Volkswagen  Kann VW Produktionsstopp abwenden?

Petra Herterich
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Von Petra Herterich
| 23.10.2025 11:52 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Produktion von ID.7 und ID.4 bei VW in Emden. Foto: Sina Schuldt/dpa
Die Produktion von ID.7 und ID.4 bei VW in Emden. Foto: Sina Schuldt/dpa
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Der Autobauer hat große Probleme wegen fehlender Halbleiter. Auch im Emder Werk wurde ein Produktionsstopp befürchtet. Nun bahnt sich eine Lösung an.

Emden - Lieferprobleme beim Chiphersteller Nexperia sorgen für große Verunsicherung bei den Autobauern. Vor allem Volkswagen ist betroffen. Für das Emder Werk hatte der stellvertretende Vorsitzende des Betriebsrates, Herbert de Vries, sogar einen Produktionsstopp nicht ausgeschlossen. Jetzt zeichnet sich eine Lösung ab.

Gegenüber dem „Handelsblatt“ zeigte sich VW jetzt hoffnungsvoll, die drohende Kurzarbeit in seinen Werken doch noch verhindern zu können. „Wir haben einen alternativen Lieferanten, der den Lieferausfall der Nexperia-Halbleiter ausgleichen könnte“, sagte VW-Markenproduktionsvorstand Christian Vollmer gegenüber dem „Handelsblatt“. Um wen es sich handelt, wollte er demnach nicht verraten. Es werde derzeit verhandelt.

Lies: „Autobauer geraten zwischen die Fronten“

Einem Bericht der „Bild“ zufolge ist VW aber auch mit der Arbeitsagentur im Gespräch über mögliche Kurzarbeit für mehrere Zehntausend Mitarbeiter. Der Konzern wollte das nicht kommentieren.

Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) äußert sich angesichts möglicher Halbleiter-Engpässe besorgt über die Folgen für die Autobranche. „In der Handelsauseinandersetzung zwischen China und den USA geraten jetzt die europäischen Autobauer und ihre Zulieferer zwischen die Fronten“, sagte er dem „Handelsblatt“.

De Vries: „Noch keine konkreten Pläne für Emder Werk“

Volkswagen hatte am Mittwoch, 22. Oktober 2025, seine Belegschaft bereits über die Möglichkeit von Produktionsausfällen informiert. „Vor dem Hintergrund der dynamischen Lage können Auswirkungen auf die Produktion kurzfristig jedoch nicht ausgeschlossen werden“, hieß es in einer Mitarbeiterinformation, die dem „Handelsblatt“ vorlag. Betriebsrat de Vries hatte schon am Dienstag gegenüber unserer Redaktion gesagt: „Es wird Schwierigkeiten geben, aber wir haben noch keine konkrete Planung, was das für den Standort Emden bedeuten wird. Aber ein Produktionsstopp ist auch in Emden nicht ausgeschlossen.“

Bei Nexperia gibt es Lieferprobleme, nachdem die niederländische Regierung die Kontrolle über die bisher von einer chinesischen Konzernmutter geführte Firma übernommen hatte. China stoppte daraufhin die Ausfuhr von Nexperia-Produkten wie Chips für die Autoindustrie.

Ein Mitarbeiter der Nexperia Germany GmbH hält ein Zwischenprodukt der Halbleiterproduktion, einen sogenannten Wafer, mit einer Pinzette fest. Foto: David Hammersen/dpa
Ein Mitarbeiter der Nexperia Germany GmbH hält ein Zwischenprodukt der Halbleiterproduktion, einen sogenannten Wafer, mit einer Pinzette fest. Foto: David Hammersen/dpa

In Emden stehen die Bänder derzeit tageweise still

Das Volkswagen-Werk Emden muss von Mitte Oktober bis Mitte November ohnehin für mehrere Tage die Produktion einstellen. Grund sind Absatzprobleme, hauptsächlich beim vollelektrischen SUV ID.4. Wie Betriebsrat Manfred Wulff bereits Anfang Oktober mitteilte, wird die Produktion noch an diesem Donnerstag, 23. Oktober, und am Freitag, 24. Oktober, komplett ruhen. Zu weiteren Schichtabsagen sollte es demnach am Freitag, 7. November, und am Freitag, 14. November, kommen.

Wulff hatte bei der Ankündigung der gestrichenen Schichten gehofft, dass damit „für dieses Jahr Ruhe sei“. Er schob noch nach: „Aber absolut sicher sein kann man sich da nie.“ Angesichts der Lieferprobleme beim Chiphersteller ist erstmal wieder alles offen.

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