Urlaub in Oldersum Ideen für einen Wohnmobilplatz
In Moormerland fiel ein Beschluss zugunsten einer Fläche bei der Alten Seilerei. Kommt da nun ein Platz für Reisemobile?
Oldersum - Seit vielen Jahren gibt es in Moormerland Pläne für die Einrichtung eines neuen Wohnmobilplatzes. Bisher wurde das Projekt nicht verwirklicht. Im Ausschuss für Klimatschutz und Gemeindeentwicklung fiel nun eine Empfehlung zugunsten einer Fläche beim Museum Alte Seilerei. Bedeutet das, dass dort nun ein solcher Platz eingerichtet wird?
Nicht zwangsläufig, sagt Ortsbürgermeister Jens de Vries (SPD). Er bestätigt zwar, dass es die Idee gibt, dort einen kleinen Stellplatz einzurichten. Träger wäre dann die Gemeinde Moormerland. „Aber es steht noch gar nicht fest, dass ein solcher Platz an diese Stelle kommt“, schränkt er ein. Rein formal müsste ohnehin erst der Gemeinderat der Änderung des Bebauungsplans, über die im Ausschuss abgestimmt wurde, ebenfalls zustimmen. Aber diese bietet weitere Möglichkeiten.
Mehr Tourismus für Oldersum gewünscht
Denn mit dem Bauleitplanverfahren wurden die rechtlichen Voraussetzungen für eine Fläche als Sondergebiet „Wohnmobilstellplatz / Dorfplatz“ geschaffen. Die entsprechende Satzung enthält zwar Regelungen für einen kleinen Wohnmobilstellplatz und feste Zeiten für die An- und Abreise. Aber die Fläche könnte ebenso als Dorfplatz für Veranstaltungen temporär genutzt werden wie als Parkplatz, zum Beispiel für die Schollentage oder andere Veranstaltungen, dienen.
Mit der Änderung sollen laut de Vries die Möglichkeiten zum Ausbau der touristischen Nutzung erweitert werden. Das sei das klare Ziel. Moormerland ist zurzeit gemeinsam mit der Gemeinde Ihlow ins Dorfentwicklungsprogramm aufgenommen worden. Auf dieser Ebene würden noch weitere Ideen diskutiert, unter anderem für mögliche Wohnmobilplätze. „Es ist die Hoffnung damit verbunden, dass wir wieder eine Gastronomie in den Ort bekommen“, sagt de Vries. Allerdings hatten im vergangenen Jahr Anwohner bereits gegen Wohnmobile bei der Seilerei protestiert.
Mit Wohnmobil auf Bauernhöfe
Aktuell gebe es für Wohnmobilisten die Möglichkeit zur Übernachtung auf zwei Bauernhöfen in Oldersum. Einer liegt im Ortskern, der andere etwas außerhalb im Hammrich. Auch der Wohnmobilplatz der Gaststätte „Bei Cassi“ in Rorichum ist nahebei. Für eine Nacht dürfen Reisemobile ohnehin auf einem öffentlichen Parkplatz stehen – dazu werde zum Beispiel der Parkplatz beim NP-Markt in Oldersum genutzt, berichtet de Vries.
Bisher hat die Gemeinde Moormerland trotz ihrer Größe und Einwohnerzahl keine größere Camping- oder Wohnmobilanlage mit entsprechenden Versorgungseinrichtungen. Ebenso auf dem Rückzug ist die örtliche Gastronomie: Mehrere Restaurants haben in den vergangenen Jahren aufgegeben, neue sind nicht entsprechend hinzugekommen. Wer hungrig ist, kann mehrere Imbisse und Döner-Läden ansteuern. Bei der großen Onlineumfrage Ostfrieslandcheck der ostfriesischen Zeitungsverlage wurde das von vielen Teilnehmern kritisiert – Investoren sucht man dagegen vergeblich.
Protest gegen Wo-Mo-Projekte in Moormerland
Pläne für größere Anlagen für Wohnmobile stießen in Moormerland überdies auf Protest. So war vor zwei Jahren eine Überlegung für ein Gelände am Sauteler Kanal schon im Ansatz gescheitert. Bürgermeister Hendrik Schulz hatte für die Nutzung einer gemeindeeigenen Fläche am Mißgunster Weg den Kontakt zu einem überörtlichen Betreiber gesucht – aber damit waren weder der Ortsrat Boekzetelerfehn noch die Anwohner einverstanden. Nach Protesten begrub die Gemeinde das Projekt schnell wieder.
In anderen Gemeinden sind Flächen dieser Art ebenfalls nicht bei jedem willkommen. So stoppte das Oberverwaltungsgericht die Pläne eines Ehepaares aus Rhauderfehn mit 24 Stellplätzen im Ortsteil Backemoor. Deshalb wurde die Zahl der Stellplätze auf 14 verringert, um die Möglichkeiten eines Landwirtes in der Nachbarschaft zur Milchviehhaltung nicht zu begrenzen. Das Ehepaar hält am Plan mit weniger Stellplätzen fest.
In Soltborg (Gemeinde Jemgum) wurde 2021 ein Plan für einen Campingplatz inklusive Wohnmobilstellplätzen dadurch vereitelt, dass ein anderer Käufer dem Investor das vorgesehene Grundstück wegschnappte. Dieses hätte direkt am Badesee in Soltborg gelegen und sollte einen Gegenpol zum touristischen Hotspot in Ditzum darstellen.