Finanzen Hundesteuer in Hinte könnte sich verdoppeln
In Hinte steht die Hundesteuer auf dem Prüfstand. Die Beträge wurden seit acht Jahren nicht angefasst. Nun steht eine mögliche Verdopplung im Raum.
Hinte - Wird in Hinte die Haltung eines Hundes bald mehr als doppelt so teurer? Durchaus möglich, wenn es nach einem Antrag der politischen Fraktion FDP/FLH in Hinte geht. Die Fraktion fordert einen Anstieg der Hundesteuer in der Gemeinde von aktuell 64 Euro pro Jahr auf 150 Euro.
„Das Thema Hundesteuer wurde in Hinte schon seit acht Jahren nicht mehr politisch diskutiert“, so Martin Gronewold, Vorsitzender der Fraktion FDP/FLH, im Gespräch mit der Redaktion. „Das ist eine sehr lange Zeit.“ Seit acht Jahren wurde die Hundesteuer dementsprechend auch nicht mehr erhöht. Aktuell zahlt man in Hinte für den ersten Hund 64 Euro im Jahr. Für den Zweithund fällt eine jährliche Hundesteuer in Höhe von 96 Euro an.
„Wir sind alle Realisten“: Auch kleine Erhöhung schon ein Gewinn
Die veranschlagte Summe, eine jährliche Hundesteuer in Höhe von 150 Euro für den ersten Hund, ist mehr als doppelt so hoch wie die aktuelle Hundesteuer in Höhe von 64 Euro. „Der Wert erscheint natürlich auf den ersten Blick ziemlich hoch“, sagt auch Gronewold. „Wir sind alle Realisten. Wir erwarten nicht, dass die Politik einer Erhöhung der Hundesteuer in diesem Maß zustimmt“, sagt er. „Aber wir sind schon froh, wenn überhaupt über eine marginale Erhöhung diskutiert wird.“ Man müsse sich nur einmal die Haushaltslage in Hinte anschauen. Die Gemeinde kämpft seit Jahren mit hohen Defiziten. In der Haushaltskasse sieht es klamm aus. Aber: „Wir wollen nicht mit der Hundesteuer den Haushalt sanieren, das ist absurd“, so Gronewold. Es sei trotzdem wichtig, dass das Thema nach fast einem Jahrzehnt überhaupt wieder politisch zur Sprache kommt, so der Fraktionsvorsitzende.
Die Gemeinde stelle immerhin auch Hundekotbehälter auf und sorge zum Beispiel dafür, dass die Wege, die auch von Hundehaltern zum Gassigehen benutzt werden, mit Laternen ausgeleuchtet werden. Das koste alles Geld. Würde die Erhöhung der Hundesteuer so übernommen wie im Antrag festgelegt, ergäben sich für die Gemeinde Hinte Mehreinnahmen von circa 50.000 Euro im Haushalt 2026.
Richtig teuer wird es bei aggressiven Hunden
Zum Vergleich: In Emden zahlt man aktuell für den ersten Hund 92 Euro, für den zweiten Hund werden 141 Euro pro Jahr fällig. In der Stadt Aurich kommt man für den Ersthund auf einen jährlichen Steuerbetrag in Höhe von 60 Euro, für den zweiten Hund bezahlt man dort 120 Euro an Steuern. Direkt nebenan, in der Gemeinde Krummhörn, beträgt die Hundesteuer für den ersten Hund 68 Euro, für den zweiten Hund 166 Euro. Hinte pendelt sich mit dem aktuellen Steuersatz also irgendwo in der Mitte der Nachbarstädte und -gemeinden ein.
Deutlich höher werden die Sätze, wenn man von sogenannten gefährlichen Hunden spricht. Die Gefährlichkeit ist dabei nicht von der Rasse abhängig, denn eine solche Rasseliste gibt es in Niedersachsen nicht – anders als in Bayern, Brandenburg oder auch Hamburg. Vielmehr, so sieht es das Niedersächsische Hundegesetz vor, gelten jene Hunde als gefährlich, die beispielsweise Menschen oder andere Tiere gebissen haben oder durch ihre besondere Angriffslust und Aggressivität auffallen. Dann erfolgt eine Prüfung durch die entsprechende Fachbehörde von Landkreis oder Stadt. Sollte die Prüfung den Verdacht rechtfertigen, dass der Hund eine Gefahr für die Öffentlichkeit darstellt, dann kann er als „gefährlich“ eingestuft werden. Um einen solchen Hund weiterhin zu halten, bedarf es einer Erlaubnis der Fachbehörde. Auch ein Wesenstest des Tieres wird dann fällig. Für solche „gefährlichen“ Hunde zahlt man in Hinte aktuell 614 Euro im Jahr an Hundesteuer – in Emden sind es 615 Euro, in Aurich 600 Euro, in der Krummhörn 820 Euro.
„In der Mischkalkulation sind wir da zum Vergleich mit Emden, Aurich und der Krummhörn immer noch moderat unterwegs“, heißt es im Antrag der FDP/FLH. Ob und vor allem um wie viel die Hundesteuer in der Gemeinde im folgenden Kalenderjahr erhöht wird, ist diese Woche Thema im Rat. Dort hat die FDP/FLH drei von 20 Sitzen. Entschieden wird über den Antrag in der Ratssitzung am Donnerstag, 27. November 2025, um 17 Uhr im Hotel Novum. Die Sitzung ist öffentlich.