Manchester "Kleines Kind" Wirtz: DFB-Star wird heftig kritisiert und verspottet
Liverpool kassiert in der Premier League eine deutliche Pleite gegen Manchester City, Florian Wirtz ist erneut kein Faktor. Eine englische Fußballlegende findet deutliche Worte.
Für Florian Wirtz setzte es am Sonntagabend den nächsten Tiefpunkt: Nicht nur, dass der deutsche Nationalspieler bei der 0:3-Pleite seines FC Liverpool bei Manchester City erneut blass und ohne Scorerpunkt blieb, der 22-Jährige musste sich bei seiner Auswechslung kurz vor Schluss auch noch höhnische Gesänge der gegnerischen Fans gefallen lassen.
„What a waste of money“ („Was für eine Geldverschwendung“), skandierten die Fans der Skyblues in Richtung des Liverpool-Stars, der vor der Saison für rund 125 Millionen Euro Ablöse vom deutschen Vize-Meister Bayer Leverkusen an die Anfield Road gewechselt war. Er sollte das Team von Arne Slot, das im Sommer fast 500 Millionen Euro für Neuzugänge ausgab, spielerisch auf die nächste Stufe hieven.
Doch das gelang bisher überhaupt nicht. Kein Scorerpunkt in elf Premier-League-Spielen, immerhin in der Champions League konnte der Offensivspieler zwei Vorlagen beisteuern – beim 5:1-Sieg gegen Eintracht Frankfurt vor rund drei Wochen. Doch das genügt den Ansprüchen des englischen Meisters natürlich nicht.
Ein hartes Urteil fällte England-Legende und TV-Experte Gary Neville: „Wirtz ist ein Problem, nennen wir es beim Namen. Es ist ein Thema. Er kostet 120 Millionen Pfund und sah auf dem Platz wie ein kleiner Junge aus.“ Für Neville, der einst für Liverpools Erzrivalen Manchester United spielte, scheint Wirtz „weit von dem entfernt zu sein, was man von einem Top-Spieler erwarten würde“.
Rückendeckung bekommt er dagegen von Julian Nagelsmann. „Die Gesamtgemengelage macht es für Flo auch nicht so ganz einfach, ehrlich gesagt. Der ganze Klub ist jetzt dieses Jahr nicht so stabil, wie sie es letztes Jahr waren“, sagte der Bundestrainer am ersten Trainingstag der Nationalmannschaft vor den anstehenden WM-Qualifikationsspielen in Luxemburg und gegen die Slowakei.
Nagelsmann ergänzte: „Vielleicht sollte mal einer die Dinger, die er vorlegt, einfach mal reinschießen. Das wäre auch eine Idee. Weil so ganz wenig vor dem Tor tut er ja nicht.“ Liverpool liegt nach fünf Niederlagen aus den vergangenen sechs Partien in der Premier League nur noch auf Platz acht.
Im DFB-Dress habe Wirtz dagegen zuletzt einen verbesserten Eindruck gemacht. „Er hat im Oktober, finde ich, Schritte in die richtige Richtung getan, was so seine Intensität angeht im Spiel. Die war im September nicht ganz so hoch, wie es jetzt im Oktober der Fall war“, meinte der Bundestrainer.
Wirtz selbst gab sich nach dem Spiel gegen City entspannt, was seine aktuelle Form im Vergleich zur Bundesliga-Zeit angeht. „Es ist schon anders. Aber nach elf Spielen weiß ich jetzt genau, was auf mich zukommt. Deswegen brauche ich das jetzt auch nicht immer wieder zu erwähnen“, sagte der ehemalige Leverkusener bei „Sky“.
Neville nahm derweil Reds-Trainer Slot in die Pflicht: „Sie müssen ihn auf Vordermann bringen und ihm die Hartnäckigkeit einflößen, die er braucht, um in Form zu kommen. Sie müssen an ihm festhalten und durchhalten, aber sie müssen einen Weg finden, das Beste aus ihm herauszuholen.“