Osnabrück  Osnabrücker Musiker Heinz Rebellius spricht im WDR-„Zeitzeichen“ über Neil Young

Ralf Döring
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Von Ralf Döring
| 11.11.2025 10:34 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Heinz Rebellius (links) ist ausgewiesener Experte, wenn es um die Musik seines großen Vorbilds Neil Young (rechts) geht. Deshalb hat ihn der WDR fürs „Zeitzeichen“ konsultiert. Foto: Manfred Pollert, Nils Meilvang/SCANPIX DENMARK/dpa
Heinz Rebellius (links) ist ausgewiesener Experte, wenn es um die Musik seines großen Vorbilds Neil Young (rechts) geht. Deshalb hat ihn der WDR fürs „Zeitzeichen“ konsultiert. Foto: Manfred Pollert, Nils Meilvang/SCANPIX DENMARK/dpa
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Neil Young zählt ohne Frage zu den einflussreichsten Figuren des Musikbusiness. Zum 80. Geburtstag am Mittwoch, 12. November, widmet ihm der WDR deshalb ein „Zeitzeichen.“ Darin kommt ein Osnabrücker Young-Experte zu Wort: Heinz Rebellius.

Es ist gelaufen, wie es häufig läuft: Jemand kennt jemanden, der jemanden kennt. In diesem Fall war es der Journalist Christopher Heimer, der einen Beitrag zum WDR-Radioformat „Zeitzeichen“ zum 80. Geburtstag von Neil Young an diesem Mittwoch, 12. November, produzieren sollte. Jemand empfahl ihm: „Melde Dich doch mal bei Heinz Rebellius.“ Und so kommt es, dass der Osnabrücker Musiker und Konzertveranstalter am Mittwoch im „Zeitzeichen“ zu hören ist.

Rebellius‘ Expertise gründet auf langjährige Erfahrung. „Kennengelernt habe ich die Musik von Neil Young zu Hause in Bitburg“, sagt er. Dort waren Ende der 1960er-Jahre amerikanische Soldaten stationiert. „Und wir hingen mit denen ab.“ Denn die GIs – so nannte man die Soldaten – hatten immer die neuesten Alben aus den USA dabei.

So hörte der junge Heinz zum ersten mal den Song „Down By The River“ – und war elektrisiert. „Das war die Initialzündung“, sagt er heute. Es folgte das nächste Album mit dem Song „Southern Man“. Rebellius nahm beide Songs hintereinander mit seinem Philipps Tonbandgerät auf und hörte sie in Dauerschleife. Als er mit 25 Jahren Berufsmusiker wurde, war Neil Young das große Vorbild – und ist es bis heute geblieben.

„Prägend für mich war die Einfachheit in Neil Youngs Texten und seiner Musik“, sagt Rebellius. „Einfache Worte, oft mit großer metaphorischer Bedeutung und inhaltlicher Tiefe.“ Zudem haben Text und Musik den gleichen Stellenwert, „was man von den meisten Songschreibern so nicht sagen kann, denen oft die Musik nur als Transportmittel ihrer Texte dient“. Das schlägt sich auch direkt in Rebellius‘ Musik nieder: „Wenn ich mich heute selbst anhöre, entdecke ich Einflüsse von Neil Young.“

Dazu kommt ein weiterer Aspekt: „Mir gefiel seine kompromisslose Einstellung beim Musikmachen“, sagt Rebellius. „Er ist immer wieder angeeckt – in der Szene, bei den Plattenfirmen.“ Auch zu Streaming-Diensten pflegt Young ein eher skeptisches Verhältnis: So verließ er die Plattform Spotify, weil in einem Podcast Menschen zu Wort kamen, die Covid leugneten oder verharmlosten. Aktuell hat er seinen Rückzug von Amazon angekündigt, denn er wolle „nicht weiter Teil eines Systems sein, das ,Amerika an Konzerne verhökert‘“, schreibt der „Rolling Stone.

Nun ist Rebellius nicht nur Musiker, sondern auch Journalist. Ob er Neil Young mal selbst getroffen hat? „Fast“, antwortet er. Neil Young gastierte in den 2000er-Jahren im Hamburger Stadtpark, und Rebellius interviewte den Bassisten Rick Rosas. „Ich wusste, Neil Young sitzt zwei Räume weiter“, sagt Rebellius. Rick habe ihn dann eingeladen, nach der Show in den Backstagebereich zu kommen, „aber als ich kam, war kein Mensch da“. Neil Young hatte offenbar keine Lust auf Menschen gehabt und alle Musiker zurück ins Hotel beordert.

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