USA  Underdogs wie Curaçao und Kap Verde: Diese Fußball-Exoten mischen die WM auf

Sophie Wehmeyer
|
Von Sophie Wehmeyer
| 20.11.2025 18:11 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Die Nationalspieler von Curaçao feiern: Der ungeschlage Gruppensieger hat sich erstmals für eine WM qualifiziert. Foto: AFP/RICARDO MAKYN
Die Nationalspieler von Curaçao feiern: Der ungeschlage Gruppensieger hat sich erstmals für eine WM qualifiziert. Foto: AFP/RICARDO MAKYN
Artikel teilen:

Wer will den Underdogs bei der WM 2026 die Daumen drücken? Von Curaçao bis Kap Verde – diese Nationen schreiben mit ihrer WM-Qualifikation schon jetzt Geschichte. Eine Übersicht der Exoten der Fußball-Weltmeisterschaft.

Die Qualifikation für die Fußball-Weltmeisterschaft hat für mehrere Überraschungen und emotionale Rückkehrer gesorgt. Zu den großen Gewinnern der letzten Spiele zählen der karibische Inselstaat Curaçao sowie die europäischen Teams aus Schottland und Österreich, die sich nach langer Abwesenheit wieder für eine Endrunde qualifizieren konnten. Doch das sind nicht die einzigen Exoten, die sich ein WM-Ticket sichern konnten oder es in den Playoffs noch können.

Die größte Sensation lieferte der winzige Inselstaat Curaçao, der aktuell Platz 82 der FIFA-Weltrangliste belegt. Das Team aus der Karibik hat sich durch ein 0:0 im entscheidenden Qualifikationsspiel gegen Jamaika erstmals in seiner Geschichte für eine Fußball-WM-Endrunde qualifiziert. Mit rund 150.000 Einwohnern und einer Fläche von nur 444 Quadratkilometern wird der winzige Karibikstaat die bislang kleinste Nation bei einer Weltmeisterschaft sein.

„Wir haben das Unmögliche möglich gemacht“, sagte Angreifer Kenji Gorré nach dem Spiel. Trainer Dick Advocaat, der 78-jährige Niederländer, fehlte beim entscheidenden Spiel aus familiären Gründen, gilt aber als Vater des Erfolgs. In den Niederlanden, zu dessen Königreich Curaçao gehört, wurde der Erfolg laut in Cafés und Sportsbars mitgefeiert.

Bei den Fans von Curaçao gibt es kein halten mehr nach dem entscheidenden Qualifikationsspiel:

Ebenfalls für Nord-, Mittelamerika und die Karibik hat sich Haiti für die WM 2026 qualifiziert. Der Karibikstaat, aktuell Platz 84 der Weltrangliste, jubelt über die zweite WM-Teilnahme seiner Geschichte, die erste seit 52 Jahren (zuletzt 1974), so die FIFA.

Auch für Jordanien, aktuell Platz 66 der FIFA-Weltrangliste, ist die WM-Teilnahme 2026 eine Premiere. Die Nation hat sich in der asiatischen WM-Qualifikation das Ticket gesichert und damit eine Durststrecke von 40 Jahren, seit Beitritt in die FIFA, beendet. Bereits 2014 stand Jordanien kurz vor der WM-Teilnahme, scheiterte damals jedoch in den interkontinentalen Playoffs an Uruguay.

Die jordanischen Spieler feiern den Endrunden-Einzug in der Kabine:

Nach mehreren knapp gescheiterten Versuchen in der Vergangenheit hat sich auch Platz 50 der Weltrangliste, Usbekistan, zum ersten Mal für eine WM qualifiziert. Den „Weißen Wölfen“, wie das Team genannt wird, reichte ein 0:0 beim direkten Rivalen Vereinigte Arabische Emirate, um das historische Ticket zu lösen.

Die „Weißen Wölfe“ stürmen die Pressekonferenz des Trainers nach der Qualifiktaion zur WM:

Der Inselstaat Kap Verde, der vor der Westküste Afrikas liegt, sorgte in der afrikanischen Fußballkonföderation (CAF) für eine Sensation: Die Nation, die aktuell Platz 68 der FIFA-Weltrangliste belegt, qualifizierte sich ebenfalls erstmals in ihrer Geschichte für eine WM-Endrunde und das bereits Mitte Oktober. Kap Verde schloss die Gruppe D der Afrika-Qualifikation als Erster ab, noch vor Kamerun. Bemerkenswert ist, dass die Inselnation laut FIFA mit einer Fläche von etwas mehr als 4000 Quadratkilometern nach Curaçao eines der kleinsten Länder ist, das sich je für eine WM qualifiziert hat. Am Tag des letzten Qualifikationsspiels der kapverdischen Nationalmannschaft ordnete Präsident José Maria Neves außerdem an, dass der Arbeitstag nur bis 12 Uhr mittags dauern sollte, damit die Bevölkerung die Möglichkeit hatte, das Spiel mitzuerleben, berichtet „Watson“.

In Europa gelang sowohl Österreich als auch Schottland die Rückkehr auf die große WM-Bühne nach fast drei Jahrzehnten. Beide Nationen qualifizierten sich erstmals seit 1998 wieder für eine Endrunde.

Österreich sicherte sich das Ticket durch ein 1:1 (0:1) gegen Bosnien-Herzegowina. Der Ausgleichstreffer durch Michael Gregoritsch in der 78. Minute reichte dem Team von Ralf Rangnick für den Gruppensieg.

Die schottische Qualifikation gegen Dänemark in Glasgow war von deutlich mehr Drama geprägt. Das 4:2 (1:0) wurde erst durch späte Tore in der Nachspielzeit von Kieran Tierney (90. +3) und Kenny McLean (90. +9) perfekt gemacht, was dem Team den Gruppensieg bescherte.

Schottland schießt sich in der Nachspielzeit zur WM und die Fans und Spieler jubeln:

Teams, die bei der WM 2026 definitiv auch als Exoten gelten würden, wie Suriname und Neukaledonien kämpfen weiter in den interkontinentalen Playoffs um die letzten zwei verbliebenen Startplätze. Und auch vier europäische WM-Teilnehmer haben noch die Chance sich durch die Playoffs, sich einen Platz für die WM zu sichern. 

Ähnliche Artikel