Berlin ESC 2026: Verzögert sich die Entscheidung zum Vorentscheid wegen Diskussion um Israel?
Für den Eurovision Song Contest 2026 in Wien gibt es vor Dezember keine weiteren Informationen zum deutschen Vorentscheid. Hängt das auch mit der Diskussion um die Teilnahme Israels zusammen?
Wer vertritt Deutschland beim Eurovision Song Contest 2026 in Wien? Diese Frage dürfte nicht wenige Fans des Musikwettbewerbs interessieren. Doch Informationen zur deutschen Vorentscheidung für den Eurovision Song Contest 2026 werden laut Berichten des Online-Portals „ESC kompakt“ nicht vor Anfang Dezember erwartet. Diese Verzögerung fällt zusammen mit der weiterhin unklaren Situation bezüglich der Teilnahme Israels am Wettbewerb, über die die Europäische Rundfunkunion (EBU) im Dezember „offen diskutieren“ will, wie aus einer Mitteilung der EBU hervorgeht.
Der Südwestrundfunk (SWR), der 2026 erstmals die Federführung für den deutschen Beitrag beim Eurovision Song Contest übernimmt, hält sich mit offiziellen Details zur nationalen Auswahl noch bedeckt. Wie „ESC kompakt“ unter Berufung auf eine Antwort des SWR-ESC-Teams auf eine Social-Media-Anfrage meldet, ist demnach nicht vor Anfang Dezember mit einer offiziellen Pressemitteilung und weiteren Informationen zu Deutschlands Teilnahme zu rechnen. Dies könnte laut dem Bericht zufolge auch mit einer internationalen Krise zu tun haben.
Parallel zur Ungewissheit über den deutschen Vorentscheid steht Israels Teilnahme am ESC 2026 weiterhin zur Debatte. Die Europäische Rundfunkunion (EBU) will in einer Sondersitzung darüber abstimmen lassen, ob der israelische Sender „Kan“ angesichts des Vorgehens im Gaza-Krieg am Wettbewerb in Wien teilnehmen darf.
Diese Abstimmung war ursprünglich für November geplant, wurde aber aufgrund der vereinbarten Waffenruhe zwischen Israel und der radikalislamischen Hamas verschoben, wie „ESC kompakt“ berichtet. Nun soll die Entscheidung nach einer offenen Diskussion bei der EBU-Generalversammlung am 4. und 5. Dezember getroffen werden.
Bereits Anfang Oktober hatte sich sogar Bundeskanzler Friedrich Merz an der Diskussion um die Teilnahme Israels am ESC beteiligt. Merz würde eine Absage Deutschlands befürworten, sollte Israel nicht teilnehmen dürfen: „Ich halte es für einen Skandal, dass darüber überhaupt diskutiert wird. Israel gehört dazu“, so der Kanzler am 5. Oktober in der ARD Talkshow „Caren Miosga“.