Osnabrück  CDU-Abgeordnete der Region Osnabrück haben geliefert – jetzt ist Lufthansa am Zug!

Jean-Charles Fays
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Von Jean-Charles Fays
| 14.11.2025 13:16 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Mathias Middelberg (l.) und Lutz Brinkmann (r.) setzten Kanzler Merz und Vizekanzler Klingbeil mit ihrem Brandbrief unter Druck – die Bundesregierung reagierte. Nun steht die Lufthansa in der Verantwortung, die FMO–München-Verbindung zu sichern. Foto: Jörn Martens/Rolf Kamper/Montage: Fays
Mathias Middelberg (l.) und Lutz Brinkmann (r.) setzten Kanzler Merz und Vizekanzler Klingbeil mit ihrem Brandbrief unter Druck – die Bundesregierung reagierte. Nun steht die Lufthansa in der Verantwortung, die FMO–München-Verbindung zu sichern. Foto: Jörn Martens/Rolf Kamper/Montage: Fays
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Nach massivem Druck aus Wirtschaft, Kommunen und von CDU-Fraktionsvize Mathias Middelberg hat Berlin am Donnerstag geliefert: Die Steuerlast für Airlines sinkt deutlich. Jetzt ist die Lufthansa am Zug, die FMO–München-Verbindung zu retten – ein Kommentar.

Selten hat politische Einflussnahme aus der Region Osnabrück so schnell und so sichtbar Wirkung gezeigt. Was noch im Oktober aussichtslos schien – die drohende Streichung der Lufthansa-Verbindung vom Flughafen Münster/Osnabrück (FMO) nach München – ist durch entschlossenes Handeln wieder offen. Die Rücknahme der Luftverkehrsteuer-Erhöhung von 2024, weitere Kostensenkungen im Luftverkehr und eine Entlastung von insgesamt 350 Millionen Euro: Das ist ein deutliches Signal aus Berlin. Die Politik hat geliefert. Jetzt muss die Lufthansa nachziehen.

Die Bedeutung der Strecke wird gerne unterschätzt. Es geht nicht nur um die 230.000 Menschen, die in diesem Jahr vom FMO nach München fliegen – jede fünfte Reise am ganzen Flughafen. Es geht um die internationale Erreichbarkeit einer Region, die stark exportorientiert, forschungsintensiv und mittelständisch geprägt ist. Fachkräfte, Investoren und weltweit vernetzte Unternehmen achten darauf, ob man eine Region schnell erreichen kann. Wer erst stundenlang mit dem Auto oder über Umwege mit der Bahn in Düsseldorf, Frankfurt oder Amsterdam landen muss, überlegt sich zweimal, ob er sich in Osnabrück ansiedelt, Forschung betreibt oder produziert. Ohne München verliert der FMO sein Tor zur Welt – und das Osnabrücker Land einen entscheidenden Standortvorteil.

Dass der Koalitionsausschuss die Steuererhöhung zurücknimmt und eine umfassende Entlastungsstrategie beschlossen hat, ist kein Zufall. Es ist das Ergebnis einer bemerkenswert geschlossenen regionalen Kraftanstrengung. Allen voran setzte der Osnabrücker CDU-Abgeordnete Mathias Middelberg – stellvertretender Fraktionschef der Union im Bundestag – sein politisches Gewicht ein. Er war einer der zentralen Initiatoren des Brandbriefs an Bundeskanzler Friedrich Merz und Vizekanzler Lars Klingbeil. Gemeinsam mit Lutz Brinkmann und fünf weiteren CDU-Abgeordneten aus Westniedersachsen und dem Münsterland platzierte er das Thema in Berlin – mit direktem Kontakt zu Kanzler Merz (CDU) und Vizekanzler Klingbeil (SPD). Unterstützt wurde dieser Druck von den Industrie- und Handelskammern, von Unternehmen, Forschungseinrichtungen und den kommunalen Spitzen aus Stadt und Landkreis. Alle machten klar: Ein Wegfall der München-Strecke würde die Region vom internationalen Luftverkehr entkoppeln. Dieses Bild hat in Berlin Wirkung entfaltet.

Mit der Rücknahme der Steuererhöhung, sinkenden Flugsicherungskosten, geringeren Sicherheitsgebühren, einer Reform der Einfuhrumsatzsteuer und dem Ende der nationalen Pflichtquote für synthetische Kraftstoffe setzt die Bundesregierung genau jene Maßnahmen um, die die Lufthansa als Voraussetzung für den Erhalt solcher Verbindungen gefordert hatte.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr hatte öffentlich erklärt, innerdeutsche Strecken stünden „auf dem Prüfstand“, darunter ausdrücklich München–Münster/Osnabrück. Sein Hauptargument: zu hohe Standortkosten in Deutschland. Diese Hürden sind nun gesenkt, viele sogar beseitigt. Die Politik hat ihren Teil getan. Die Wirtschaft hat gewarnt. Die Region steht geschlossen hinter ihrem Flughafen. Jetzt ist die Lufthansa am Zug, die FMO–München-Verbindung zu retten!

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