Osnabrück  Boxweltmeisterin Beke Bas schafft dank Osnabrücker Arzt Grim das Comeback im Ring

Monika Vollmer
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Von Monika Vollmer
| 16.11.2025 10:13 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Nach der OP beim Osnabrücker Arzt Caspar Grim ist die linke Schulter von Boxerin Beke Bas nun sogar stärker als die rechte. Ihr Comeback ist geglückt. Foto: Monika Vollmer
Nach der OP beim Osnabrücker Arzt Caspar Grim ist die linke Schulter von Boxerin Beke Bas nun sogar stärker als die rechte. Ihr Comeback ist geglückt. Foto: Monika Vollmer
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Seit mehr als 20 Jahren behandelt Dr. Casper Grim am Klinikum Osnabrück Patienten mit Schulter- und Knieverletzungen. Seine Expertise ist auch bei Sportlern gefragt. Jüngster Fall: Die Boxerin Beke Bas ist nach seiner Behandlung zurück an der Weltspitze.

Schon mehr als 20 Berufsjahre ist Privatdozent Dr. Casper Grim am Osnabrücker Klinikum tätig. Der Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Sportmedizin am Finkenhügel gilt als Schulter- und Kniespezialist – und deshalb vertrauen ihm viele Spitzenathleten. Kein Wunder also, dass sich seine Patientendatei liest wie die Gästeliste einer Sportlergala. 

An diesem Tag sitzt Casper Grimm, weiß-graues Poloshirt, weiße Hose, Beke Bas gegenüber, vierfache Boxweltmeisterin im Leichtgewicht. Die sportliche Bilanz der 31-jährigen schlagstarken Athletin ist beeindruckend: 20 Kämpfe, 20 Siege. Dass Bas diese Serie nach ihrer schweren Schulterverletzung fortführen konnte, hat sie auch ein wenig Casper Grim zu verdanken. 

Die Spitzensportlerin aus Lemgo erinnert sich zurück an das Jahr 2021. Sie war zum Sparring im Ring, um im kontrollierten Trainingskampf die gelernten Techniken unter realen Bedingungen anzuwenden. „Plötzlich spürte ich einen Schmerz in meiner linken Schulter, der alles andere als angenehm war“, schildert Bas. Dennoch biss sie die Zähne zusammen, wollte weiter fighten. Doch es ging nicht und sie ahnte, dass ein komplexer Schaden entstanden sein könnte. 

Die Belastung des Schultergelenks beim Boxen ist ausgesprochen hoch. Dass eine konservative Therapie bei der Schwere der Verletzung, die die MRT-Untersuchung offenbart hatte, nicht möglich sein würde, ahnte die 1,60 Meter große und 61 Kilo schwere Sportlerin. „Mir war klar, die OP musste verdammt gut werden“, sagt sie und lacht. Ihr Physiotherapeut, der früher selbst aktiver Sportler war und Grim als Olympiaarzt kennen und schätzen gelernt hatte, empfahl ihr den Arzt. Und so fuhr Bas von Lemgo nicht etwa nach Bielefeld oder Hannover, sondern nach Osnabrück.

„Die Athletin hat sich eine langstreckige Verletzung des Labrums der Schultergelenkspfanne zugezogen. Zusätzlich eine Verletzung der Aufhängung der Bizepssehne sowie eine Schädigung der Rotatorenmanschette“, diagnostizierte Grim in Osnabrück. Bas war sich noch auf der Rückfahrt sicher, sich von ihm operieren zu lassen. „Er hat mir die Verletzung erklärt, gesagt, sie sei nicht das Karriereende. Wenn ein Arzt so mit einem spricht, dann kann es doch nur gut werden.“

Ein Arzt mit magischen Händen also? Grim schüttelt den Kopf, antwortet: „Das natürlich nicht. Jedoch das Problem sicher und adäquat identifizieren und gemeinsam einen guten Plan machen, das ist schon mal die halbe Miete.“

Die Operation bei Bas verlief gut. Doch ihr Plan, nach der OP schnell wieder fit zu werden, scheiterte zunächst kläglich. Als Profisportlerin ist sie es gewohnt, Vollgas zu geben. Die hochmotivierte Athletin musste aber lernen: Die Zauberworte nach einer Schulteroperation lauten „stufenweise Aufbelastung“. 

Auch während dieser für sie schwierigen Zeit habe Grim sie emotional erreicht, gibt Bas zu. Fünf Monate nach der Operation feierte sie ihr Comeback. Heute sagt sie: „Aus dem ganzen Prozess habe ich viel über mich selbst gelernt und Reife mitgenommen.“

Die linke Schulter von Beke Bas, mittlerweile viermalige Weltmeisterin, ist nun sogar stärker als die rechte. Allerdings macht der 31-Jährigen nun das Knie zu schaffen. Und so steuert sie wieder das Osnabrücker Klinikum an, denn auch das Knie ist ein Spezialgebiet von Chefarzt Grim. Und der ist stolz, das Vertrauen von Top-Athleten wie Beke Bas zu genießen.

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