Sport Kunstrasenplatz – Leer geht auf die Jagd nach Geld
Hoffnung auf einen Kunstrasenplatz in Leer: Mit Geld vom Bund könnte der Wunsch Wirklichkeit werden. Wann, wo, wie? Wir fassen zusammen.
Leer - Die Amateurfußballer warten sehnsüchtig: Nun könnte ein Kunstrasenplatz in der Stadt Leer in greifbare Nähe rücken. Spiele und Training an nasskalten Tagen könnten damit möglich werden. Die Stadt will sich auf die Jagd nach Geld vom Bund für einen entsprechenden Platz machen. 17 gibt es in Ostfriesland, Leer ist bis jetzt ein weißer Fleck auf der Karte. Wieso sich das ändern könnte, fassen wir zusammen.
Wieso winkt nun Geld vom Bund für einen Kunstrasenplatz in Leer?
Die Bundesregierung hat im Oktober ein neues Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ (SKS) veröffentlicht. Dies umfasse die Sanierung von Gebäuden, aber eben auch von Sportfreianlagen, wie zum Beispiel Sport- und Tennisplätze, schreibt die Verwaltung. Auch die Umwandlung eines bestehenden Platzes in einen Kunstrasenplatz. Neubauten eher nicht.
Die Stadt Leer würde unter anderem mit dem Kunstrasenplatz ins Rennen um die Fördergelder gehen. Von „Silberstreif“ und „Hoffnung“ wurde im Sportausschuss am 19. November 2025 gesprochen. Dieser sprach sich mit zwei Enthaltungen dafür aus, eine Projektskizze vorzubereiten, die mögliche Finanzierung der Maßnahme zu klären und die nötigen Ratsbeschlüsse vorzubereiten. So stehen nun alle Zeichen auf Grün.
Kommunen können ihre Interessenbekundungen bis zum 15. Januar 2026 einreichen. „Der Bund steuert zu jeder Projektförderung mindestens 250.000 Euro bei. Der Höchstbetrag der Förderung liegt bei acht Millionen Euro.“ Bei einem Kunstrasenplatz in Leer könnten sogar 75 Prozent der Kosten übernommen werden. Die Stadt befindet sich nämlich in einer Haushaltsnotlage, erklärte Stadtrat Detlef Holz in der Ausschusssitzung. Sonst wären „nur“ 45 Prozent Förderung möglich. Die Stadt stelle den Antrag, würde das Geld aber an den Verein weiterreichen. Man schätzt, dass der Kunstrasenplatz insgesamt 1,3 Millionen Euro kosten würde. Also blieben 375.000 Euro, die nicht von Fördergeldern des Bundes gedeckt sind.
Wo soll der Kunstrasenplatz in Leer hin?
Der Platz des SV Borussia Leer soll umgestaltet werden. Lange war gerade die Standortfrage ein Hindernis, das viele Planungen zu Kunstrasenplätzen in Leer platzen ließ. Dieses Mal nicht. Die Vereine trafen sich in diesem Jahr mehrfach, um das Thema Kunstrasenplatz zu besprechen. Zu den Vereinen gehören der JFV Leer, Germania Leer, VfR Heisfelde, Frisia Loga, Borussia Leer, SC 04 Leer, Eintracht Nüttermoor und der BSV Bingum. Sie teilten der Verwaltungsleitung mit, welche Plätze aus ihrer Sicht in Frage kamen. Laut Heino Müller, Vorsitzender JFV Leer, kamen die Vereinsvertreter zu dem Ergebnis, dass sich die Anlagen vom VfR Heisfelde (Zufahrt von der Heisfelder Straße) sowie von Borussia Leer (Zufahrt vom Bahndamm) am besten für dieses Vorhaben eignen würden. Die Verwaltung prüfte die bauplanungsrechtlichen Fragen.
Mitte November wurde nochmal beratschlagt: Dabei haben sich die Leeraner Vereine und die Verwaltung darauf geeinigt, „dass der Sportplatz des SV Borussia Leer (Am Bahndamm) in einem Kunstrasenplatz umgewandelt werden soll“, heißt es in der Vorlage. Die Fläche vom SV Borussia Leer sei auch deshalb für das Projekt besonders geeignet, da eines der Ziele des Förderprogramms ist, Projekte, die von besonderer Bedeutung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die soziale Integration in der Kommune sind, zu fördern, schreibt die Verwaltung. „In diesem Bereich ist gerade Borussia Leer zum Beispiel mit dem Inklusionsteam besonders engagiert.“
Die Besitzverhältnisse sind dabei so: „Das gesamte Sportgelände befindet sich im Eigentum der Stadt Leer“, heißt es in der Vorlage. Das Nutzungsrecht an dem betreffenden Sportplatz ist per Erbbaurechtsvertrag an den VfR Heisfelde übertragen. Dieser hat eine Nutzungsvereinbarung mit dem SV Borussia Leer abgeschlossen. Für das Grundstück mit den Nebenanlagen besteht ein Erbbaurechtsvertrag zwischen der Stadt Leer und dem SV Borussia Leer. „Den Antrag auf Fördergeld stellt die Stadt, aber das Geld würde an den Verein geleitet“, erklärte Detlef Holz, Erster Stadtrat. Eine Vereinbarung über alles sei ausgearbeitet worden und werde aktuell von allen Vereinen unterzeichnet.
Sind auch andere Sportstätten im Spiel?
Ja. Unter anderem gibt es in der Gemeinde Rhauderfehn den Plan, sich um Fördergelder für einen Kunstrasenplatz zu bewerben. In Leer will man auch Turnhallen, die saniert werden müssen oder energetisch noch verbessert werden können, ins Rennen schicken. In der Vorlage sind vier Hallen aufgeführt: die der Daalerschule, die der Eichenwallschule, die der Ludgerischule und die der Hoheellernschule. Im Ausschuss kam die Frage auf, ob auch Turnhallen von Vereinen aufgenommen werden könnten. Wo Möglichkeiten liegen, sollte der Fairness halber mit allen Verantwortlichen geklärt werden, sagte Bürgermeister Claus-Peter Horst.