Bau  Neues Feuerwehrhaus in Greetsiel wächst nach Plan

Stephanie Schuurman
|
Von Stephanie Schuurman
| 21.11.2025 08:57 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Der Rohbau steht, fehlt nur noch die Leichtbaudecke. Foto: Heinz Wagenaar
Der Rohbau steht, fehlt nur noch die Leichtbaudecke. Foto: Heinz Wagenaar
Artikel teilen:

Die Krummhörn baut viele neue Feuerwehrhäuser. In Eilsum und Greetsiel gibt es gute Nachrichten. Im Westen dagegen sieht es schlecht aus.

Greetsiel - Der Feuerwehrneubau in der Krummhörn schreitet voran. Nachdem in Eilsum schon im August dieses Jahres Einweihung gefeiert worden ist, wächst jetzt auch der Bau in Greetsiel sichtbar in die Höhe. Andere Feuerwehrhäuser der Gemeinde stehen allerdings noch in der Planungsphase. In der laut Feuerwehrbedarfsplan vorgesehenen Reihenfolge wären an den Standorten Visquard, Groothusen (West) und Loquard (Süd) als nächstes neue Feuerwehrhäuser zu bauen, teilt Bürgermeisterin Hilke Looden (parteilos) auf Nachfrage mit. An einem Standort gibt es einen Rückschlag.

Nach oben noch offen, aber nur noch bis Weihnachten. Foto: Heinz Wagenaar
Nach oben noch offen, aber nur noch bis Weihnachten. Foto: Heinz Wagenaar

Jetzt aber erst einmal zum Stand in Greetsiel. Wenn dort an der Kleinbahnstraße alles mitläuft, sollen noch vor Weihnachten die Betondecken fertig sein, sodass zu Beginn des neuen Jahres die Holzbinder für die Dachkonstruktion aufgestellt werden können.

Innenmauerwerk steht

Losgegangen ist es dort schon im Frühjahr mit Erd- und Entwässerungsarbeiten auf dem Grundstück. Oder genau genommen sogar schon im vorigen Jahr, als für das Feuerwehrhaus 68 Bohrpfähle à 18 Meter in den Boden eingebracht worden waren. Im Frühsommer dieses Jahres wurden dann Grundleitungen verlegt und die Betonsohle gegossen. Mit dem eigentlichen Hochbau startete das Bauunternehmen Kassens aus Papenburg im Anschluss. Jetzt steht bereits das Innenmauerwerk bis zur Deckenhöhe.

Details von der Baustelle: Hier fehlt nur noch der Beton. Foto: Heinz Wagenaar
Details von der Baustelle: Hier fehlt nur noch der Beton. Foto: Heinz Wagenaar
Wo die Eisenbewehrung eingeflochten ist, erfolgt eine normale Betondecke. Der Rest wird "filigran" geschlossen. Foto: Heinz Wagenaar
Wo die Eisenbewehrung eingeflochten ist, erfolgt eine normale Betondecke. Der Rest wird "filigran" geschlossen. Foto: Heinz Wagenaar

Es laufe auch alles nach Plan, hieß es von der Baustelle. Nur eine für Anfang November georderte Spannbeton-Fertigdecke lässt wegen Lieferschwierigkeiten etwas auf sich warten. Sie soll an den Bereichen mit größeren Stützweiten eingesetzt werden, heißt: wo tragende Wände oder Stahlträger die Unterbringung von Feuerwehrfahrzegen im Wege wären, kann man dank der Filigrandecke darauf verzichten. Sie ist einfach leichter als eine gegossene Betondecke. Mit einer Verzögerung von etwa fünf Wochen rechnet die Gemeindechefin. Der Liefertermin jetzt: 16. Dezember 2025. Um dennoch den Baufortschritt zu sichern, würden die Verblendarbeiten vorgezogen, also der Rohbau schon mal geklinkert.

In einem Jahr fertig

Damit kann tatsächlich schon begonnen werden, weil die Bodenabdichtung bereits erfolgt ist. Sogar eine doppelte Abdichtung haben die Bauleute vorgenommen. Es ist schließlich nass in Ostfriesland. Und während der Rohbau wächst, sind die öffentlichen Ausschreibungen für die Gewerke Heizung, Sanitär und Lüftung derzeit auch schon in Bearbeitung, teilte Hilke Looden mit. „An dem vorläufig geplanten Fertigstellungstermin Ende November 2026 halten wir fest.“

Doppelt hält besser: Hier wird das Gebäude abgedichtet. Foto: Heinz Wagenaar
Doppelt hält besser: Hier wird das Gebäude abgedichtet. Foto: Heinz Wagenaar
Bitumenbahnen werden als Abdichtung verschweißt. Foto: Heinz Wagenaar
Bitumenbahnen werden als Abdichtung verschweißt. Foto: Heinz Wagenaar

Auch bei den übrigen Feuerwehrstandorten ist die Gemeinde im Fluss. Für den Standort Visquard wurde ein Grundstück erworben und die Bauleitplanung zur Aufstellung des Bebauungsplanes gestartet. Dort sind die nötigen Kartierungen über einen Jahreslauf erfolgt und inzwischen auch abgeschlossen, so Hilke Looden. Für den Standort Pewsum (Mitte) befindet sich bereits seit mehreren Jahren ein geeignetes Grundstück im Gewerbegebiet im Eigentum der Gemeinde.

Rückschlag für Standort West

Für die Feuerwehr Süd (Loquard, Rysum, Campen) wurden geeignete Grundstücke ermittelt und erste Verhandlungen mit dem Eigentümer aufgenommen. Für den Standort West (Groothusen, Hanswehrum, Upleward) aber hätten sich erste Grundstücksverhandlungen zerschlagen, sodass dort nun wieder nach neuen, geeigneten Flächen gesucht wird.

Von weitem sichtbar: In Greetsiel wächst das Feuerwehrhaus nach Plan in die Höhe. Foto: Heinz Wagenaar
Von weitem sichtbar: In Greetsiel wächst das Feuerwehrhaus nach Plan in die Höhe. Foto: Heinz Wagenaar

Warum eigentlich überall in der Gemeinde neue Feuerwehrhäuser? Hintergrund ist die Fusionierung der Krummhörner Feuerwehren im Jahr 2018. Seitdem gibt es in der Krummhörn die Bereiche Nord (Greetsiel, Manslagt, Pilsum), Ost (Eilsum, Grimersum, Jennelt, Uttum), Mitte (Pewsum, Woltzeten, Canum, Freepsum), Süd (Loquard, Rysum, Campen) und West (Groothusen, Hamswehrum, Upleward). Hinzu kommt die Feuerwehr in Visquard. Für die fusionierten Feuerwehren wurden größere Feuerwehrhäuser nötig. Auch ein 2016 von der Gemeinde in Auftrag gegebener Feuerwehrbedarfsplan, der 2021 aktualisiert wurde, sieht einen Neubau der Feuerwehrhäuser vor. Mit Eilsum ist Teil 1 bereits fertiggestellt, und in Greetsiel geht es sichtbar voran.

Ähnliche Artikel