Schweinfurt  Zwei Startelf-Überraschungen führen VfL Osnabrück zum 2:1-Sieg in Schweinfurt

Susanne Fetter, Benjamin Kraus
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Von Susanne Fetter, Benjamin Kraus
| 25.10.2025 18:36 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Traf für den VfL zur Führung: David Kopacz, hier im Zweikampf gegen Kevin Fery (Schweinfurt). Foto: Michael Titgemeyer
Traf für den VfL zur Führung: David Kopacz, hier im Zweikampf gegen Kevin Fery (Schweinfurt). Foto: Michael Titgemeyer
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Der VfL Osnabrück hat sich nach der 0:4-Niederlage gegen Hoffenheim II mit einem 2:1-Sieg beim 1. FC Schweinfurt in der 3. Fußball-Liga zurückgemeldet. Trainer Timo Schultz hatte in der Startelf kräftig rotiert - und vor allem zwei Überraschungen trugen maßgeblich zum Erfolg bei, durch den die Lila-Weißen den 4. Tabellenplatz behaupteten.

Der erste Weg ging zu den Fans. Knapp 1200 hatten den VfL Osnabrück nach Schweinfurt begleitet und sie feierten ausgiebig und laut mit ihrer Mannschaft. Erst zum zweiten Mal traten die Lila-Weißen im Sachs-Stadion an. Wie schon 1990 nahmen sie einen Sieg mit. Damals war es ein 3:0. Diesmal erkämpften sich die Osnabrücker ein verdientes 2:1. Es war kein schönes Spiel an diesem verregneten Herbsttag in Franken, aber drei wichtige Punkte - und die erhoffte Reaktion auf die 0:4-Heimniederlage gegen Hoffenheim II in der Woche zuvor.

Nach dieser hatte Trainer Timo Schultz angekündigt, einige Wechsel vorzunehmen. Auch, weil die „zweite Garde“ beim Testspiel am Sonntag beim Hamburger SV überzeugte. Mit 3:1 gewann der VfL Osnabrück dort. Doppeltorschütze David Kopacz dürfte auch deshalb in Schweinfurt in die Startelf gerutscht sein. Überraschend begann dort auch Kevin Wiethaup im zentralen Mittelfeld neben Bjarke Jacobsen. Bryan Henning und Fridolin Wagner, die sich dort bisher abgewechselt hatten, saßen beide auf der Bank. Für Wiethaup war es der erste Startelfeinsatz in dieser Saison und der vierte überhaupt. Kopacz hatte in den ersten beiden Partien begonnen, war danach aber nun noch zu zwei Kurzeinsätzen gekommen.

Darüber hinaus kehrte Niklas Wiemann nach überstandener Innenbandverletzung zurück in den Kader. Er ersetzte auf der linken Seite der Innenverteidigung Robin Fabinski, der auf die rechte Seite der Dreierkette wechselte. Theo Janotta saß dagegen auf der Bank, Yigit Karademir, der gegen Hoffenheim hier begonnen hatte, war nicht im Kader. Dazu begann diesmal wieder Kevin Schumacher für Frederik Christensen. Die beiden Außenbahnspieler wechseln sich stetig in dieser Saison auf der linken Seite ab.

Früh kam der VfL in Schweinfurt zu seiner ersten Chance. Kopacz zog auf der rechten Seite im Strafraum ab. Nur knapp ging der Ball am Tor vorbei. Im Gegensatz zu den letzten Spielen, wirkten die Osnabrücker schon in der ersten Viertelstunde wach. Auf keinen Fall wollten sie als Aufbaugegner des Tabellenletzten dienen, der bislang erst einen Sieg auf dem Konto hat, aber schon zehn Niederlagen kassierte.

Die nächste Möglichkeit leitete Wiethaup mit einem Ballgewinn im Mittelfeld ein. Schnell spielte er den Ball weiter zu Meißner, dessen Schuss zwar nicht im Tor landete, aber in einer Ecke mündete. Völlig frei kam Jacobsen, der bereits drei Treffer erzielt hatte im Strafraum zum Kopfball, setzte den Ball aber vorbei.

Der VfL hatte die Partie im Griff, Schweinfurt kam nur selten in die Nähe des Osnabrücker Tores. In der 39. Minute warf sich Schumacher einmal artistisch Strafraum in einen Schuss der Gastgeber. Danach leitete Wiethaup mit einem schönen Lauf auf der linken Seite schnell den Konter ein, Kehl leitete den Ball weiter zu Kopacz auf die rechte Seite. Aus rund 25 Metern zog der Offensivmann ab und traf zum 1:0 (40.) für den VfL. Es war eine verdiente Führung gegen den bemühten, aber harmlosen Aufsteiger.

Der VfL kam gut aus der Kabine und hatte mit Meißner sofort die erste Chance. Eingeleitete hatte sie Kehl. Doch der Schuss des Stürmers ging knapp vorbei. Doch auch Schweinfurt wurde nun mutiger. Jannik Müller war bei eine Hereingabe von Uche Obiogumu wachsam, Torwart Lukas Jonsson lenkte einen Schuss von Jakob Tranziska an den Pfosten. Die Partie entwickelte sich zu einem offenen Schlagabtausch. Nach etwa 20 Minuten übernahm der VfL dann allerdings wieder mehr und mehr die Kontrolle und suchte wieder konsequent den Weg in den Strafraum der Gastgeber.

Dabei leitete Wiethaup gut den Ball zum eingewechselten Christensen weiter, dessen Hereingabe aber keinen Abnehmer fand. Kurz darauf zog der Youngster dann selbst aus etwa 25 Metern ab. In der 75. Minute drehte sich Ekin Celebi in den Laufweg von Kopacz, der im Strafraum zu Fall kam. Schiedsrichter Jonah Besong entschied sich gegen einen Elfmeterpfiff.

Kurz bevor Schultz weitere Impulse von der Bank geben wollte, leitete Wiethaup im Mittelfeld einen guten Angriff ein, Kopacz legte im Strafraum den Ball zu Robin Meißner, der in der 77. Minute zum 2:0 traf. Wiethaup und Kopacz durften kurz darauf vom Platz - die Überraschungswechsel des Trainers hatten ihr Tagwerk erfolgreich beendet.

Der VfL hatte die Partie danach fest im Griff, trotzdem gelang Schweinfurt noch der Anschlusstreffer. Wiemann bekam im Strafraum einen Schuss nicht gut geklärt, Schweinfurts Nico Grimbs nutze das Durcheinander, schnappte sich den Ball und traf zum 1:2.

Der VfL kämpfte sich durch sechs lange Minuten Nachspielzeit, nahm am Ende aber nicht unverdient drei Punkte beim Tabellenschlusslicht der 3. Liga mit - und die Erkenntnis, dass die Breite des Kaders in dieser Saison einige Möglichkeiten bereithält.

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