Prominenz Hollywood-Star Armin Müller-Stahl besuchte Emden
Schauspieler Armin Müller-Stahl kann auch als 94-Jähriger noch das Publikum fesseln. In Emden war er auf besonderer Mission.
Emden - Prominenz in Emden: Schauspieler, Musiker und Künstler Armin Müller-Stahl zog in der Seehafenstadt mit seinem Besuch am Samstag, 15. November 2025, viele in seinen Bann. Der 94-Jährige war zur Eröffnung seiner Austellung „Nacht und Tag auf der Erde“ in der Emder Kunsthalle gekommen und hatte in der Martin-Luther-Kirche sein Gedicht „Der Gaulker“ imposant vorgetragen. Mit dramatischer Stimme, schwarzem Mantel und wachen Augen intonierte er: „Ich bin schon Gaukler über siebzig Jahr, achtzig Jahr, bin Tragöde, bin der Narr, bin der Bettler, bin der König und ich weine mal ein wenig. Doch ich lache wie ein Kind, wenn die Leute glücklich sind.“
Oberbürgermeister Tim Kruithoff (parteilos) hielt den etwa zweiminütigen Vortrag im Video fest und teilte ihn in den sozialen Medien. „Es ist etwas ganz Besonderes, einem Künstler zu begegnen, der über Jahrzehnte hinweg Schauspiel, Literatur, Musik und Malerei auf so herausragende Weise geprägt hat“, schrieb Kruithoff in einem weiteren Beitrag. Müller-Stahl ist ein Multi-Talent: Er ist ausgebildeter Konzertgeiger und studierter Musiklehrer, doch bevor seine musikalische richtig Karriere starten konnte, begann er doch noch ein Schauspielstudium. Wegen „mangelnder Begabung“ brach er das zwar ab, schaffte es aber dennoch, sich 1952 ein erstes festes Engagement am Berliner Theater am Schiffbauerdamm zu erkämpfen.
Armin Müller-Stahl war in Hollywood-Blockbustern zu sehen
1954 wechselte er an die Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, wo er 20 Jahre blieb. Nationale und auch internationale Bekanntheit erhielt er allerdings durch die Filme, in denen er zu sehen war: wie die DDR-Serie „Das unsichtbare Visier“ (1973), deutschen Filmen wie „Buddenbrooks“ (2008) und internationalen Blockbustern wie „Illuminati“ (2009), „The International“ (2009) und „Knight of Cups“ (2015). Für seine Rolle in „Shine – Der Weg ins Licht“ wurde er sogar für einen Oscar nominiert. Dabei sagt er selbst von sich: „Die Schauspielerei ist mir nicht in die Wiege gelegt worden, die Malerei schon.“ In einem Welt-Interview sagte er: „Beim Zeichnen ist man selbst der Regisseur. Es gibt keine Verbote, und man hat alle Freiheiten. […] Das Zeichnen fiel mir so leicht, ich dachte, alles, was einem leichtfällt, ist nicht so bedeutend. Zeichnen ist für mich viel leichter als schauspielern.“
Ob ihnen die Kunst von Armin Müller-Stahl genauso wie seine Filme und Bücher gefällt, kann jeder und jede bis zum 12. April 2026 selbst herausfinden. Bis dahin läuft die Ausstellung in der Emder Kunsthalle mit rund 100 Werken des Hollywood-Stars. Die Kunsthalle bschreibt die Ausstellung mit den Worten: „kraftvoll, eindringlich und von großer künstlerischer Vielfalt“. Die Werke zeigten eindrucksvoll, wie reich Mueller-Stahls Leben an Herausforderungen, aber auch an schöpferischer Energie sei. Die Kunsthalle ist Dienstag bis Freitag von 10 bis 17 Uhr, jeden ersten Dienstag im Monat 10 bis 21 Uhr sowie Samstag, Sonntag und an Feiertagen von 11 bis 17 Uhr geöffnet.
In Emden war Müller-Stahl übrigens mindestens schon einmal: 1992 besuchte er das noch relativ junge Filmfest in Emden. Dort begnete er auch Kunsthallen-Stifterin Eske Nannen. Diese Verbindung machte den erneuten Besuch jetzt auch möglich, schrieb Oberbürgermeister Tim Kruithoff. Gemeinsam mit dem Internationalen Filmfest Emden-Norderney präsentiert die Kunsthalle Emden im VHS-Forum jetzt auch ausgewählte Filme mit Armin Mueller-Stahl. Los geht es am 13. Dezember mit „Das Spinnennetz“ (1989). Details zu diesem und weiteren Terminen gibt es hier.