Osnabrück „Ich will nicht lästig werden“: Drei Osnabrücker Senioren übers Altwerden
Worauf kommt es im Leben an, wenn man alt wird? Wir haben drei Osnabrücker gefragt: Christine Reisberg, Paul Meimberg und Rosemarie Böhm erzählen, wie Wohnträume in Erfüllung gingen und platzten, was gegen Einsamkeit hilft und was die Stadt für alte Menschen bietet.
Drei Senioren mit völlig unterschiedlichen Lebensgeschichten: Wir haben sie zum Gespräch übers Altwerden in Osnabrück gebeten und dabei erfahren, was es braucht, um im Alter glücklich zu sein.
Frage: NOZ: Wir sitzen hier in der Gemeinschaftsküche des Betreuten Wohnens am Bergerskamp, dem Zuhause von Frau Böhm. Frau Reisberg und Herr Meimberg, Sie sind beide Anfang 70. Haben Sie sich schon Gedanken darüber gemacht, wo und wie Sie leben wollen, wenn Sie mal 92 sind wie Frau Böhm?
Antwort: Christine Reisberg: Ja, wir haben uns gewaltig Gedanken gemacht und auch gewaltig dafür gearbeitet. Wir haben vor etwa zehn Jahren ein Wohnprojekt für Alt und Jung in Bielefeld gegründet und sind dann 2017 auch tatsächlich da eingezogen. Eigentlich war es unsere Idee, dort alt zu werden. Wir haben es uns sehr schön vorgestellt, und es sollte gleichzeitig auch eine Entlastung für unsere eigenen Kinder sein.
Frage: Aber jetzt leben Sie in Osnabrück. Wie kam es dazu?
Antwort: Christine Reisberg: Wir waren nach einiger Zeit enttäuscht, wie es dort lief. Und dann sind mein Mann und ich wieder ausgezogen. Dann hatte mein Mann zwei Schlaganfälle, und wir hatten das Bedürfnis, in die Nähe von einem unserer fünf Kinder zu ziehen – das ist dann Osnabrück geworden.
Frage: Jetzt wohnen Sie in einem Reihenhaus. Machen Sie sich da Gedanken, wie lange das noch klappen wird?
Antwort: Christine Reisberg: Ja, es war schon ein Kriterium, dass die Treppe breit genug ist, damit wir zur Not einen Treppenlift einbauen können. Aber wenn das im Haus nicht mehr gehen sollte … Gedanken mache ich mir schon, aber alles im Detail kann man nicht planen.
Antwort: Paul Meimberg: Ja, im Alter muss man immer damit rechnen, dass es Überraschungen gibt.
Frage: Herr Meimberg, wann ist das richtige Alter, um sich übers Wohnen im Alter Gedanken zu machen?
Antwort: Paul Meimberg: Also, wenn man auf das Arbeitsende zugeht, sollte man sich grundsätzlich Gedanken darüber machen. Und das Alter hat ja nach dem Arbeitsleben noch viele Stationen.
Frage: Wie machen Sie es?
Antwort: Paul Meimberg: Ich habe mir schon sehr früh Gedanken darüber gemacht, denn wir sind in ein Zweifamilienhaus meiner Schwiegereltern eingezogen. Das ist sehr groß.
Frage: Wann war das?
Antwort: Paul Meimberg: Das war 1988. Wir hatten drei, manchmal vier Kinder im Haus und brauchten den Platz. Aber wenn sie alle weg sind, braucht man den Platz nicht mehr. Also haben wir gleich so umgebaut, dass wir jetzt drei abgeschlossene Wohnungen im Haus haben, wovon wir zwei vermieten und selbst in der unteren Wohnung wohnen. Und heute würde ich sagen: Wir haben alles richtig gemacht.
Antwort: Rosemarie Böhm: Ja, das ist immer schön!
Antwort: Paul Meimberg: Insbesondere haben wir gesagt: Wir vermieten an Familien mit Kindern. Zu uns kommen zwar unsere Enkel, aber wir finden es gut, wenn Leben im Haus ist.
