Osnabrück Schweres Lied zu Beginn: Osnabrücker Studentin Nike Just bleibt cool – und gewinnt zwei Preise
Gleich zwei Preise hat die Osnabrücker Musical-Studentin Nike Just beim Bundeswettbewerb Gesang gewonnen – als einzige Teilnehmerin. Warum das für die 21-Jährige ein wichtiger Karriereschritt ist.
Im vierten Semester studiert Nike Just an der Osnabrücker Hochschule Musical. Nun hat sie, die noch am Anfang ihrer Karriere steht, beim Bundeswettbewerb Gesang gleich zwei Preise gewonnen – als einzige Teilnehmerin. Mit insgesamt 5.500 Euro sind der zweite Förderpreis und der Preis der Walter Kaminsky-Stiftung für die beste Darstellung einer Musical-Szene dotiert – Geld, das der Studentin sehr gelegen kommt. Denn ihr Studium, das das auf acht Semester ausgelegt ist, ist sehr zeitintensiv. Zum Arbeiten fehle ihr deshalb die Zeit, sagt die 21-Jährige.
Doch die beiden Preise haben für Nike Just auch noch einen anderen Wert: „Das ist eine sehr gute Basis für die Vita.“ Durch den Gewinn wurde ihr viel Aufmerksamkeit zuteil, sogar im Deutschlandfunk durfte sie einige Worte sagen. Spätestens bei künftigen Vorsprechen wisse man, was ein Titel beim Bundeswettbewerb Gesang bedeutet, ist Just überzeugt. Und: Durch die beiden Preise fühle sie sich in ihrer Entscheidung bestärkt, professionelle Musicaldarstellerin zu werden.
Gesang, Performance, Theorie – auf all das werden die Studenten in Osnabrück vorbereitet. Just, gebürtige Lüneburgerin, stand schon in ihrer Jugend auf der Bühne, wirkte am städtischen Theater ihrer Heimatstadt in 15 Produktionen mit. Auch in Osnabrück konnte man sie bereits auf der Bühne sehen: Im Rahmen des Studiums spielte sie die Florinda im Stück „Into the Woods“.
Beim Wettbewerb musste die junge Sopranistin in den beiden Endrunden sechs Stücke vortragen. „Das schwerste kam gleich zu Beginn, das war ‚Ich hab nie Angst‘ aus ‚Songs for a New World‘“, berichtet sie. Zudem hatten Just vor der Veranstaltung Stimmprobleme geplagt – „ihr Kopf“, wie sie sagt, fokussierte sich zu sehr auf die ohnehin schon schwer zu treffenden Töne. Doch als es darauf ankam, konnte sie befreit abliefern, sagt Nike Just – und überzeugen.
Dabei hatten schon das Erreichen der Endrunde und die Einladung nach Berlin Justs Erwartungen überstiegen. Der „Druck der letzten Wochen“ sei nach ihrer Ankunft schnell verflogen. Allein dabei zu sein habe sie gelassen gemacht für das Preisträgerkonzert im Renaissance-Theater Berlin vor 500 Zuschauern.
Zudem sei die Stimmung unter den Teilnehmern sehr unterstützend gewesen. „Wir Osnabrücker haben mega zusammengehalten, vor und nach den Runden haben wir viel Zeit miteinander verbracht“, erzählt Just. Die Vernetzung unter den Teilnehmern ist ihr wichtig. „Man folgt sich auf Instagram, sieht sich bei Vorsprechen“, sagt die Studentin. Die Musicalszene sei klein; Kontakte zu knüpfen helfe, über Projekte und Karrierechancen im Musicalgeschäft auf dem Laufenden zu sein.