Hunderte Menschen vor Ort  Protest in Leer gegen „Stadtbild“-Aussage von Merz

Vivien Buntjer
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Von Vivien Buntjer
| 01.11.2025 17:24 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Hunderte Menschen folgten dem Aufruf von Katharina Birch vom Leeraner Bündnis für Demokratie und Vielfalt. Foto: Bodo Wolters
Hunderte Menschen folgten dem Aufruf von Katharina Birch vom Leeraner Bündnis für Demokratie und Vielfalt. Foto: Bodo Wolters
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Wegen der Aussage zum „Stadtbild“ von Bundeskanzler Friedrich Merz wurde in Leer zu einer Demonstration aufgerufen. Hunderte Menschen kamen deswegen am Samstag in die Innenstadt.

Leer - Trotz anhaltendem Regen haben am Samstagmittag, 1. November 2025, hunderte Menschen in der Leeraner Innenstadt ein Zeichen für Vielfalt und gegen Rassismus gesetzt. Die Organisatoren und die Polizei schätzen die Teilnehmerzahl auf etwa 300 Personen. Das Leeraner Bündnis für Demokratie und Vielfalt hatte zur Demonstration auf dem Denkmalsplatz aufgerufen – Anlass waren die umstrittenen Äußerungen von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zur Migrationspolitik.

Friedrich Merz hatte Mitte Oktober bei einer Pressekonferenz in Potsdam gesagt, man mache Fortschritte bei Rückführungen, da es „im Stadtbild“ noch ein Problem gebe. Auf Kritik an dieser Aussage reagierte der Kanzler mit den Worten: „Fragen Sie mal Ihre Töchter, was ich damit gemeint haben könnte.“ Später konkretisierte er: Es gehe ihm um Einwanderer ohne Aufenthaltsrecht oder Arbeit, die sich nicht an die in Deutschland geltenden Regeln halten würden.

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"Stadtbild"-Demo in Leer
01.11.2025

Organisatorin: „Wir müssen uns wehren.“

Das Leeraner Bündnis veranstaltete deshalb um 12 Uhr auf dem Denkmalsplatz eine Kundgebung unter dem Motto: „Wir sind das Stadtbild. Unser Landkreis Leer ist bunt. Für Vielfalt – gegen Rassismus.“ Versammlungsleiterin Katharina Birch eröffnete die Demo mit eindringlichen Worten: „Wir müssen uns wehren, nicht mit Gewalt oder Hass, sondern mit Bildung, gegenseitigem Respekt, Empathie, Menschlichkeit und Solidarität.“

Auch die 15-jährige Schülerin Kathrin Gronewold ergriff das Wort. Sie fühlte sich als Tochter von den Aussagen des Kanzlers persönlich angesprochen und sagte entschlossen: „Rassismus hat hier keinen Platz und erst recht nicht in Leer.“ Gronewold betonte, wie wichtig es sei, dass auch junge Menschen ihre Stimme erheben, damit auch wirklich etwas dagegen getan werden könne.

Trotz des schlechten Wetters kamen zahlreiche Menschen zusammen, viele mit bunten Plakaten und Fahnen. Philipp Jürgens, Lehrer und Mitorganisator der Demo, zeigte sich beeindruckt: „Es ist total toll, zu sehen, wie viele Leute in so kurzer Zeit zusammenkommen.“ Nach der Kundgebung auf dem Denkmalsplatz zogen die Teilnehmenden noch einmal durch die Innenstadt, um ein gemeinsames Zeichen für Zusammenhalt zu setzen. Dabei riefen sie laut: „Wir sind das Stadtbild!“

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