Frage: Und Sie sind vor zwei Jahren hier ins Betreute Wohnen gezogen, Frau Böhm, nur ein paar Häuser von Ihrem alten Haus entfernt.
Antwort: Rosemarie Böhm: Ja. Mein Sohn hat unser Haus jetzt umgebaut und ist gerade eingezogen.
Antwort: Paul Meimberg: Wir haben auch das Glück, dass eine Tochter ganz in der Nähe wohnt. Vor dem Kindergarten kommen die Kinder oft vorbei. Das ist unser Glück, aber man weiß ja nicht, wie lange das Glück anhält und ob man krank wird.
Frage: Frau Böhm, hatten Sie sich vorher darüber Gedanken gemacht, dass Ihnen Ihr Haus irgendwann zu groß werden könnte?
Antwort: Rosemarie Böhm: Nein. Ich habe gedacht, ich könnte bis ans Lebensende da sein, so wie ich auch meine Schwiegermutter bis zu ihrem Tod zu Hause gepflegt habe - ganz am Anfang unserer Ehe - und zuletzt meinen Mann. Mein Mann ist jetzt achteinhalb Jahre tot.
Frage: Und irgendwann ging es alleine zu Hause nicht mehr?
Antwort: Rosemarie Böhm: Ich wurde sehr krank und bin siebenmal zu Hause zusammengebrochen. Ich habe gesagt, ich will nicht ins Heim, ich will zu Hause sterben. Aber ich bin nicht gestorben. Und zuletzt haben sie gesagt, ich kann nicht mehr alleine bleiben. Und ich hab’s ja auch eingesehen. Denn man hat dann auch Angst. Ich hatte zwar einen Hausnotruf, aber die Malteser können ja auch nicht immer sofort kommen.
Frage: Wie schwer ist Ihnen der Umzug gefallen?
Antwort: Rosemarie Böhm: Der Anfang war nicht einfach. Wenn man alles zurücklassen muss und nur mitnehmen kann, was man unbedingt braucht. Aber, naja, ich bin jetzt hier.
Antwort: Christine Reisberg: Ich glaube, in Ihrer Situation geht es sehr vielen so. Sie haben noch ihre Schwiegermütter, ihre Mütter und dann ihre Männer zu Hause gepflegt und dann …
Antwort: Rosemarie Böhm: Ich war ja zuletzt die letzte Alte bei uns in der Straße. Die Häuser werden jetzt alle umgebaut. Und die Kinder sind auch nicht mehr wie früher lange zu Hause, sondern irgendwo in der Welt.
Antwort: Christine Reisberg: Das fanden wir eben in diesem Wohnprojekt in Bielefeld so toll. Wir hatten ein Konzept von etwa 50 Prozent Jüngeren und 50 Prozent Älteren - und dann hätte es irgendwann so einen fliegenden Wechsel gegeben. Meine Idealvorstellung wäre, dass Genossenschaften oder Baugesellschaften mehr so bauen, dass es für unterschiedliche Altersstufen geeignet ist. Denn solche Neubauviertel, wo nur junge Familien wohnen, das ist vielleicht am Anfang schön, aber irgendwann ist man alleine.
Antwort: Rosemarie Böhm: Bei uns hier am Bergerskamp war das schön! Die Kinder kamen zur gleichen Zeit und haben später miteinander gespielt - und auf einmal waren sie alle weg. Ich bin hier im Betreuten Wohnen gut aufgehoben. Aber wissen Sie, alte Leute werden auch manchmal komisch, wenn sie alt werden, das erlebe ich hier auch. Und dann denke ich, ja hoffentlich wirst du nicht auch mal so, wenn du noch mal hinfällst und nachher ein bisschen durcheinander bist. Vielleicht ärgert dich dann auch die Fliege an der Wand. Und dann wird man für die anderen lästig.
Frage: Das heißt, Sie haben Angst davor, für andere – wie Sie das nennen – lästig zu werden?
