Osnabrück Trotz Chip-Krise: VW Osnabrück soll nach Schließwoche wieder T-Roc-Cabrios produzieren
Der Lieferstopp für Chips aus China könnte bald vielerorts die Automobilproduktion stilllegen. Volkswagen sondiert derzeit die Lage. Im Osnabrücker Werk soll derweil am Montag die Produktion der T-Roc-Cabrios wieder starten.
Es ist zurzeit ruhig im Volkswagen-Werk in Osnabrück. Schuld daran ist allerdings nicht die aktuelle Chip-Krise. Der Standort befindet sich in einer geplanten Schließwoche, daher ruht die Produktion. Am Montag soll das T-Roc-Cabrio wieder vom Band laufen.
Doch bleibt es dabei? Die chinesische Regierung hat den Export von Nexperia-Bauteilen verboten. Der Grund: Um den Technologie-Transfer an den chinesischen Mutterkonzern Wingtech zu verhindern, hatte der niederländische Staat zuvor die Kontrolle über den niederländischen Halbleiter-Hersteller übernommen. Der Lieferstopp betrifft potenziell weite Teile der deutschen Industrie, unter anderem die Automobilindustrie.
Auch im Volkswagen-Konzern werden Bauteile mit Nexperia-Chips verwendet. „Derzeit ist die Produktion unbeeinträchtigt. Vor dem Hintergrund der dynamischen Lage können Auswirkungen auf die Produktion kurzfristig jedoch nicht ausgeschlossen werden“, teilt der Konzern mit. Im Osnabrücker Werk sei die Versorgungslage bislang stabil, so eine Sprecherin.
Das bedeutet auch: Am Montag soll – mit Ende der geplanten Schließzeit – die Produktion der T-Roc-Cabrios wieder wie gewohnt anlaufen, sagt Betriebsratsvorsitzender Jürgen Placke. Wie lange gegebenenfalls produziert werden könne, sei offen. Seitens des Konzerns heißt es: „Mögliche Entwicklungen werden aufmerksam verfolgt und fortlaufend bewertet.“
Der Halbleiter-Hersteller Nexperia ist einer der weltgrößten Chip-Hersteller und beliefert verschiedene Zulieferer der deutschen Automobilindustrie. Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies äußerte sich angesichts möglicher Halbleiter-Engpässe besorgt über Folgen für die Autobranche. „In der Handelsauseinandersetzung zwischen China und den USA geraten jetzt die europäischen Autobauer und ihre Zulieferer zwischen die Fronten“, sagte Lies (SPD) dem „Handelsblatt“. Das seien längst keine Kollateralschäden mehr. Die Zeit dränge, Europa brauche „schnell eine Lösung – eher heute als morgen, bevor Bänder stillstehen“.