Heseler rüsten Oldtimer auf Projekt Feuerwehrauto – alter Opel blitzt in frischem Rot
Mit der Restaurierung eines Feuerwehrautos von 1957 geht es voran. Udo Kuhr und Jens Boelsems freuen sich Unterstützung für das Projekt. Die erste Fahrt rückt näher – aber es gibt noch Tüftelarbeit.
Hesel - Ohne Motorhaube und Kotflügel sieht der Feuerwehrwagen noch urtümlicher aus. Die Frontscheiben fehlen noch, ebenso die Sitze. Trotzdem schätzt Udo Kuhr: „Etwa drei Viertel sind geschafft. Wir müssen eigentlich nur noch zusammenbauen.“ Mit Jens Boelsems hat er im Januar mit der Restaurierung des Opel Blitz angefangen. Der Wagen war von 1957 bis 1987 das Einsatzfahrzeug der Heseler Feuerwehr. Langsam erwacht er zu neuem Leben.
Im vergangenen Jahr entdeckten die Heseler den Oldtimer zufällig beim Vorbesitzer. Schnell entschlossen sie sich, das Fahrzeug zu erneuern. Haben Sie es zwischendurch schon bereut? „Nein“, sagen die beiden. Zwar habe es unerwartete Probleme gegeben, aber „es macht viel Spaß“, versichert Udo Kuhr. „Wir verstehen uns noch immer gut“, bestätigt Boelsems. Außerdem freuen sie sich über große Unterstützung für ihr Projekt.
Firmen und Freunde halfen
So gab es finanzielle Unterstützung von der Sparkasse Leer-Wittmund. Um diese zu erhalten, mussten die beiden allerdings einen Verein gründen: Die „Feuerwehr-Freunde Hesel“ sind inzwischen eingetragen. Andere halfen mit Sachverstand und Material. Örtliche Firmen sponsorten die Farbe, halfen mit neuen Front- und Seitenscheiben und Holzleisten und unterstützten bei den Schweißarbeiten. Bei Letzterem war zudem ein Betrieb in Stuttgart eine große Hilfe: „Der gute Mann hat die Blechteile, die wir brauchten, aus einem anderen Fahrzeug rausgeschnitten“, sagt Kuhr.
Ohne diese wären die Heseler aufgeschmissen gewesen. „Dann hätten wir nicht weitermachen können“, glaubt Boelsems. Überhaupt stöberten die beiden viele Ersatzteile über das Internet auf, zum Beispiel neue Kotflügel. „Die Ausgaben belaufen sich auf 5000 Euro“, sagt Kuhr – das meiste Geld kam bei Aktionen wie einem Glühweinabend oder einem Fußballturnier mit der Feuerwehr, dem Schützenverein und der Altliga-Mannschaft des TSV Hesel zusammen. „Mit so viel Hilfe hätten wir nicht gerechnet“, freuen sich die Feuerwehr-Freunde.
Die TÜV-Prüfung für den Oldtimer naht
Sie haben noch einiges vor sich. Als Nächstes wollen sie die Frontscheiben wieder einsetzen. Beim Ausbau ging eine zu Bruch, „die andere kam fast von selbst raus“, sagt Kuhr. Die Kotflügel und die Motorhaube müssen noch montiert werden – die Teile liegen frisch lackiert bereit. Dann steht die TÜV-Prüfung bevor. „Eigentlich sollte er durchkommen“, glauben beide. Damit wäre ein wichtiger Punkt erledigt. Um die Erneuerung der Inneneinrichtung wollen sie sich anschließend kümmern. Die besteht nämlich zu weiten Teilen aus Holz, das unter Nässe gelitten hat.
Zwei- oder dreimal die Woche treffen sich Kuhr und Boelsems, um an dem Opel zu arbeiten. Manches gleicht einem Puzzle. „Es ist gut, dass es Gleichgesinnte gibt“, sagt Kuhr. Über soziale Netzwerke und das Internet habe er Kontakt zu anderen Feuerwehr-Oldtimerfreunden gefunden, die wertvolle Tipps geben konnten. „Leider sind die meisten in Süddeutschland“, bedauert er. Trotzdem wurden schon gegenseitige Besuche angekündigt. Wann die erste Fahrt unternommen werden kann, ist offen.
Aber auf jeden Fall soll der Opel Blitz im kommenden Jahr wieder fahren. „Dann geht es nach Italien“, kündigt Udo Kuhr an. Ob er das ernst meint? Es wäre auf jeden Fall eine längere Fahrt. Obwohl ein Sechszylinder den Opel Blitz antreibt, leistet der nur 62 PS. Mehr als 80 Kilometer pro Stunde wären als Reisegeschwindigkeit nicht möglich. Und es ist ja vorher noch einiges zu tun, bevor der rote Blitz wieder durch Hesel rollt.