Antwort: Rosemarie Böhm: Ja! Ich will das nicht. Ich bin ja durch einiges durch. Ich bin als Vollwaise groß geworden und hatte kein Zuhause. Meine Söhne habe ich so erzogen, dass sie selbstständig sind. Und sie kümmern sich ja auch rührend um mich. Aber ich will nicht lästig werden.
Antwort: Christine Reisberg: Aber dass Veränderungen im Alter nicht nur körperlich geschehen, sondern vielleicht auch im Kopf, das ist eben so. Und ich finde, das ist jungen Leuten viel zu wenig bewusst. Die jungen Leute von heute sind die alten Leute von morgen. Dieses Bewusstsein haben aber viele nicht.
Frage: Ich höre also heraus: Im Idealfall hat man ein generationenübergreifendes Wohnen, sodass Jung und Alt sich auch im Alltag mischen.
Antwort: Paul Meimberg: Es geht darum, dass man Respekt füreinander einübt. Und das geht nur, wenn man miteinander lebt, und es geht nur, wenn man es immer wieder neu versucht. Denn es kann sein: Heute bist du fit, und morgen wirst du vergesslich. Und übermorgen bist du vielleicht sogar dement. Und dann bist du nicht nur lästig, sondern dann bist du richtig Arbeit für die sorgende Gesellschaft.
Antwort: Rosemarie Böhm: Ja! Der Arzt hat mir ja auch gesagt: Machen Sie möglichst viel selbst - und das mache ich auch und das macht mir auch Freude, auch wenn es mühsam ist. Aber es kann passieren, dass man aus dem Krankenhaus zurückkommt und es geht gar nichts mehr. Das habe ich hier jetzt oft genug erlebt.
Antwort: Christine Reisberg: Aber trotzdem möchte ich mit Respekt behandelt werden. Auch wenn ich demenziell verändert wäre.
Antwort: Rosemarie Böhm: Natürlich!
Antwort: Christine Reisberg: Jeder Mensch ist gleichviel wert.
Antwort: Paul Meimberg: Ich habe zwei Geschwister, die im Laufe des Alters schwerbehindert wurden und heute nicht mehr leben. Daher weiß ich genau, was es bedeutet, auf einen Rollstuhl angewiesen zu sein und in der Schwerbehinderung diskriminiert zu werden.
Frage: Wie sieht es bei Ihnen aus mit der Angst, anderen zur Last zu werden?
Antwort: Paul Meimberg: Ich gehe zweimal die Woche zum Sport morgens, um mich fit zu halten. Ich versuche, mich geistig fit zu halten, indem ich mich verschiedenen Herausforderungen stelle. Oder ich bin zum Beispiel dienstags in einer Gruppe vom Osnabrücker Kanu-Club, wo Männer sich treffen, miteinander reden und auch Sachen reparieren.
Frage: Gibt es bei Ihnen und Ihren Kindern bereits einen Rollenwechsel?
Antwort: Christine Reisberg: Bei uns ist das eigentlich fließend. Momentan helfen wir meiner Tochter noch viel mit den Enkeln, aber in manchen Bereichen, da rufe ich sie an und dann hilft sie mir. Zum Beispiel, was die ganze Digitalisierung angeht, wenn es darum geht, irgendwelche Tickets zu bestellen. Ich finde, es gibt in diesem Bereich eine Altersdiskriminierung, ganz eindeutig.
Antwort: Rosemarie Böhm: Ich komme da überhaupt nicht mit, was die Jungen alles am Handy machen.
Antwort: Paul Meimberg: Ich kann auch überhaupt nicht alles am Handy. Aber es gibt 13 Digital-Treffs in Osnabrück, wo man sich Hilfe holen kann von ehrenamtlichen Senioren, die in ihrem Beruf gelernt haben, wie man damit umgeht. Ich gehe mit meinem Laptop dorthin - mache ich wirklich! - und frage dann, ob sie mir helfen können.
Frage: Jetzt sind wir bei der Kernfrage: Kann man in Osnabrück gut alt werden?
Antwort: Paul Meimberg: Ich glaube, ja. Warum? Weil es so viele Unterstützungsmöglichkeiten für ältere Leute gibt. Ich kenne einige Senioren, die nach Osnabrück gezogen sind, weil es eine Stadt ist, die für Senioren lebenswert ist. Auch durch ihre Stadtteile, ihre Grünflächen und auch das Umland, das viele Ziele anbietet.
