Louisa Riepe
| 01.12.2025 10:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Für viele Menschen ist die Vorweihnachtszeit mit Stress verbunden. Wie man gegensteuern kann. Foto: dpa/Chromorange/Michael Bihlmayer
Für viele Menschen ist die Vorweihnachtszeit mit Stress verbunden. Wie man gegensteuern kann. Foto: dpa/Chromorange/Michael Bihlmayer
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Sollte der Advent nicht eigentlich die besinnlichste Zeit des Jahres sein? Für viele ist sie genau das Gegenteil. Chefredakteurin Louisa Riepe erkärt, welches Ritual ihr hilft, Stress im Advent zu vermeiden.

Zählen Sie auch schon die Tage bis Weihnachten? Tatsächlich tue ich das in diesem Jahr. Aber nicht unbedingt, weil ich mich auf die Geschenke, die Zeit mit meiner Familie oder den glitzernden Tannenbaum freue.

Sondern weil ich bis dahin beruflich noch viel unterwegs sein werde, weil Meilensteine erreicht und Aufgaben abgearbeitet werden wollen – und ich an den Feiertagen vielleicht endlich mal durchatmen kann.

Kommt Ihnen das bekannt vor? Dann finden Sie es vielleicht auch schade, dass die Vorweihnachtszeit für viele Menschen zu den stressigsten des Jahres zählt. Egal, ob beruflich, gesellschaftlich oder privat: In keinem anderen Monat verlangen wir so viel von uns ab, wie im Dezember.

Die Adventszeit insofern ist paradox: Wir sehnen uns nach Entschleunigung – und hetzen ihr im selben Moment hinterher. Wir wollen Harmonie – und stapeln dafür Erwartungen, die keiner erfüllen kann. Wir wünschen uns Ruhe – und stopfen jede freie Minute mit Dingen voll, die „dazu gehören“.

Ich habe mich sehr gefreut, als ich über Instagram auf Menschen gestoßen bin, die sich für mehr „Achtsamkeit im Advent“ einsetzen: So stellt Maren Schneider in ihrem Buch „Achtsam durch den Advent – Ruhig und gelassen bleiben in der Vorweihnachtszeit“ Meditationen und kleine Rituale speziell für die stressige Vorweihnachtszeit vor. Und Meditationstrainer Peter Beer bietet mit seinen Kollegen einen digitalen Achtsamkeits-Adventskalender mit 24 Audio-Impulsen für mehr Ruhe und Klarheit an.

Ich finde diese Ideen deshalb spannend, weil sie auf den eigentlichen Kern der Adventszeit verweisen: auf die Stille, auf Rituale und den inneren Zauber, der so viel wichtiger ist als Glitzer und Geschenke.

Falls Ihnen das zu esoterisch klingt, hilft Ihnen vielleicht mein persönlicher Tipp. Denn ich selbst nehme mir am Ende des Jahres immer Zeit, zurückzublicken auf das Jahr: Was habe ich geschafft? Worauf bin ich stolz? Was lasse ich vielleicht auch bewusst zurück?

Solche Fragen helfen mir, bewusst mit dem Vergangenen abzuschließen und mich auf das Neue vorzubereiten. Vielleicht lohnt sich daher ein Perspektivwechsel. Nicht die Frage: „Wie schaffe ich es, dass alles reibungslos läuft?“ Sondern: „Was tut mir wirklich gut – und was kann ich getrost weglassen?“

Denn paradoxerweise bringt gerade das Loslassen ein Stück von dem zurück, wonach wir uns eigentlich sehnen: Nähe, Ruhe, echte Momente. Darauf freue ich mich schon heute!

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