Hamburg Whatsapp, bitte lass die Spielereien, wir wollen einfach nur schreiben
Whatsapp war einmal ein Ort für einfache Kommunikation: eine Nachricht, eine Antwort, fertig. Heute gleicht der Messenger einem sozialen Netzwerk. Warum das einfach nur noch nervt.
Es war einmal eine App, die einfach war. Man schrieb eine Nachricht, bekam eine Antwort. Kein Schnickschnack, keine Kanäle, kein „Status“, der einem unaufgefordert die Urlaube der Menschen zeigte, von denen man bei Ebay vor drei Jahren ein Regal gekauft hat. Davon ist heute nicht mehr viel übrig.
Zuerst kamen die Newsletter, das war noch ganz nützlich. Dann folgten die Kanäle – endlich das Weltgeschehen direkt im Messenger. Kurz darauf tauchten Musikclips in den Statusmeldungen auf: verspielt, aber noch zu verschmerzen. Jetzt können sich Nutzer sogar Benutzernamen aussuchen. Whatsapp wirkt plötzlich mehr wie ein soziales Netzwerk. Kein Zufall, schließlich gehört die App zu Meta, dem Konzern, der schon mit Facebook und Instagram gezeigt hat, wie man Aufmerksamkeit in ein Geschäftsmodell verwandelt.
Jede neue Funktion bedeutet mehr Zeit in der App, mehr Scrollen, mehr Ablenkung und weniger Leben abseits des Bildschirms. Whatsapp war einmal das digitale Gegenstück zum Gespräch auf dem Flur: schnell, direkt, unaufgeregt. Heute ist es ein Ort, an dem man sich verliert.
Natürlich haben wir es selbst in der Hand, ob wir zum Handy greifen. Aber ein Ort, der uns nicht permanent hineinsaugt, wäre eine Wohltat. Es gibt Alternativen, datenschutzfreundliche Messenger ohne Dauerbeschallung. Doch sie sind längst nicht so beliebt und Kommunikation funktioniert schließlich nur, wenn das Gegenüber mitzieht.
Liebes Whatsapp, wir kennen TikTok, Instagram und all die anderen Spielereien schon. Wir brauchen keine Clips, keine neuen Features. Wir wollen einfach nur schreiben.