Frage: Frau Reisberg, Sie sind ja erst vor zwei Jahren mit ihrem Mann hierhergezogen. Wie ist die Stadt aus Ihrer Sicht für Senioren aufgestellt?
Antwort: Christine Reisberg: Grundsätzlich finde ich, dass Osnabrück wirklich eine liebenswerte und lebenswerte Stadt ist mit ihren kleinen Macken, die es aber in jeder Stadt gibt. Die Digitalberatung, die Wohnberatung, die wir selbst in Anspruch genommen haben, um unser Reihenhaus altersgerechter zu machen, die Seniorenberatung. Als wir neu waren in Osnabrück, waren wir froh, dass wir dort hingehen konnten. Ich könnte weitermachen mit der Kultur …
Frage: Aber diese ganzen Angebote für Senioren, die muss man sich auch aktiv holen. Oder gibt es auch eine Art Bring-Struktur, Herr Meimberg?
Antwort: Paul Meimberg: Generell, wenn man sich verändern will, muss man sich das holen. Wenn man das möchte, dann gibt es viele Möglichkeiten.
Antwort: Christine Reisberg: Aber Paul, wir beide sind auch fitte Alte. Ich weiß von viel Einsamkeit, gerade bei alten Leuten. Nicht jeder kann im Internet recherchieren, man hat vielleicht keine Familie oder ist nicht mehr so mobil. Ein bisschen mehr aufsuchende Angebote fände ich schon schön. Mir ist aufgefallen, dass es hier in Osnabrück sehr viele aktive Kirchengemeinden gibt. Die machen auch Besuchsdienste.
Frage: Wie haben Sie sich eigentlich diese Stadt erschlossen, als Sie vor zwei Jahren hergezogen sind? Wie knüpft man mit um die 70 nochmal komplett neue Kontakte?
Antwort: Christine Reisberg: Also, einmal bin ich viel mit dem Fahrrad und auch zu Fuß unterwegs gewesen, um mich zu orientieren. Osnabrück ist ja viel kleiner und übersichtlicher als Bielefeld. Und dann habe ich versucht, mir Gruppen zu suchen, die mich inhaltlich interessiert haben, also zum Beispiel Chor, Yoga, Kirchengemeinde. Ich habe auch viel investiert in Nachbarschaftskontakte.
Frage: Haben Sie einfach geklingelt?
Antwort: Christine Reisberg: Ja, und wenn ich merkte, dass ein gegenseitiges Interesse besteht, habe ich auch mal zum Kaffee eingeladen. Wir werden auch dieses Mal wieder beim lebendigen Adventskalender im Schinkel mitmachen. Nachbarschaftskontakte sind für mich sehr wichtig, um mich zu Hause zu fühlen.
Antwort: Paul Meimberg: Es gibt auch noch andere Möglichkeiten. Man kann zum Beispiel Mitglied in einem Bürgerverein werden. Man lernt dadurch ganz andere Leute kennen, mit denen man sonst nichts zu tun haben würde, auch über Altersgrenzen hinweg. Auch das ist ja wichtig, sonst wird es langweilig. In Sportvereinen klappt das genauso gut.
Antwort: Christine Reisberg: Zusammen mit den Begegnungszentren in den einzelnen Stadtteilen und den Kirchengemeinden gibt es hier schon eine ganz schöne Dichte. Aber man muss sich auch reinhängen. Es kostet auch alles Zeit, und nebenher betreut man noch die Enkel. Und es ist nicht alles von Erfolg gekrönt.
Frage: Sie haben vorhin gesagt, dass Sie anfangs viel mit dem Rad durch die Stadt gefahren sind …
Antwort: (Christine Reisberg zeigt mit dem Daumen nach unten.)
Frage: Dann lassen Sie uns doch bitte noch über das Thema Mobilität für Senioren in Osnabrück sprechen!
