Wyk Föhr  Todesfall auf Jahrmarkt auf Föhr: 35-Jähriger und Sicherheitsdienst geraten aneinander

Susan Müller-Paulsen und Jörg Brökel
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Von Susan Müller-Paulsen und Jörg Brökel
| 19.10.2025 12:52 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Erste Blumen weisen auf den tragischen Todesfall vor dem Autoscooter hin. Foto: Susan Müller-Paulsen
Erste Blumen weisen auf den tragischen Todesfall vor dem Autoscooter hin. Foto: Susan Müller-Paulsen
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Nach dem Tod eines Unternehmers auf dem Wyker Jahrmarkt untersucht die Mordkommission den Vorfall. Der Markt bleibt unter Auflagen geöffnet. Die Ursache für den Todesfall ist noch unklar.

Zu einem Todesfall ist es am Samstag, 18. Oktober, auf dem Wyker Jahrmarkt gekommen. Ein bekannter Unternehmer der Insel starb unter noch ungeklärten Umständen am Abend. Intensive Versuche der Rettungskräfte, den Mittdreißiger wiederzubeleben, schlugen fehl. Gegen 23 Uhr fiel der Entschluss, den Jahrmarkt für diesen Tag zu schließen.

Am Morgen trafen sich eine Abordnung der Schausteller, der veranstaltenden Föhr Tourismus GmbH (FTG), Mitarbeiter des Ordnungsamtes und der Amtsverwaltung zu einem Krisengespräch im Rathaus. Beschlossen wurde, dass trotz der traurigen Ereignisse der Jahrmarkt fortgesetzt wird, wenn auch unter Einschränkungen.

Der sichtlich betroffene Marktleiter Roberto Caso (FTG) erklärte gegenüber unserer Redaktion: „Wir öffnen von 14 bis 21 Uhr, mit gedämpfter Musik.“ Der stellvertretende Amtsleiter Uli Hess sagte, dass diese Entscheidung in Abstimmung mit der betroffenen Familie erfolgt sei. Den in den Vorfall verwickelten Sicherheitsdienst habe man noch am selben Abend durch Mitarbeiter des Ordnungsamtes Föhr-Amrum ersetzt.

Nach verschiedenen Augenzeugenberichten soll es gegen 21 Uhr zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen Mitarbeitern des beauftragten Sicherheitsunternehmens und dem später Verstorbenen gekommen sein. Dabei sei der 35-jährige Mann von zwei Mitarbeitern des Security-Dienstes zu Boden gebracht und über einen längeren Zeitraum am Boden festgehalten worden sein. Daraus entwickelte sich möglicherweise ein medizinischer Notfall.

Die alarmierten Notfallhelfer von der Insel leiteten Rettungsmaßnahmen ein. Diese zogen sich, laut Augenzeugen, über einen längeren Zeitraum hin. Vergeblich: Der Mann starb vor Ort. Gegen 23 Uhr wurde daraufhin der Markt geschlossen. Die Besucher wurden aufgefordert, den belebten Jahrmarkt zu verlassen. Am Sonntagmorgen reisten Ermittler der Mordkommission aus Flensburg an, um den Vorfall zu untersuchen. Einzelheiten zu den Vorgängen würden vermutlich erst am Montag bekanntgegeben werden.

Die Jahrmarktsbeschicker sprachen der Familie ihr Beileid aus. „Die Betroffenheit der Schausteller ist groß“, sagte Ludolf Fock, der Betreiber des Autoscooters. Vor seinem Fahrgeschäft hatte sich das Unglück abgespielt. Er war zum Zeitpunkt des Geschehens selbst nicht vor Ort. Er sei seit 1968 im Geschäft und auch regelmäßig auf Föhr. So etwas sei in Schleswig-Holstein noch nie vorgefallen.

Die Schausteller hätten jede Entscheidung über eine Fortsetzung des Marktes akzeptiert. „Wir hätten uns nach den Wünschen der Wyker gerichtet“, erklärte der Neumünsteraner Unternehmer. „Wir hätten auch geschlossen. Geld spielt da keine Rolle“, sagt Dieter Fehlauer vom Fahrgeschäft „Break Dancer“.

Andere Schausteller zeigten sich erleichtert über die beschlossene Fortsetzung des Jahrmarktes. Viele Kinder hätten sich schließlich lange auf die Traditionsveranstaltung gefreut. Und auch Auswärtige – zum Beispiel von Amrum – seien extra angereist, um die tollen Tage zu genießen. Auch der Geschäftsführer der FTG, Jochen Gemeinhardt, äußerte sich inzwischen zu den Vorgängen vom Samstagabend. „Als Veranstalter des Jahrmarktes sind wir tief betroffen von diesem tragischen Vorfall. Den Angehörigen der verstorbenen Person gilt unser aufrichtiges Beileid,“ sagte Gemeinhardt.

Bürgermeister Uli Hess, der den Amtsdirektor derzeit vertritt, zeigte sich ebenfalls tief betroffen von dem Unglück. Man werde die Situation am Sonntagabend sehr genau beobachten. Sollte die Stimmung spürbar in Aggressivität umschlagen, behalte man sich vor, den Jahrmarkt auch vorzeitig abzubrechen.

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