Antwort: Christine Reisberg: Fahrradfahren ist ziemlich furchtbar. Wir wohnen in Schinkel-Ost und die Fahrt über den Neumarkt ist wirklich Horror. Inzwischen kenne ich auch Umwege, aber die sind alle weiter. Mein Mann ist mit seinem elektrischen Dreirad unterwegs, das ist ziemlich breit. Oft gibt es bei kombinierten Rad- und Gehwegen diese Gitter, da kommt er mit seinem Rad gar nicht durch. Geschweige denn, dass er das Rad in den Bus kriegt. Und dann sind die Fahrradwege manchmal nicht gut markiert.
Frage: Wenn wir schon beim Negativen sind: Was stört Sie noch an Osnabrück?
Antwort: Christine Reisberg: Es gibt wirklich zu wenige öffentliche Toiletten!
Antwort: Paul Meimberg: Ja! Das ist ein dauerndes Thema.
Antwort: Christine Reisberg: Und das zweite ist ein ganz anderer Bereich: Die ärztliche Versorgung ist schlecht. Ich habe den Vergleich mit Bielefeld. Versuchen Sie mal in Osnabrück, einen Termin beim Facharzt zu bekommen …
Frage: Und wie sieht es mit dem ÖPNV aus?
Antwort: Christine Reisberg: Ich hole mir für die Wintermonate das Deutschlandticket. Und mein Mann ist total auf den Bus angewiesen. Es gibt so ein paar Besonderheiten in Osnabrück, die mir unerklärlich sind.
Frage: Erzählen Sie mal.
Antwort: Christine Reisberg: Warum die Buswartehäuschen, wo man sich unterstellen kann, so oft so weit von der Stelle entfernt sind, wo der Bus hält. Oder wieso am Neumarkt die Bushaltestellen so weit auseinandergezogen sind. Und die Busse halten oft nicht an der Bordsteinkante. Für meinen Mann mit seinem Rollator ist das wirklich ein Problem.
Antwort: Rosemarie Böhm: Eins wollte ich noch sagen: Man ärgert sich, wenn man alt ist, am meisten über sich selbst. Wenn man merkt, es geht nicht mehr und was man alles nicht mehr kann.
Frage: Bewegen Sie sich aus Ihrem direkten Umfeld noch heraus?
Antwort: Rosemarie Böhm: Nein, mehr als ein bisschen hier spazieren gehen mit dem Rollator geht nicht. Ich kann nicht mehr in die Stadt, außer, wenn die Kinder mich mitnehmen. Ich kann auch nicht zum Einkaufen. Nur einmal die Woche, wenn der Eiermann hierherkommt ...
Frage: Ich habe noch eine Frage: Was braucht es, um im Alter glücklich und zufrieden zu sein?
Antwort: Christine Reisberg: Ich sage: Beziehungen. Und Freundschaften.
Antwort: Paul Meimberg: Kontakte, Gespräche, Kommunikation.
Antwort: Christine Reisberg: Familie ist natürlich auch sehr wichtig.
Antwort: Rosemarie Böhm: Und ich sage natürlich von meinem Beruf her: der Glaube. Das ist mein Beruf, meine Berufung als Diakonin.
Antwort: Christine Reisberg: Ich würde noch hinzufügen: Respekt. Auch wenn man im Bett liegt und sich nicht mehr artikulieren kann.
Frage: Welche Rolle spielt Geld, um glücklich alt werden zu können?
Antwort: Paul Meimberg: Es gibt einen nicht unerheblichen Teil, der mit wenig auskommen muss im Alter. Das motiviert ja eher zum Unglücklich sein. Deshalb ist es in der Gesellschaft und auch in unserer Stadt wichtig, dass man den Personen, die diese finanzielle Kraft nicht haben, Angebote macht. Damit auch sie das Glücksmoment von Lächeln und Humor erleben können. Da geht es um Würde im Alter.
Antwort: Christine Reisberg: Die Möglichkeit, in Würde alt zu werden, finde ich total wichtig. Und wenn so eine Stadt mit ihren Angeboten dazu beiträgt, dann ist es eine gute Stadt.